Ausfahrt im Audi Q7 E-Tron 3.0 TDI quattro

Ein Dickschiff wird sozialverträglich

Trotz moderner Motoren und bemühtem Leichtbau, große SUV bleiben Spritschlucker. Dass es auch deutlich sparsamer geht, will Audi mit Q7 E-Tron zeigen, dem ersten SUV, das mit Diesel-Plug-in und Allrad fährt.
  • Michael Specht
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  • Spotpress
Fahrbericht: Audi Q7 E-Tron 3.0 TDI quattro - So werden große SUV sozialverträglich Quelle: Audi
Optisch unterscheidet sich der Q7 E-Tron von seinen konventionellen Brüdern wenig.

Erst wer genauer hinschaut, erkennt spezielle Räder und mehr Querstreben im Grill.

Boosten, segeln, rekuperieren. Das ist kein moderner Dreikampf, sondern Fahren im Audi Q7 E-Tron. Die Autowelt ändert sich, mehr und schneller als je zuvor. Und die Hersteller suchen nach neuen Möglichkeiten der Mobilität. Als zweiten Plug-in-Hybrid – nach dem A3 Sportback – bringen die Ingolstädter nun ihr dickstes Schiff mit der aufwendigen Spartechnik an den Start.

Und lassen sich das entsprechend vergüten. Der Q7, seit Frühjahr bereits als Benziner und Diesel auf der Straße, kostet in der E-Tron-Ausführung stolze 80.500 Euro, gut 20.000 Euro mehr als der Einstiegsdiesel. Zum Händler kommt der Wagen nächstes Frühjahr.

Den Taschenrechner jetzt heraus zu kramen und anfangen zu tippen, ab wann sich die Anschaffung gegenüber einem reinen Diesel-Q7 lohnt, lohnt nicht. Ist viel zu kompliziert. Nein, man muss den Q7 E-Tron einfach wollen, man sollte Spaß an der neuen Technik und Spaß am Sparen haben. Potenzial ist durchaus vorhanden. Zumindest auf dem Papier.

Nach der höchst verwirrenden wie realitätsfernen EU-Formel zur Verbrauchsberechnung von Plug-in-Hybriden kommt der Q7 E-Tron auf einen NEFZ-Wert von 1,7 Litern auf 100 Kilometern. Das einspricht einem CO2-Ausstoß von nur 46 g/km. Da lachen ja die Hühner, hätte man früher gesagt.

Der Audi Q7 E-Tron glänzt durch grandiosen Reisekomfort und verwöhnt die Insassen mit höchster Material- und Verarbeitungsqualität.  Quelle: Audi
Der Q7 E-Tron glänzt durch grandiosen Reisekomfort.

Außerdem verwöhnt er die Insassen mit höchster Material- und Verarbeitungsqualität.

Doch das Gesetz will es so. Realistisch ist ein Verbrauch von fünf bis sechs Liter, wie unsere rund 100 Kilometer lange Testrunde ergab. Mit dem geringen CO2-Norm-Ausstoß schlägt Audi gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Weil Brüssel sogenannte „Supercredits“ für Plug-in-Hybride mit einem CO2-Ausstoß von unter 50 g/km vergibt, zahlt der Q7 E-Tron für den Flottenverbrauch gleich doppelt aufs Konto ein, kann also zwei Modelle mit höherem Spritverbrauch ausgleichen.

Den Q7-E-Tron-Besitzer interessiert dies eher weniger. Für ihn zählen andere Dinge. Zum Beispiel das wirklich einmalige Gefühl, mit so einem Riesen-SUV leise surrend und emissionsfrei unterwegs zu sein. Immerhin leistet die E-Maschine 128 PS. Und das Drehmoment von 350 Newtonmetern schaffen manche Zweiliter-Verbrennungsmotoren nicht.

Beides reicht dicke, um im normalen Verkehr mit zu schwimmen. Wird das Gaspedal nur gestreichelt, stromert man mit dem Q7 E-Tron über 50 Kilometer weit. Theoretisch würde der 258 PS starke V6-Diesel also über Monate nicht anspringen, wenn der tägliche Weg ins Büro und zurück nach Hause kürzer ist als diese Strecke.

Für ein noch grüneres Umweltgewissen bietet Audi auf Wunsch sogar regenerativen Ökostrom in der heimischen Garage an. Der Q7 E-Tron mutiert somit tatsächlich zu einem klimaneutralen und greenpeacefreundlichem SUV.

Im Alltag siehts anders aus
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