Auto
Renault Kangoo: Charmeur mit Familiensinn

Hamburg (dpa-infocom) - Mit der ersten Generation des Kangoo hat Renault das Bild vom familienfreundlichen Kleintransporter geprägt. Doch so beliebt der Kasten bei Sparern mit Anhang auch gewesen ist, so blieb er doch zehn Jahre lang ein aufgehübschtes Nutzfahrzeug.

Hamburg (dpa-infocom) - Mit der ersten Generation des Kangoo hat Renault das Bild vom familienfreundlichen Kleintransporter geprägt. Doch so beliebt der Kasten bei Sparern mit Anhang auch gewesen ist, so blieb er doch zehn Jahre lang ein aufgehübschtes Nutzfahrzeug.

Neue Optik, mehr Platz - aber auch neuer Preis

Damit ist jetzt Schluss, versprechen die Franzosen: Denn Mitte Januar geht bei ihnen die Neuauflage des Charmeurs an den Start, die unter völlig anderen Gesichtspunkten entwickelt wurde. Zwar wird es auch hier wieder eine Variante für Kisten und Kästen geben, doch haben die Entwickler Kind und Kegel diesmal sehr viel wichtiger genommen und den Kangoo so zu einem waschechten PKW gemacht. Dafür stehen vor allem die bessere Materialanmutung, pfiffige Details, neue Optionen auf der Ausstattungsliste und das komfortablere Fahrwerk. Aber leider auch der neue Preis, der um gut 1 000 Euro steigen und wohl bei knapp 14 000 Euro beginnen wird.

Wachstum in allen Dimensionen

Dafür gibt es allerdings ein Auto, das in jeder Richtung deutlich gewachsen ist: Weil sich der Kangoo nun die Plattform mit dem Scénic teilt, streckt sich der Radstand auf 2,70 Meter. Die Länge wächst um etwa 18 Zentimeter auf 4,21 Meter, und in der Breite legt der Kangoo um fast 20 Zentimeter zu. In der Stadt ist der optisch nur dezent weiterentwickelte Franzose damit zwar nicht mehr ganz so handlich. Doch im Gegenzug gibt es innen nun auf allen Plätzen mehr Platz. An Kopffreiheit hat es nie gemangelt. Aber nun haben auch Schultern und Knie mehr Luft. Vor allem auf der Rückbank kann man deshalb jetzt zu dritt sitzen, ohne gleich kuscheln zu müssen.

Schaltknüppel wie ein Joystick, Bremse wie im Flieger

Ebenfalls einen deutlichen Fortschritt machen die Franzosen bei der Möblierung: Die Sitze sind sehr viel bequemer, die Materialien wirken zumindest in den besseren Ausstattungsvarianten recht vornehm, und Armaturenbrett und Mittelkonsole könnten auch jeden Kompaktvan zieren. Sie bieten nicht nur viele Ablageflächen, sondern sind mit dem nach oben gerückten Schaltknauf und der wie im Flugzeugcockpit geformten Handbremse sehr ergonomisch. Dazu gibt es auch an ungewöhnlichen Stellen jede Menge Staufächer mit zusammen bis zu 77 Liter Fassungsvermögen. Auch die Ausstattung wird besser: Serienmäßig sind zwar nur vier Airbags, ABS und ein Partikelfilter nur für den stärksten Diesel vorgesehen. Aber immerhin ist ESP für die starken Motoren jetzt gegen Aufpreis erhältlich. Und auch auf Klimaautomatik, Tempomat, CD-Radio oder Navigation muss niemand verzichten.

Der Fortschritt macht Halt vor dem Heck

Nur im Heck hält sich der Fortschritt in Grenzen. Trotz des üppigen Wachstums ist der Kofferraum kaum größer geworden und misst bis zur Unterkante der Fenster 660 Liter. Legt man das sogenannte Quadermaß des Branchenverbandes VDA zugrunde, fasst der Wagen sogar deutlich weniger als früher. Aber wenn man die Rückbank dank eines neuen Mechanismus“ mit einem Handgriff flach im Boden versenkt, wird der Kangoo doch wieder zum alten Raumwunder: Bis unters Dach gestapelt, passen dann durch die große Heckklappe und die zwei Schiebetüren maximal 2 688 Liter.

Beim Topmodell wächst die Ladelänge

Beim Topmodell kann man nach dem gleichen Prinzip auch den Beifahrersitz umlegen. Passionierten Hochstaplern stehen dann sogar 2,50 Meter Ladelänge zur Verfügung. Dazu gibt es eine praktische Laderaumabdeckung mit 50 Kilogramm Tragkraft, die wie ein Regalboden auf unterschiedlichen Höhen montiert oder aufrecht stehend hinter der Rückbank verstaut werden kann. Und als Option oder in den gehobenen Ausstattungsniveaus bekommt der Kangoo zudem eine pfiffige Dachreling, die in wenigen Minuten ohne Werkzeug zum Gepäckträger wird.

Der Motor klingt wie die Stimme von Joe Cocker

Für den Antrieb bietet Renault zunächst die Wahl zwischen einem Benziner mit 1,6 Litern Hubraum und 78 kW/106 PS und drei Dieseln, die aus jeweils 1,5 Litern 50 kW/68 PS bis 76 kW/103 PS schöpfen. Ihr Verbrauch liegt zwischen 5,2 und 5,7 Litern und der CO2-Ausstoß bei 138 bis 151 Gramm pro Kilometer. Gerade der stärkste Diesel passt gut zum neuen Anspruch des Familienfreunds. Zwar klingt er rau wie Joe Cocker nach einem Drei-Stunden-Konzert, doch hat er mit 240 Newtonmetern genügend Anzugskraft, um den großen Kasten in Fahrt zu bringen. Zusammen mit dem neuen Fahrwerk taugt der Kangoo so nicht nur für den Weg zum Kindergarten, sondern auch für die Urlaubsreise.

Der Wechsel kommt zur rechten Zeit

Nach zehn Jahren kommt der Modellwechsel bei den Franzosen gerade zur rechten Zeit. Schließlich macht die Konkurrenz mit dem Peugeot Bipper, dem Citroën Nemo und dem Fiat Fiorino ebenfalls drei neue Kleintransporter mit einem Herz für Kinder startklar. Und wer sich am neuen Zuschnitt oder am höheren Preis stört, für den gibt es einen schönen Trost: Der Vorgänger wird kurzerhand weitergebaut.

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