Auto
Kein Ersatz für Schneeketten in Sicht

Auf verschneiten Straßen sind Ketten oft nötig. Winterreifen alleine reichen dann nicht aus: „Ein Winterreifen muss unheimlich viele Anforderungen erfüllen“, so Manfred Groß vom Adac im bayrischen Landsberg.

dpa/gms UNNA/HANNOVER. Auf verschneiten Straßen sind Ketten oft nötig. Winterreifen alleine reichen dann nicht aus: "Ein Winterreifen muss unheimlich viele Anforderungen erfüllen", so Manfred Groß vom Adac im bayrischen Landsberg.

"Der Reifen muss auf kalter Fahrbahn ebenso sie auf nasser Straße genügend Grip haben. Wenn man dem Winterreifen auch noch eine Eignung für bestimmte Extremfälle abfordern würde, müssten darunter die anderen Eigenschaften leiden", erläutert der Experte vom Technikzentrum des Adac.

"Die Winterreifen werden zwar grundsätzlich immer besser, trotzdem gibt es immer noch Bereiche, in denen die Schneekette ihre Vorzüge hat", bestätigt Klaus Engelhart, Sprecher des Reifenherstellers Continental in Hannover. "Grundsätzlich kann man sagen, dass die Schneeketten auf Eis ebenso wie an Steigungen mit festgefahrenen Schneedecken ihre Vorteile ausspielen können."

Für die Kettenhersteller bedeutet das, dass sie auch weiterhin an ihren Produkten feilen, um sie aktuell zu halten. Allerdings steht dabei die weitere Optimierung des Vortriebs bei Eis und Schnee nicht ganz oben auf dem Plan. "Bei der Weiterentwicklung stand eindeutig der Bereich Montageerleichterung im Mittelpunkt", sagt Manfred Groß.

Auf der anderen Seite war es die Weiterentwicklung der Automobile an sich, die den Herstellern Überarbeitungen aufzwang. "Eine der Entwicklungen in der jüngeren Vergangenheit bestand darin, die Materialquerschnitte zu verringern", sagt Rainer Linnig vom Kettenhersteller Pewag in Unna. Dabei ging es darum, die Ketten Platz sparender, aber stabil genug zu gestalten. "Der Grund dafür ist, dass es an modernen Autos immer weniger Platz gibt." Dicke Schneeketten könnten unter Umständen an Radlauf oder Radkasten schrammen.

Ästhetische Gesichtspunkte spielen bei den aktuellen Entwicklungen ebenfalls eine Rolle. "Es geht darum, dass heute immer mehr Fahrzeuge mit Leichtmetallfelgen ausgerüstet sind", sagt Rainer Linnig. Dieses leichte Metall hat das Problem, dass es relativ schnell verkratzt. Man hat daher die Schneeketten mit "Felgenschonern" versehen.

Die Kette als Grundbestandteil stand nicht zur Diskussion. Auch ein Test von Schneeketten beim Adac hatte das Ergebnis, dass Neues nicht automatisch besser ist. Dort wurde zum Vergleich eine Anfahrhilfe ausprobiert, die aus Textil besteht und über den Reifen gezogen wird. "Nicht empfehlenswert", lautete das Fazit der Tester.

Daher werden Autofahrer auch in den kommenden Jahren bei Eis und Schnee mit der Schneekette in der Hand vor ihren Autos hocken - mit der Hoffnung, dass die Montage glatt geht. Daher gilt auch weiterhin ein Ratschlag-Klassiker des Automobilclubs von Deutschland (AvD) in Frankfurt/Main: Der Umgang mit der Schneekette sollte schon vor dem Start geübt werden - schließlich lässt sich die Routine der richtigen Handgriffe in der trockenen Garage besser aneignen, als bei eisigen Temperaturen auf der verschneiten Bergstrecke.

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