Aufregung um Künasts Werbung für Hybridautos: Kritik an Minister-Dienstwagen

Aufregung um Künasts Werbung für Hybridautos
Kritik an Minister-Dienstwagen

Die Deutsche Umwelthilfe hat die Bundesregierung aufgefordert, ihre Dienstwagen auf spritsparende und umweltfreundliche Modelle umzustellen.

HB BERLIN. Während die EU nun einen Zielwert von 130 Gramm Kohlendioxid je Kilometer vorschlage, belasteten die Dienstkarossen deutscher Minister die Umwelt im Durchschnitt mit 240 Gramm, erklärte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch am Dienstag in Berlin. „Unsere Politiker sind leider keine Vorbilder beim Autokauf.“

Nach Recherchen des Verbands lässt sich zum Beispiel Gesundheitsministerin Ulla Schmidt mit einem Mercedes-Benz S500 mit 388 PS, 17,7 Litern Stadtverbrauch und 286 Gramm Kohlendioxid je Kilometer fahren. Wirtschaftsminister Michael Glos vertraue auf einen BMW 750i mit 367 PS, 16,9 Litern Stadtverbrauch und 271 Gramm Kohlendioxid. Beim BMW 740i von Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee seien es 16,3 Liter und 267 Gramm. Selbst Umweltminister Sigmar Gabriel verbrauche mit seinem Audi A8 TDI in der Stadt 13,3 Liter und verursache 249 Gramm Kohlendioxid je Kilometer.

Etliche Ministerien hätten zu ihren Dienstwagen keine Angaben machen wollen, darunter das Kanzleramt und das Verteidigungsministerium, erklärte die Umwelthilfe. Gepanzerte Autos seien nicht in die Liste aufgenommen worden. Das Gesundheitsministerium warf dem Verband vor, schlecht recherchiert zu haben. Aus Sicherheitsgründen habe man gar keine Angaben gemacht, ob Schmidts Wagen gepanzert sei oder nicht. Zudem liege dessen Durchschnittsverbrauch bei nur 13,77 Litern, sagte eine Sprecherin.

Resch erinnerte an die Absicht von EU-Umweltkommissar Stavros Dimas, seine bisherigen Dienstwagen durch eine Limousine mit sparsamem Hybridantrieb zu ersetzen. Auch die Bundesregierung solle ihre Dienstwagenflotte komplett austauschen.

Die ehemalige Verbraucherministerin Renate Künast sorgte unterdessen für Aufregung mit ihrer Aufforderung an die Deutschen, ebenfalls auf sparsame japanische Hybridfahrzeuge umzusteigen. Politiker von Union, SPD und FDP zeigten sich empört. Schließlich gehe es um zigtausend Arbeitsplätze in Deutschland, sagte der CSU-Politiker Ernst Hinsken den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“.

„Es ist ein unglaublicher Vorgang, wenn eine ehemalige Bundesministerin quasi zum Boykott deutscher Autos aufruft“, meinte auch FDP-Vizechef Rainer Brüderle. Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sagte der „Passauer Neuen Presse“, Künasts Forderung sei „billig und populistisch“.

Die „Berliner Zeitung“ meldete unterdessen, dass die Grünen-Politikerin selbst während ihrer Zeit als Ministerin ebenfalls einen Audi A8 TDI mit 326 PS als Dienstwagen gehabt habe.

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