Auto-Technik
Zylinderabschaltung: Spaß mit acht, sparen mit vier

Immer mehr Autohersteller setzen auf „Downsizing“ und verwenden kleinere, aber dafür aufgeladene Motoren. Damit sparen sie Gewicht und Kraftstoff. Doch dieser Kunstgriff funktioniert nur bis in die Mittelklasse, denn in der Oberklasse mag niemand sichtbar auf Leistung und Prestige verzichten. Hier greifen Experten zu anderen Spar-Tricks.

dpa/tmn AFFALTERBACH/AACHEN. Immer mehr Autohersteller setzen auf "Downsizing" und verwenden kleinere, aber dafür aufgeladene Motoren. Damit sparen sie nicht nur Zylinder und Gewicht, sondern vor allem auch Kraftstoff.

Doch dieser Kunstgriff funktioniert nur bis in die Mittelklasse. "Vor allem bei Luxuslimousinen und Sportwagen sind Hubraum und Zylinderzahl für unsere Kunden nicht nur eine Frage der Leistung, sondern auch des Prestiges", sagt Audi-Entwicklungsvorstand Michael Dick. "Dort werden wir neben unseren effizienten Sechszylindern weiterhin Acht- und Zwölfzylinder anbieten." Weil jedoch auch im automobilen Oberhaus und auf der Überholspur gespart werden soll, entdecken die Ingenieure nun eine Technologie wieder, die vom Markt fast schon verschwunden war: die Zylinderabschaltung.

Mit dieser Technik werde der Verbrennungsmotor bei niedrigen bis mittleren Fahrzeuggeschwindigkeiten nur mit der Hälfte der vorhandenen Zylinder betrieben, erläutert Prof. Stefan Pischinger vom Lehrstuhl für Verbrennungskraftmaschinen an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (Rwth) Aachen. "Diesen Zylindern wird dann eine entsprechend höhere Last abverlangt, wodurch sich ein günstigerer Wirkungsgrad einstellt." In der Praxis würden Verbrauchsreduzierungen zwischen vier und acht Prozent erreicht.

Nachdem zuletzt Mercedes diese Technik in S-Klasse und CL eingesetzt hatte, gibt es die Zylinderabschaltung derzeit nur noch in den Hemi-V8-Motoren von Chrysler, Jeep und Dodge. Der 5,7 Liter große Achtzylinder läuft damit zeitweise lediglich auf vier Töpfen und spart nach Angaben von Chrysler-Sprecher Markus Hauf in Berlin "abhängig von Fahrweise und Fahrzeugeinsatz bis zu 20 Prozent".

Künftig wird es die Teilzeitabrüstung jedoch wieder häufiger geben. Den Anfang macht ausgerechnet die sportliche Mercedes-Schwester AMG, die den Verbrauch ihrer Modelle bis zum Jahr 2012 um 30 Prozent senken will. "Dafür bringen wir nicht nur einen neuen Benzindirekteinspritzer, sondern feiern auch das Comeback der Zylinderabschaltung", kündigt AMG-Chef Volker Mornhinweg in Affalterbach (Baden-Württemberg) an. "Spaß mit acht, sparen mit vier", gibt er als Motto für den neuen Achtzylinder aus, der 2011 seinen Einstand geben soll.

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