Auto-Öko-Ranking des VCD
Erdgas-Up erobert Spitze der Umweltliste

Mit dem VW Eco Up steht nach neun Jahren mal wieder ein deutsches Modell an der Spitze der Umweltliste des Verkehrsclubs Deutschland (VCD). Und erstmals ein Erdgasauto. Doch am meisten freuen darf sich Toyota.
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DüsseldorfMit dem Volkswagen Eco Up steht erstmals ein Erdgasauto und nach neun Jahren wieder ein deutsches Modell an der Spitze der Umweltliste des Verkehrsclubs Deutschland (VCD). Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Sieger aus dem Vorjahr, die Hybride Lexus CT 200h und der Toyota Prius. Insgesamt befinden sich unter den Top Ten 2012/2013 sieben Hybridfahrzeuge, fünf davon stammen von Toyota.

In drei Jahren müssen Neuwagen den EU-Durchschnittsgrenzwert von 130 Gramm Kohlendioxid-Ausstoß pro Kilometer erfüllen. Für 2020 sind 95 Gramm avisiert. Von den 400 Autos, die der VCD für die aktuelle Umweltliste checkte, lagen 30 Fahrzeuge unterhalb dieser Grenze.

Platz eins in der Kategorie Klimabester teilen sich VW Eco Up und Toyota Yaris - beide stoßen nur 79 Gramm CO2 pro Kilometer aus und bleiben damit unter dem Grenzwert von 80 Gramm, den der VCD für 2020 fordert.


Mit dem iQ 1.0 VVT-i, dem Prius Plus (bei den Siebensitzern), dem Auris Hybrid und dem Yaris Hybrid belegte Toyota auch die Plätze vier bis sieben der VCD-Umweltliste. Dahinter folgen der Nissan Pixo 1.0 sowie punktgleich die beiden Hybridmodelle Jazz und Insight von Honda. Bei den Familienautos lag der Toyota Prius Hybrid an der Spitze.

Die neue Umweltliste bewertet neben dem Abgasausstoß auch Auswirkungen von Lärm. Aufgrund schlechter Lärmwerte hat diesmal beispielweise der Toyota Yaris Hybrid stark verloren. Trotz vorbildlich niedrigem CO2-Wert kommt er im Gesamtranking nur auf Platz sieben. 

Und angesichts der steigenden Benzinpreise haben deutsche Autohersteller laut VCD weiter Nachholbedarf: „Niedrige Kraftstoffverbräuche sind das beste Mittel gegen weiter steigende Spritpreise“, betonte Gerd Lottensiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD, am Mittwoch in Berlin. „Die deutsche Autoindustrie sollte endlich ihren Widerstand gegen zielführende CO2-Werte aufgeben.“
Nach wie vor setzten die deutschen Autohersteller zu wenig Innovationen in der Breite ihrer Flotten um, kritisierte der VCD. „Allein ein effizientes Auto für das Schaufenster zu entwickeln, reicht nicht aus.“ Während die japanische Konkurrenz die Hybridtechnik bereits in allen Klassen anbiete, käme der ergänzende Elektromotor bei deutschen Autos nur in der Luxusklasse zum Einsatz - um dort die hohen Spritverbräuche zu senken.

Elektroautos wurden nicht in das allgemeine Ranking aufgenommen, weil die Datenlage dazu noch zu unübersichtlich sei. "Auch in naher Zukunft werden batterieelektrische Autos kaum Alltagsfahrzeuge in privater Hand sein, denn sie sind teuer und haben eine beschränkte Reichweite", begründet Gert Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD diese Regelung.

Alle zwei Jahre prüft der VCD Details der Fahrzeugproduktion und die Umwelt- sowie Nachhaltigkeitsberichte der Autohersteller. In dieser Kategorie schnitt 2012 Daimler/Smart am besten ab. Die Plätze zwei und drei belegten Volkswagen und Peugeot/Citroen.

Frank G. Heide
Frank G. Heide
Handelsblatt Online / Redakteur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Auto-Öko-Ranking des VCD: Erdgas-Up erobert Spitze der Umweltliste"

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  • das mit dem Strom erzeugen beim Bremsen kannst du vernachlässigen

  • die Befürworter von Elektroautos vergessen immer die Umweltbilanz der Batterien. Soviel ich weiß, sind die irgendwann, nach spätestens 10 Jahren, kaputt und müssen entsorgt werden. Da gefällt mir das Erdgas (Windgas-)Konzept schon besser.

  • Neufahrzeuge mit klimaschädigendem Verbrennerantrieb verdienen es nicht, Ökoauto genannt zu werden, solange sie das klimaschädigende CO² produzieren. Der Preis für den VW Eco-Up beruht auf einer Fehlentscheidung: der VCD behauptet, es gäbe keine alltagstauglichen Elektroautos. Seit 20 Jahren fahre ich Elektroautos, die mit Strom vom Dach fahren, 0 CO² - Emission. Es ist für alle Elektrofahrer ein Schlag ins
    Gesicht, was allseits die Presse gedankenlos vom VCD übernimmt, obwohl dieser Mini-VW noch nicht einmal weder ein Lieferdatum noch einen Kaufpreis hat. Das angehängte Foto zeigt meinen italienischen Tazzari-Zero links und den Elektrosportwagen von Thorr rechts meines Freundes aus Hengelo (NL). Auch die Japaner und die Franzosen haben hervorragende Elektroautos. Wir waren mit 18 Elektrofahrern mit ihren Elektroautos vor 3 Wochen in Brüssel im Europaparlament mit dem Ergebnis, dass die Bundesregierung die deutsche Autoindustrie gesetzlich zwingen muss, einen bestimmten Prozentsatz kostenadäquate Elektroautos auf den Markt zu bringen, um den Restprozentsatz Verbrennerautos verkaufen zu dürfen.
    dh.koch@osnanet.de
    Dietrich Koch

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