Autodetails aus Detroit
Bewegliche Mittelkonsole und Waben-Rundumblick

Faszinierende Formen und starke Motoren - auf einer Automesse muss der erste Eindruck überzeugen. Wer sich die Neuheiten in Detroit anschaut, entdeckt aber auch überraschende Details. Nicht nur in abgedrehten Studien.
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DetroitAuf Automessen halten viele Fahrzeuge und erst recht die Designstudien auf den zweiten Blick noch die ein oder andere Überraschung bereit. Obwohl die Wagen oft nur für einen kurzen Moment im Rampenlicht gebaut wurden, zeigen sie manches ausgefeilte Detail. Auch für die Motorshow in Detroit (Publikumstage: 18. bis 26. Januar) haben sich die Entwickler einige Feinheiten ausgedacht.

Der Audi Allroad Shooting Brake zum Beispiel überrascht nicht nur mit einer besonders gelungenen Linienführung und einem betont reduzierten Cockpit. Zum ersten Mal haben die Bayern dort auch eine bewegliche Mittelkonsole eingebaut: «Wir haben das Element um Schaltknauf und Multimedia-Regelung mit dem Sitz gekoppelt», erklärt ein Entwickler. «Sobald der Fahrer seine Position verändert, verschiebt ein Elektromotor auch die Konsole, damit alle Bedienelemente immer perfekt zur Hand liegen.» Zwar glaubt der Ingenieur selbst nicht daran, dass die Technik so schnell in Serie geht. Aber wer weiß: «Es gibt ja mittlerweile auch Fahrzeuge mit elektrisch verstellbaren Pedalen.»

Frühestens auf den zweiten Blick erkennt man die innovativen A-Säulen an der Kia-Studie GT4 Stinger. Der Betrachter muss den Blick schon vom großen Ganzen wegzwingen, damit die eigenwillige Wabenstruktur der vorderen Karosseriesäulen auffällt. Das sieht ungewöhnlich aus und passt gut zum Gesamteindruck des Wagens. Die schlitzförmigen Aussparungen reduzieren aber vor allem das Gewicht und verbessern den Durchblick: Mit einem Blickwinkel von mehr als 270 Grad habe der Fahrer eine nahezu uneingeschränkte Sicht, so der Hersteller.

Schon etwas schneller springt einem da der pfiffige Gepäckträger ins Auge, den VW für den Beetle Dune entwickelt hat. Damit die mobile Freizeitgesellschaft mit dem Wagen mühelos zum Snowboarden in die Berge fahren kann, haben die Designer einen speziellen Spoiler entwickelt, der auch als Skiträger dient. Damit lassen sich dem Beetle die Sportgeräte problemlos auf den Buckel schnallen. Neu ist die Idee freilich nicht, räumen die Niedersachsen selbst ein: Ganz ähnlich habe man die Skier schon früher am Käfer und am Porsche 911 befestigt.

VW ist in Detroit nicht der einzige Hersteller, der sich Gedanken über die Ladelogistik macht: Auch im Volvo XC Coupé ist eine komplette Skiausrüstung verstaut, ohne dass es nennenswerte Platzeinbußen gibt. Und auf dem Dach trägt das Geländecoupé eine pfiffige Gepäckbox mit variablem Volumen: Wird der Stauraum nicht benötigt, macht sie sich ganz flach, hat weniger Einfluss auf den Luftwiderstand und erhöht damit weniger stark den Verbrauch.

Schaut man sich Autos wie den neuen Ford F-150 an, zeigt sich, dass ausgefallene technische Konzepte auch in Serienmodellen möglich sind. Der Pick-up bekommt als erster seiner Art geschickt versteckte und automatisch ausfahrende Trittstufen als Einstiegshilfen, eine Heckklappe, die langsam und gedämpft auf Knopfdruck aufschwingt, und eine Laderampe für schweres Gerät, die man mit wenigen Handgriffen aus dem Wagenboden ziehen kann.

Natürlich geht es den Ingenieuren in erster Linie um Stärke, Stabilität und Effizienz, sagt ein Ford-Entwickler: «Aber es sind auch Details wie diese, die das neue Modell zum besten F-150 aller Zeiten machen.» In Deutschland wird der Pick-up allerdings nicht angeboten.

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