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Mercedes GLK: Charakterkopf für Straße und Schotter

Hamburg (dpa-infocom) - Im Augenblick läuft es beinahe wie am Fließband: Kaum eine Woche vergeht, ohne dass ein Hersteller einen kompakten Geländewagen präsentieren würde. Nachdem Audi gerade erst den neuen Q5 enthüllt hat, legt Mercedes jetzt mit dem GLK nach.

Hamburg (dpa-infocom) - Im Augenblick läuft es beinahe wie am Fließband: Kaum eine Woche vergeht, ohne dass ein Hersteller einen kompakten Geländewagen präsentieren würde. Nachdem Audi gerade erst den neuen Q5 enthüllt hat, legt Mercedes jetzt mit dem GLK nach.

Auch Volvo, Saab und BMW planen kompakte Suvs

Er kommt im Oktober in den Handel und wird mindestens 40 341 Euro kosten. Weil der Basismotor allerdings erst im April 2009 ausgeliefert wird, müssen Schnellstarter 43 554 Euro hinlegen. Und mit dem kleinen Mercedes ist das Ende des Booms noch nicht erreicht: Denn bei Volvo laufen bereits die Vorbereitungen für den Xc60, Saab plant einen 9-3X, und BMW läutet mit einem X1 und der Crossover-Variante des Mini schon die nächste Runde ein.

Der kleine Bruder der G-Klasse

Um in diesem dicht gedrängten Wettbewerbsumfeld überhaupt noch Platz zu finden, geht Mercedes mit dem 4,53 Meter kurzen aber 1,69 Meter hohen GLK einen anderen Weg als die Konkurrenz. Während zum Beispiel der parallel lancierte Audi Q5 vor allem sportliche Ambitionen hat und näher an Coupé und Kombi bleibt, positionieren die Schwaben ihren ersten kompakten Geländewagen eben nicht als weichgespülten Junior der M-Klasse. Sie rücken den GLK stattdessen als kleinen Kraxler ganz nah an das legendäre G-Modell, mit dem die jüngere Allradgeschichte von Mercedes vor mehr als 30 Jahren begann. "Das ist ein Charaktertyp mit Ecken und Kanten", sagt Produktmanager Frank Zimmermann mit Blick auf die beinahe senkrecht aufragende Frontscheibe, die vielen geraden Linien, die angedeuteten rechtwinkligen Radkästen und die große glatte Heckklappe.

Im Gelände beinahe unerreicht

Frei nach dem Motto "Tradition verpflichtet" muss der GLK mit diesem Erbe freilich auch abseits der Straße mehr können als die meisten Wettbewerber. Selbst wenn kaum ein Kunde diese Fähigkeiten je einfordert, macht er seinem Ahnen aller Ehre. Vor allem mit dem Offroad-Paket gibt es für den GLK kein Halten mehr. Etwas mehr Bodenfreiheit, eine elektronische Bergabfahrhilfe, ein stabiler Unterbodenschutz und eine spezielle Geländeprogrammierung für die siebenstufige Automatik, den elektronischen Allradantrieb, das ABS und das ESP helfen dem Baby-Benz über Stock und Stein. Weil er zudem kleiner und leichter ist, kommt er nicht nur weiter als viele Konkurrenten, sondern ist oft auch der M- und der G-Klasse überlegen.

Auf der Straße kommod, nicht kompromisslos

Doch beweisen muss sich der fünfte Geländewagen im Mercedes-Programm vor allem auf der Straße. Und auch dort macht der von der neuen C-Klasse abgeleitete Wagen eine gute Figur. Zwar gibt es andere Modelle in dieser Liga, die straffer abgestimmt, direkter gelenkt und dynamischer ausgelegt sind. Doch kann man mit dem GLK ganz entspannt über die Autobahn gleiten. Auf Landstraßen wirkt er handlich und agil, und in der Stadt ist er klein und wendig. Wo man in der M-Klasse schon Umsicht braucht, kommt man mit ihm locker in jede Lücke.

Start nur mit V6-Motoren

Im eckigen Vorbau bietet Mercedes zunächst die Wahl zwischen drei Sechszylindern, unter denen mit dem 165 kW/224 PS starken GLK 320 CDI vorerst nur ein Diesel ist. Erst im Frühjahr kommt als einziger Vierzylinder ein neuer Selbstzünder mit 125 kW/170 PS, der den Normverbrauch auf respektable 6,9 Liter drücken wird. Bei den Benzinern beginnt das Programm mit dem GLK 280 (170 kW/231 PS) und reicht hinauf bis zum GLK 350, der mit 200 kW/272 PS die Leistungsspitze markiert. Zwar hat dieser Motor mit maximal 350 Newtonmetern allemal genügend Anzugskraft für den 1,8 Tonnen schweren Wagen. Und ein Sprintwert von 6,7 Sekunden sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 230 Kilometer pro Stunde (km/h) gehen in Ordnung. Doch als sportlich geht der GLK damit nicht durch: Dafür fehlen dem Motor der kernige Klang und der nötige Biss, dem Fahrwerk selbst mit Sportpaket die Härte und der Lenkung die Bestimmtheit. Aber wer will mit einem Elefantenbaby schon zum Kräftemessen?

Fazit: Ein Charaktertyp mit guten Chancen

So kantig wie der GLK außen aussieht, wurde auch der Innenraum gestaltet, dessen Platzverhältnisse bis auf den Kofferraum (450 Liter) ungefähr einer C-Klasse entsprechen. Natürlich kennt man viele Bedienelemente vom Vier-Speichen-Lenkrad bis zu den neuen Multimedia-Geräten. Doch sind die Puzzlestücke in sehr viel eckigeren Konsolen zusammengeführt worden. Aber auch hier machen Materialauswahl und Verarbeitung jenen vorbildlichen Eindruck, den man beim Premium-Preis des GLK auch erwarten darf. Und die Ausstattung ist ordentlich. Mit dem neuen Format und dem eigenständigen Design hat Mercedes für den GLK eine Nische auf Straße und Schotterpiste gefunden. Und das genau zur rechten Zeit. Denn wenn große Geländewagen zusehends weiter in die Kritik geraten, kommt ein kleiner Kraxler gerade recht.

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