Auto
Seat Ibiza: Die spanische Versuchung

Hamburg (dpa-infocom) - Endlich spielt Seat wieder mit dem Feuer der Versuchung. Zwar wirbt die spanische VW-Tochter schon seit Jahren mit dem Slogan „auto emoción“. Doch brannte die Leidenschaft bei Modellen wie dem Toledo, Alhambra oder Altea bislang auf Sparflamme.

Hamburg (dpa-infocom) - Endlich spielt Seat wieder mit dem Feuer der Versuchung. Zwar wirbt die spanische VW-Tochter schon seit Jahren mit dem Slogan "auto emoción". Doch brannte die Leidenschaft bei Modellen wie dem Toledo, Alhambra oder Altea bislang auf Sparflamme.

Kleinwagen voller Lust und Leidenschaft

Doch mit der vierten Generation des Ibiza passen Wunsch und Wirklichkeit zusammen. Wie kein anderer Kleinwagen aus dem VW-Konzern und wie nur wenige Konkurrenten ist der kraftvoll und sportlich gezeichnete Spanier voller Lust und Leidenschaft. Außerdem macht er technisch einen großen Schritt nach vorn, und ist obendrein noch billiger als sein Vorgänger. Wer die verbesserte Ausstattung und den Frühbucherrabatt mit einrechnet, spart bei einem Grundpreis von 11 490 Euro für den Drei- und 12 190 Euro für den Fünftürer rund 2 000 Euro.

Unter dem Blech ist der Ibiza ein neuer Polo

Als erstes Auto aus dem VW-Konzern steht der Spanier auf der neuen Kleinwagenplattform, die auch den nächsten Polo tragen wird. Damit geht der Ibiza um drei Zentimeter in die Breite, und der Radstand wird um zehn Zentimeter gestreckt. Weil im gleichen Maß auch die Länge wächst, schließt der Fünftürer mit jetzt 4,05 Metern wieder zur Konkurrenz aus Frankreich und Italien auf.

Der Kofferraum ist groß, aber ein wenig unpraktisch

Das Wachstum kommt allerdings weniger den Knien als den Koffern zugute. Vorn reist man zwar sehr ordentlich und genießt mit tiefer montierten Sitzen bei einer unveränderten Höhe auch mehr Kopffreiheit. Doch im Fond bleibt auch der größte Ibiza aller Zeiten ein Kleinwagen. Dafür jedoch ist er mit einem Kofferraumvolumen von 292 Litern den meisten Wettbewerbern zum Teil deutlich voraus. Wer mehr Platz braucht, kann die geteilte Rückbank umklappen, muss dafür aber leider ein paar mehr Handgriffe einplanen und zudem mit einer stattlichen Stufe im Ladeboden leben. Das können Konkurrenten besser.

Qualitätseindruck wie in einem abgespeckten Audi

Neue Maßstäbe setzt der Ibiza dagegen beim Qualitätsempfinden. Wo immer man den Wagen auch berührt, hat man ein gutes Gefühl: Die Materialien sind hochwertig, die Oberflächen machen auf vornehm, Schalter und Hebel liegen gut in der Hand und die Verarbeitung wirkt tadellos. Ein bisschen mehr Lack und Leder, und der Seat ginge glatt auch als Audi durch.

Auf der Straße solide und stabil

Mit der neuen Plattform wird auch das Fahrverhalten besser: Die Karosserie wirkt deutlich steifer, die Lenkung vermittelt dem Fahrer ein gutes Gefühl für die Straße, und das Auto macht in jeder Lebenslage einen rundherum soliden Eindruck. Außerdem halten auf der neuen Bodengruppe auch neue Technologien wie die in einem Kleinwagen erste Doppelkupplung mit sieben Gängen oder ein jetzt durchweg serienmäßiges ESP Einzug. Dieses bietet zudem ein paar zusätzliche Funktionen.

Bei den Motoren macht der Fortschritt Pause

Nur bei den Motoren macht der Fortschritt erst einmal Pause. Zwar ist der Ibiza zum Teil deutlich sparsamer geworden, weil er trotz des größeren Formats im Schnitt 50 Kilogramm weniger wiegt. Doch unter der Haube stecken durchweg alte Bekannte. Bei den drei Benzinern vom 1,2-Liter mit 51 kW/70 PS bis zum 1,6-Liter mit 76 kW/105 PS mag das noch angehen. Aber die drei Diesel mit 1,4 bis 1,9 Litern Hubraum und 59 kW/80 PS bis 76 kW/105 PS sind mit ihrer Pumpe-Düse-Einspritzung einfach überholt.

Klangkulisse passt nicht zum Premiumanspruch

Natürlich gibt es an 240 Newtonmetern Drehmoment und einem Sprintwert von 10,6 Sekunden für den stärksten Selbstzünder nichts auszusetzen. Eine Höchstgeschwindigkeit von 186 Kilometern pro Stunde (km/h) ist für einen Kleinwagen allemal genug, und der Verbrauch von 4,5 Litern (CO2-Ausstoß 119 Gramm pro Kilometer, g/km) lässt den Besitzer den Anstieg der Spritpreise in Ruhe verfolgen. Aber die Klangkulisse will einfach nicht zum preiswerten Premiumanspruch passen: Wo andere Diesel nur noch flüstern, hört man ihn trotz besserer Dämmung vernehmlich hämmern und nageln. Aber Abhilfe ist ja in Sicht: Wenn erst einmal die Sparversion "Ecomotive" mit einem CO2-Ausstoß von weniger als 100 g/km und die Sportler FR und Cupra am Start sind, wird es irgendwann auch neue Diesel geben.

Fazit: Tolles Design, attraktive Preise, gutes Auto

Spätestens dann wird der Ibiza vollends zu einem echten Herausforderer im großen Feld der kleinen Autos, der mit rassigem Design, moderner Technik, gehobener Qualität und gesenktem Preis vor allem die Franzosen und Italiener ins Schwitzen bringt und auch die deutsche Konkurrenz herausfordern kann. Davon ist auch Volkswagen-Konzernchef Martin Winterkorn überzeugt, der den Ibiza als ersten großen Schritt in eine erfolgreiche Seat-Zukunft sieht: "Mit den neuen Modellen wird uns der Durchbruch gelingen."

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