An den Grenzen der Physik
Porsche Cayenne GTS: Frisch gepfeffert

Je teurer und vornehmer Geländewagen - auf Neudeutsch auch Sports Utility Vehicle (SUV) - sind, desto seltener sehen sie tatsächlich Schlamm und Schotter. Daraus hat Porsche Konsequenzen gezogen und mit dem GTS im Frühjahr eine betont sportliche Variante des Cayenne aufgelegt.

dpa-infocom HAMBURG. Sie kann zwar im Gelände jetzt nicht mehr unbedingt mit Mercedes M-Klasse, BMW X5, Audi Q7 und dem technisch eng verwandten VW Touareg mithalten. Doch auf der Straße fährt der Cayenne mit noch mehr Pfeffer vollends in die Pole-Position.

Für Preise ab 76 725 Euro setzt Porsche bei dem vierten Mitglied der Cayenne-Familie vor allem auf optischen Feinschliff, der den Geländewagen düster und grimmig aussehen lässt. Statt mit Chromrahmen sind die abgedunkelten Seitenscheiben schwarz eingefasst, und die Säulen dazwischen sind ebenfalls dunkel. Außerdem übernimmt der GTS die Frontpartie mit dem riesigen Kühlergrill und die Heckschürze vom stärkeren Turbo und signalisiert damit: Platz da, jetzt komm ich! Zum aggressiven Gesicht und dem wuchtigen Heck gibt es außerdem markant verbreiterte Kotflügel, die sich über besonders breite Reifen wölben, sowie eine um 2,4 Zentimeter verminderte Bodenfreiheit. Das dient allerdings nicht nur der Ästhetik. Nach den Gesetzten der Physik steht der Cayenne GTS damit auch besser auf der Straße. Der Schwerpunkt rückt näher an den Asphalt, die Seitenneigung wird geringer, und die Kurvengeschwindigkeiten lassen sich steigern.

Das ist auch ein Verdienst des überarbeiteten Fahrwerks, das es im GTS erstmals auch in der Kombination aus Stahlfederung und aktiven Dämpferelementen gibt. Ihre Wirkung kann man mit einem Druck auf die Sporttaste in der Mittelkonsole verändern, so dass der Cayenne mal knüppelhart und mal federweich über die Autobahn bollert. Doch Wunder kann die Technik nicht vollbringen: Auch in der Standardprogrammierung ist der sportliche Allradler keine Luxuslimousine, und auch im Sportmodus trennen das immerhin 2,3 Tonnen schwere Kraftpaket fahrdynamisch etwa vom 911er noch Welten. So ganz lässt sich die Physik eben doch nicht überlisten.

Was auf der Straße hilft, stört im Gelände

Nur zum Vorteil gereicht dem Cayenne das Training allerdings nicht: Denn im Umkehrschluss verliert er ein paar Freiheitsgrade im Gelände. Außerdem büßen Insassen die erhabene Sitzposition ein, die viele Kunden als Kaufgrund für ein SUV nennen. Dafür können sie jetzt ein- statt aufsteigen, und sportlicher fühlt man sich hinter dem Lenkrad obendrein. Dieses Gefühl wird noch verstärkt von neuen Sitzen: Mit ausgeprägter Kontur und harten Polstern bieten sie mehr Seitenhalt als die Sessel der Serie. Und zum ersten Mal gibt es das Sportgestühl auch für den Fond. Auf den ersten Blick wirkt der Cayenne GTS damit sogar wie ein Viersitzer. Doch selbstredend gibt es hinten drei Plätze und genau so viel Stauraum wie vorher: Mit aufrechter Bank fasst er 540 und mit umgelegter Lehne 1 749 Liter.

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