Ausprobiert: Autorennbahn Real FX
Schnäppchen-Racer mit vielen Überraschungen

Altbekannte Autorennbahnen entwickeln sich ständig weiter. Real FX kommt aus England und verbindet klassische Modelrennbahn mit RC-Racing und Videospiel-Technik. Was kann der Siku-, Anki- und Carrera-Herausforderer?

Das klingt vollmundig: Klassische Modellrennbahn, RC-Racing und Videospiel miteinander verbinden soll ein neues System mit Fernsteuerung und Schienenmaterial. „Real FX“ nennt sich die Spielzeugneuheit für das Kind im Mann (oder der Frau). Die Idee des Crowdfunding-Projektes zweier Briten erinnert ein wenig an das Racing-System von Siku, kann aber – um es vorwegzunehmen – mehr.

Zwei Controller, zwei Autos und 20 Schienenteile bilden den Grundstock (jeweils sechs Mignon- und Microbatterien müssen noch zusätzlich besorgt werden). Die beiden stilisierten Rennautos, ein rotes und ein gelbes, erinnern ein wenig an den Chevrolet Camaro und sind etwas größer als gängige Slotcars.

Wir tippen auf einen Maßstab von 1:30 oder 1:28, auch wenn die Verpackung die üblichen 1:32 nennt. Das grau eingefärbte Schienenmaterial überrascht. Es ist ungewöhnlich dünn und erinnert von der Konsistenz her ein wenig an laminiertes Papier. Die einzelnen Streckenstück werden einfach ganz mittels einer Lasche und eines Schlitzes zusammengesteckt, wobei die einzelnen Fahrbahnteile ein wenig überlappen. Es gibt Geraden, Kurven und sogar eine Boxengasse. So weit, so klar.

Etwas komplizierter sieht der Controller aus. Er verfügt nicht nur über ein Steuerrad (in Form eines Reifens) und einen kombinierten Gas-/Rückfahrhebel auf der Rückseite, sondern über gleich 13 Tasten! Außerdem gibt es überraschenderweise noch einen Lautsprecher sowie einen Kopfhörereingang. Ohne sorgfältiges Studieren der Bedienungsanleitung läuft da nichts.

Dennoch sind Steuerung und Auto rasch verbunden. Trotz der nicht immer hundertprozentig stimmigen Übersetzung der Anleitung kann es schon schnell an den ersten Fahrversuch gehen. Und schon gibt es die nächste Überraschung: Ansagen aus dem Controller helfen ein wenig durch das Einstellungsmenü.

Das Auto wird zudem von einem Motorengeräusch aus dem Lautsprecher begleitet, der allerdings ein wenig an einen Modelltruck im Leerlauf erinnert, sich aber auch deaktivieren lässt.

Was sich auf den ersten Blick nicht erschließt, ist die Verbindung zur klassischen spurgeführten Modellrennbahn: Hier kommt die RC-Taste ins Spiel. So lange sie nicht gedrückt wird und eine bestimmte (Kurven-) Geschwindigkeit nicht überschritten wird, lenkt das Auzo von selbst über die Bahn.

Der Fahrer muss nur Gas geben und Bremsen. Dennoch sind leichte Lenkeingriffe möglich. Bei zu hohem Tempo sind die Gesetze der Fliehkraft dann aber nicht mehr aufzuhalten und der Flitzer schießt über die Bahn hinaus.

Das Verlassen der Piste kommentiert das Steuergerät übrigens ebenfalls – mit einem etwas undefinierbarem Wort, das ein wenig wie „Woh“ oder so klingt. Nach dem Verlassen der Bahn kehrt der kleine Flitzer selbsttätig zurück auf die Piste. Und es folgen gleich mehrere weitere Überraschungen.

Der kleine Computer im Controller gibt nicht nur durch Herunterzählen den Start frei, sondern nennt nach erneutem Überqueren der Start-/Ziellinie auch die gefahrene Rundenzeit. Da wundert es dann fast kaum noch, dass die schnellste Runde auch als neuer Rekord angesagt wird.

Wer hingegen die Ideallinie sucht oder den Gegner überholen möchte, der kommt nicht umhin, im wahrsten Sinne des Wortes das Steuer selbst in die Hand zu nehmen und den RC-Modus zu aktivieren. Die ersten Runden werden zunächst noch in Schlangenlinie zurückgelegt.

Schon nach wenigen Minuten werden die Runden aber immer schneller und exakter – zumindest im Anfängermodus und ohne Gegner, wobei es dank des dünnen Schienenmaterials auch nach dem Ausrutscher auf den Teppich problemlos wieder zurück auf den Rundkurs geht.

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Werden die Laschen halten?

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