Auto
Der Opel Ascona B wird 30 Jahre alt

Über Jahrzehnte gehörte die zweite Generation des Opel Ascona zur Standardbesetzung im täglichen Straßenverkehr. Unauffällig reihte sich der Lückenfüller zwischen den Modellen Kadett und Rekord in die Feierabendstaus der siebziger Jahre ein.

dpa/gms RüSSELSHEIM. Über Jahrzehnte gehörte die zweite Generation des Opel Ascona zur Standardbesetzung im täglichen Straßenverkehr. Unauffällig reihte sich der Lückenfüller zwischen den Modellen Kadett und Rekord in die Feierabendstaus der siebziger Jahre ein.

Er wurde über all die Jahre nie als etwas Besonderes empfunden. So bemerkte kaum jemand, wie sich die Reihen der Asconas lichteten. Nun wird der Ascona B 30 Jahre alt.

Wer heute einen Ascona B sieht, könnte sich fragen, warum es den Beruf des Autodesigners gibt. Denn schlichter kann ein Auto wohl nicht geformt werden. Basis war ein Rechteck mit Dach obendrauf, in den Kühlergrill wurde ein Paar rechteckiger Scheinwerfer geschraubt, und hinten gab es das gleiche in Rot und Orange als Heckleuchte.

Schon bei seiner Vorstellung ließ der Ascona B die Herzen der Auto-Enthusiasten nicht wirklich höher schlagen - das war auch nicht im Sinne der Erfinder. Schließlich war das Mittelklassemodell als praktischer Familientransporter für jene gedacht, denen ein Opel Kadett zu klein, ein Rekord oder gar Commodore aber zu teuer war.

Doch gegenüber dem Vorgänger hatte er einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht. Als 1970 zum ersten Mal ein Auto mit dem Namen Ascona erschien, sah der Wagen noch aus wie ein etwas zu groß geratener Opel Kadett. Der 1975 vorgestellte Nachfolger präsentierte sich eigenständiger und orientierte sich optisch an den größeren Baureihen. Unter dem Blech fand sich aber noch eine ganze Menge jener technischen Merkmale, die bereits den Ur-Ascona auszeichneten.

Immerhin gab es innen nun Kopfstützen und Sicherheitsgurte sowie komplette Türverkleidungen, wo noch wenige Jahre zuvor ein kleines Stück Kunststoff inmitten lackierter Blechflächen für ein Mindestmaß an Behaglichkeit stand. Im Motorraum thronten einsam die meist recht simpel aufgebauten Vierzylinder-Motoren des Hauses.

Ein Kunde auf der Suche nach mehr Komfort konnte sich durch die Aufpreisliste quälen, oder er griff zu den Ausstattungspaketen. Typisch Opel war das „L“ in der Modellbezeichnung, das für die so genannte Luxus-Ausstattung stand. Dafür gab es Zierleisten, nett anzuschauende Felgen oder einen Zigarettenanzünder. Besonders plüschig zeigte sich die Variante Berlina. Familienväter mit sportlicher Grundeinstellung griffen zur Version SR.

Obwohl die Motorenpalette des Ascona B bei eher sparsamen 1,2 Litern Hubraum und 55 PS begann und 105 PS das Maximum darstellten, sollte der schlichte Opel noch eine echte Sportkarriere starten. Denn nach einigen Jahren Abstinenz keimte bei der Opel-Mannschaft der Wunsch nach neuen Siegen und Pokalen. Der leichte Ascona bekam schließlich den Zuschlag als Basisfahrzeug.

Dass dem Auto Sportlichkeit anerzogen werden konnte, zeigte bereits Opel-Tuner Irmscher, der laut der in Mainz erscheinenden Zeitschrift „Oldtimer Markt“ im Jahr 1979 mit dem i2000 einen 120 PS starken Ascona präsentierte. Für den Werkseinsatz ging Opel noch weiter und legte den 144 PS starken Ascona 400 auf. Mit dem Wettbewerbsmodell gewann Walter Röhrl die Rallye-Weltmeisterschaft.

Doch obwohl mancher der rund 1,5 Mill. bis 1981 gebauten Ascona von Gebrauchtwagenkäufern mit Leichtmetallfelgen oder ausladenden Spoilern verunziert wurde, färbten die Sporterfolge nicht wirklich ab. Ein echtes „Kult“-Auto ist aus ihm nie geworden. Langsam bildet sich immerhin eine kleine Fangemeinde, die verbliebene Ascona B hegt und pflegt - wenn sich noch halbwegs intakte Exemplare finden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%