Auto-Technik
Allrad hat noch viel Sparpotenzial

Früher war der Allradantrieb nur etwas für Geländewagen und Rallye-Autos. Doch mittlerweile ist er längst bei ganz normalen PKW in Mode: Der Marktanteil liegt bei rund zehn Prozent, Tendenz steigend. Und die Technik eröffnet auch im Hybrid- und Elektro-Zeitalter neues Sparpotenzial.

dpa/tmn INGOLSTADT/MÜNCHEN. Der Allradantrieb gab einmal klar zu erkennen: Dieses Auto ist für den Einsatz im Gelände bestimmt. Toyota Land Cruiser, Land Rover Defender oder Jeep Wrangler sollten damit durch dick und dünn kommen. Dem gewöhnlichen PKW musste eine Antriebsachse reichen. Das hat sich mittlerweile gründlich geändert.

Denn im Windschatten von Rallye-Legenden wie Walter Röhrl oder Michelle Mouton ist nicht nur die Zahl der Geländewagen deutlich gewachsen, sondern auch die Auswahl konventioneller Modelle mit Allradantrieb. Limousinen, Kleinwagen, selbst Vans, Kombis und leichte Nutzfahrzeuge setzen auf den Traktionsvorteil. Das Spektrum reicht vom Fiat Panda 4x4 bis zur S-Klasse 4matic. BMW beispielsweise bietet mittlerweile 45 Modellvarianten mit Allradantrieb an, darunter den Siebener. Mercedes hat nach eigenen Angaben auch den CLS erstmals als Allradler im Programm. Und Audi plant nach Angaben von Pressesprecher Josef Schloßmacher den A1 als Quattro.

Den Erfolg der Technologie dokumentieren die Zulassungszahlen: "1980 lag der Anteil der Allradzulassungen nur bei 0,6 Prozent", sagt Fabian Brandt, Automobilexperte der Managementberatung Oliver Wyman in München. Schon 1990 seien es bereits 3,8 Prozent gewesen. "Und heute sind wir bei mehr als zehn Prozent." Gleich mehrere Gründe führt Brand für diese Entwicklung an: "Die Autos fahren sicherer." Zudem verbessere der Allradantrieb vor allem bei hochmotorisierten Fahrzeugen die Kraftübertragung auf die Straße: "Dann verraucht das Drehmoment nicht auf dem Asphalt, sondern wird in Vortrieb umgesetzt."

Hochkomplexe Technik kostet

Der Allradantrieb ist längst auch zum Marketing-Instrument geworden: "Vor allem den Premiumherstellern ist es gelungen, den Allradantrieb wie Audi mit Quattro oder Mercedes mit 4matic zur Marke in der Marke zu machen und als exklusive Optionen zu positionieren. Das sichert hohe Einbauraten", so Brandt.

Und damit gutes Geld: Schließlich gibt es die Technik nicht zum Nulltarif. Mercedes etwa verlangt in der C-Klasse rund 2 400 Euro Aufpreis, beim Audi A4 liegt der Quattro-Aufschlag bei 2 200 Euro, der VW Golf ist als 4motion etwa 1 800 Euro teurer. Bei Opel beläuft sich der Zuschlag für den Insignia auf gut 3 000 Euro, und bei BMW kostet der xdrive im Fünfer GT rund 2 600 Euro mehr.

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