Audi-Projekt e-tron
Fahrspaß ohne schlechtes Gewissen

Der Sportwagen hat eine Zukunft, auch wenn Öl noch knapper und die Schadstoffnormen noch enger werden. Das zumindest ist die feste Überzeugung von Ingenieur Thomas Kräuter, der bei Audi am Projekt e-tron arbeitet. Denn die glutrote Studie fährt mit Strom statt mit Sprit.

dpa-infocom HAMBURG. Auch wenn man es bei den Umweltverbänden nicht gerne hören wird: Der Sportwagen hat eine Zukunft. Das zumindest ist die feste Überzeugung von Ingenieuren wie Thomas Kräuter, der bei Audi am Projekt e-tron arbeitet. Schließlich wird sein roter Renner auch dann noch fahren, wenn Öl noch knapper und die Schadstoffnormen noch enger werden. Denn die glutrote Studie fährt mit Strom statt mit Sprit. So zeichnet sie die grüne Vision vom Fahrspaß ohne schlechtes Gewissen. Und wo andere Showstars nach der Messe gerne im Keller verschwinden, ist der e-tron mittlerweile zum Entwicklungsträger aufgestiegen: Ende 2012 soll er in Serie gehen.

Design aus einer anderen Zeit

"Technisch basiert der Wagen auf dem R8", sagt Kräuter. Von dem Sportwagen stammen das Fahrwerk sowie das Grundgerüst aus Aluminium, das aber etwas eingedampft wurde. Deshalb ist der e-tron zwar 1,90 Meter breit, aber nur noch 1,23 Meter hoch und 4,26 Meter lang. Auch das Design lässt die Verwandtschaft zur Serie erkennen. Denn auch wenn der e-tron ein Sportwagen aus einer anderen Zeit sein soll, darf er nicht aussehen wie aus einer anderen Welt.

Deshalb balancieren die Designer auf einem schmalen Grat und kombinieren bekannte Stilmerkmale mit neuen Lösungen. Die LED-Scheinwerfer etwa wirken ebenso vertraut wie die Silhouette oder der Kühlergrill. Die variablen Kühlrippen dagegen, die der e-tron wie einen Schild auf dem Rücken trägt, sind ebenso neu wie die Heckansicht, wo man vergebens nach den armdicken Endrohren sucht.

Riesige Lüfter kühlen die Akkus

Während den R8 ein Acht- oder Zehnzylinder antreibt, bekommt der e-tron vier Elektromotoren mit zusammen 230 kW/313 PS. Sie geben ihr konstantes Drehmoment von 4 500 Nm variabel an jedes einzelne Rad ab. Gespeist werden sie aus einem Paket aus Lithium-Ionen-Akkus von der Größe einer zugeklappten Schultafel, das fast 500 Kilo schwer und 42 Kilowatt-Stunden groß hinter den Sitzen steht. Allen anderen Platz benötigen riesige Lüfter. "Es ist ein Trugschluss, dass Elektroautos keine Kühlung benötigen", sagt Kräuter. Im Gegenteil: Die Batterie fühle sich am wohlsten bei 25 Grad, die Leistungselektronik sollte nicht mehr als 65 Grad ausgesetzt werden. Gemessen am Klima in einem Sportwagen sind das fast arktische Werte.

Bei einer ersten exklusiven Ausfahrt mit der überraschend ausgereiften Studie wird der Spagat zwischen heute und morgen noch deutlicher. Denn einerseits fährt der e-tron beinahe wie jeder andere Supersportwagen: ambitioniert, aggressiv und vor allem ungeheuer schnell. Weil das maximale Drehmoment bei Elektromotoren immer und jederzeit abrufbereit ist, quittiert der Wagen jeden noch so sanften Tritt aufs Strompedal mit einer Vehemenz, wie man sie sonst nur von Ferrari & Co. kennt.

Seite 1:

Fahrspaß ohne schlechtes Gewissen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%