Auto
Chevrolet Camaro: Mythos mit Muskeln

Was für deutsche Heißsporne am Lenkrad VW Scirocco, Ford Capri oder Opel Manta waren, sind für Amerikaner Ford Mustang, Dodge Challenger und Chevrolet Camaro. Doch während die Breitensportler bei uns irgendwann in der Versenkung verschwanden, haben die US-Hersteller ihren „Muscle Cars“ die Treue gehalten. Jetzt will Chevrolet mit seinem Camaro auch die „German Autobahn“ stürmen.
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dpa HAMBURG. „Muscle Cars“ wie Ford Mustang, Dodge Challenger und Chevrolet Camaro sind längst kein US-Phänomen mehr. Weil auch diesseits des Atlantiks genügend Fans Cola trinken, Burger essen und vom „American Way of Drive“ träumen, stehen die Sportler bei Spezialisten in Europa hoch im Kurs. Allerdings gab es sie bislang nur bei freien Importeuren. Chevrolet will das bald ändern: Nachdem der neue Camaro in den USA sensationell eingeschlagen hat, soll der Mythos mit Muskeln nächstes Jahr auch die „German Autobahn“ stürmen.

Ohne aufwendige Anpassung könnte das allerdings schwer werden. Denn leider ist der Camaro im Guten wie im Schlechten ein durch und durch amerikanisches Auto. Auf der Geraden fährt er schnell und sportlich, weil schon der kleinste Motor 3,6 Liter Hubraum hat, auf 227 kW/304 PS kommt und die optionale Sechsstufen-Automatik das maximale Drehmoment von 370 Nm nicht komplett aufzehrt, bevor es an der Hinterachse ankommt. Mit dem Feingefühl eines Dampfhammers schnellt das Coupé deshalb in 6,3 Sekunden auf Tempo 100 und ist schon wenig später schneller, als zumindest in Amerika die Polizei erlaubt.

In Kurven macht jeder Passat Diesel mehr Spaß

Doch dummerweise geht selbst die längste Gerade einmal zu Ende. Und mit ihr das dynamische Fahrgefühl. Denn die Lenkung ist viel zu unbestimmt für einen scharfen Ritt auf der Ideallinie, das Fahrwerk stöhnt und ächzt auf Querfugen und stößt bei engen Kurvenradien schnell an seine Grenzen - jeder Passat Diesel macht da mehr Spaß. So gar nicht zu den üblichen Vorurteilen passen will dagegen der Verbrauch - nicht umsonst hat Chevrolet dem Camaro einen Direkteinspritzer spendiert. So ist der Wagen in der US-Norm mit 10,9 Litern zufrieden und im Land der Pick-ups damit fast schon ein Vorbild.

Vorbildlich ist auch das Design, das den Camaro zum absoluten Blickfang macht. Nachdem die letzte Generation des Klassikers in die formale Belanglosigkeit abgedriftet war, hat sich General Motors gerade noch rechtzeitig an das Original von 1966 erinnert. Mit dem Blick zurück, aber ohne echte Retro-Elemente haben die Amerikaner dem knapp fünf Meter langen Coupé wieder den nötigen Charakter gegeben. Lange Haube, breite Hüften, böser Blick und dicke Muskeln - das zieht auch heute noch. Wo immer der Wagen auftaucht, weckt er deshalb die Neugier der Passanten.

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