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Mercedes SL 280: Der Luxus-Roadster wird sportlicher

Hamburg (dpa-infocom) - Seit mehr als 50 Jahren ist der Mercedes SL für viele Autofahrer der Traumwagen schlechthin - allerdings bleibt dieser Traum angesichts der hohen Preise den meisten Normalverdienern verwehrt.

Hamburg (dpa-infocom) - Seit mehr als 50 Jahren ist der Mercedes SL für viele Autofahrer der Traumwagen schlechthin - allerdings bleibt dieser Traum angesichts der hohen Preise den meisten Normalverdienern verwehrt.

Startpreis knapp unter 80 000 Euro

Wirklich viel ändert sich daran auch mit der jüngsten Modellpflege für den Roadster nicht. Doch mit einem neuen Einstiegsmotor gelingt es den Schwaben, den Preis unter die psychologisch wichtige Grenze von 80 000 Euro zu drücken. Und falls es in dieser Klasse tatsächlich ein Umweltgewissen gibt, kann man das jetzt mit einem auf 9,4 Liter reduzierten Verbrauch beruhigen.

Neues Basismodell startet mit 231 PS

Angetrieben wird der neue SL 280 von einem drei Liter großen V6- Motor, der 170 kW/231 PS leistet und mit maximal 300 Newtonmetern zu Werke geht. Für einen waschechten Sportwagen klingt das nach automobiler Schonkost. Doch für Heißsporne gibt es wie im kleinen Bruder SLK ja im SL 350 den neuen Sportmotor mit Hochdrehzahl- Konzept, dessen Leistung um 16 Prozent auf 232 kW/316 PS gestiegen ist. Zudem bleiben der SL 500 mit 285 kW/388 PS und der SL 600 mit 380 kW/517 PS weiter im Programm. Und für ganz besonders Eilige hat Haustuner AMG neben dem unbändig starken Komfortsportler SL 65 (450 kW/612 PS) den giftigen SL 63 AMG mit 386 kW/525 PS aufgelegt.

Auch der kleine Motor bietet großes Vergnügen

Natürlich sind diese Versionen allesamt etwas sportlicher. Doch ist das neue Basismodell auf der Straße lange nicht so schmalbrüstig, wie es die Daten vermuten lassen: Beim Bummel über den Boulevard oder der Fahrt über Land genügt der kleine V6-Motor allemal für das gemütliche Cruisen, das Roadsterfahrer angeblich so schätzen. Wer dafür mal eben an einem Lastwagen vorbeiziehen muss, kann auf eine respektable Beschleunigung bauen. Immerhin schafft es der knapp zwei Tonnen schwere Zweisitzer in 7,8 Sekunden auf Tempo 100. Und auf einer freien Autobahn ist er noch immer schneller, als es die Hauspolitik erlaubt. Deshalb dreht ihm die Elektronik bei 250 Kilometern pro Stunde (km/h) sanft den Hahn zu.

Direktlenkung: Aufpreispflichtig aber wirkungsvoll

Wer aus der Tiefebene aufsteigt und sein Glück in den Bergen sucht, wird allerdings bisweilen etwas enttäuscht sein. Denn dort muss man die Gänge schon weit ausdrehen und kräftig aufs Gas treten, wenn man sportlich unterwegs sein will. Dabei sind es doch gerade die engen Serpentinen, auf denen man den geschärften Charakter des überarbeiteten SL erfahren kann. Schließlich spielt dort die neue Direktlenkung ihre Vorzüge am besten aus. Zwar verlangt Mercedes für die spezielle Zahnleiste im Lenkgetriebe einen in dieser Fahrzeugklasse fast schon unverständlich kleinlichen Aufpreis von 178 Euro, doch kommt der Wagen damit deutlich leichter um die Kurven.

Neues Design steigert den Sehnsuchtsfaktor

Um nicht nur den sportlichen Charakter herauszuarbeiten, sondern auch den Sehnsuchtsfaktor zu steigern, hat Mercedes kräftiger am Design gearbeitet, als es bei einer Modellpflege üblich ist. Die Front trägt deshalb jetzt mit der einzelnen Chromspange im Grill, den sogenannten Powerdomes auf der Motorhaube und den Kiemen an der Flanke deutliche Zitate aus der glorreichen Vergangenheit und sucht mit dem Abschied vom Vier-Augen-Gesicht und den neuen Scheinwerfern einen stilistischen Weg in die Zukunft. Und das Heck wirkt mit neuen Einsätzen für die Rückleuchten und einem angedeuteten Diffusor in der Schürze ebenfalls sportlicher.

Warme Luft aus der Nackenstütze verlängert den Sommer

Innen betont Mercedes die komfortable Seite des SL. Natürlich gibt es auch hier die üblichen Modellpflegemaßnahmen vom neuen Lenkrad über die frisch gezeichneten Instrumente bis hin zu den geänderten Zierleisten auf der Mittelkonsole. Doch die wichtigste Neuerung steht auf der Liste der Ausstattungsoptionen: Wie schon im SLK kann man jetzt für 595 Euro Aufpreis auch im SL den Airscarf bestellen. Ein Heizgebläse in den Kopfstützen umgibt die Passagiere mit einer warmen Wolke und verlängert auf diese Weise die Open-Air-Saison. Und wenn es doch einmal zu kalt wird, genügt ein Knopfdruck, damit sich binnen 16 Sekunden das massive Faltdach zwischen Haupt und Himmel schiebt.

Fazit: Auch nach 50 Jahren ein Traumwagen

Unterm Strich muss man den Schwaben zugestehen, dass sie mit der Modellpflege beide Seelen des SL noch einmal betont und den Klassiker wirkungsvoll aktualisiert haben. Es gibt sicher Roadster, die sportlicher sind. Und manche sind vielleicht auch komfortabler. Doch in dieser Kombination ist der SL ziemlich allein auf weiter Flur. Wenn nur der hohe Preis den Griff nach den Sternen nicht so schwer machen würde.

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