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Reisemobil-Trends zum Caravan Salon

Die Wirtschaftskrise macht sich in vielen Bereichen bemerkbar - auch bei den Investitionen in Freizeit und Hobby. Das trifft nicht zuletzt die Reisemobil- und Caravan-Branche.

dpa/tmn DüSSELDORF/STUTTGART. Die Wirtschaftskrise macht sich in vielen Bereichen bemerkbar - auch bei den Investitionen in Freizeit und Hobby. Das trifft nicht zuletzt die Reisemobil- und Caravan-Branche.

Denn die kann von den Verkaufserfolgen der vergangenen Jahre momentan nur träumen. Auf dem Caravan Salon in Düsseldorf (29. August bis 6. September) dürften daher diesmal nicht so viele sehenswerte Neuerungen und frische Modelle wie in der Vergangenheit zu sehen sein. Neuer Schwung kommt aber möglicherweise in ein fast vergessenes Thema der Reisemobil-Welt: den eigenhändigen Aus- und Umbau solcher Gefährte.

Wie es auf dem Markt der Freizeitfahrzeuge für das mobile Reisen in diesem Jahr aussieht, zeigen die Zahlen mehr als deutlich. So meldete der Caravaning Industrie Verband (Civd) in Frankfurt/Main die Ergebnisse für die ersten Monate unter der Überschrift "Trübe Geschäfte im ersten Quartal". Demnach wurden in Europa von Januar bis März 35 533 Caravans und Reisemobile neu zugelassen - was einem Rückgang um 28,6 Prozent und damit fast einem Drittel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders stark ging es mit 32,3 Prozent bei den Wohnwagen beziehungsweise Caravans bergab, doch auch Reisemobile kamen auf ein Minus von 24,2 Prozent. Da konnte man die Zahlen aus dem Mai schon fast als Erfolg verbuchen: In Deutschland ging es mit den Reisemobilen "nur" noch um 7,4 Prozent nach unten.

Dass solche Zahlen auch den Kassen der Hersteller nicht gut bekommen, ist naheliegend. So kann Andrea Eppert von der Messe Düsseldorf zwar verkünden, dass wieder alle namhaften Hersteller ihre Modelle auf dem Caravan Salon präsentieren - allerdings nicht selten auf kleineren und somit günstigeren Ständen.

Komplette und aufwendige Fahrzeugneuentwicklungen werden dabei wohl eher die Ausnahme bleiben. "Es wird vor allem Verbesserungen im Detail geben", erklärt Civd-Sprecher Ralph Binder. Diese Veränderungen wiederum werden oft nicht auf den ersten Blick zu erkennen sein, sondern verbergen sich unter den Oberflächen. So geht es laut Binder unter anderem um einen Trend zu mehr Sparsamkeit der Fahrzeuge durch verstärkten Einsatz des Leichtbaus.

Fraglich ist allerdings, wie viele Camping-Fans derzeit überhaupt noch willens und fähig sind, sich ein neues Mobil für hohe fünf- oder gar sechsstellige Summen zu kaufen. Was wiederum dazu führen könnte, dass das Nischenthema des eigenhändigen Einbaus neuer Technik in betagte Reisefahrzeuge oder gar der komplette Ausbau eines Kastenwagens in Eigenregie wieder stärker Thema werden könnten.

Dass das Interesse daran steigt, zeigte sich schon 2008: Laut Andrea Eppert gaben damals bei einer Befragung rund 30 Prozent der Messebesucher an, sich für Aus- und Umbauten zu interessieren - zehn Prozent mehr als in den Jahren zuvor. Und dass in diesem Jahr in Düsseldorf gerade jene Halle ausgebucht ist, in der entsprechende Produkte vorgestellt werden, passt zum steigenden Interesse.

Wobei es bei den Vorhaben Unterschiede gibt: "Es geht zum Beispiel darum, dass man in ein vorhandenes Fahrzeug weitere Extras einbauen will", so Ralph Binder. Denn wenn das Geld nicht für einen Neuen reicht, warum dann nicht den Gebrauchten mit aktueller Technik von der Satelliten- bis zur Solar-Anlage aufrüsten? Der Caravan Salon nimmt sich ebenfalls des Themas an: Hier wird unter anderem im Rahmen des Projekts "aus alt mach neu" ein komplett modernisiertes Reisemobil aus dem Baujahr 1991 gezeigt. Experten sollen zudem Tipps geben, wie Besucher ihr eigenes Gebrauchtfahrzeug aufmöbeln können.

Dass aber auch der komplette Auf- und Ausbau von Reisefahrzeugen nach individuellen Wünschen immer ein Thema war - und auch bleiben wird - zeigt sich bei einem weiteren Termin im Herbst: Dann findet in Wietzendorf in der Lüneburger Heide das von der in Stuttgart erscheinenden Zeitschrift "Reisemobil International" mitorganisierte Selbst-Ausbauer-Treffen statt. Und während hier vor wenigen Jahren 800 Teilnehmer mit Fahrzeugen gezählt wurden, waren es zuletzt laut dem stellvertretenden Chefredakteur Claus-Georg Petri 1 200 - für mehr sei einfach kein Platz mehr auf dem Gelände.

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