Autohersteller und ihre Zulieferer wetteifern um neue Batterie-Technik
S-Klasse lässt sich mit Lithium-Akkus anschieben

Kräftige Lithium-Ionen-Akkus halten Einzug im Automobilbau. Daimler will ab 2009 erstmals serienmäßig einen S-Klasse-Mercedes mit Hybrid-Motor auf den Markt bringen, bei dem eine Lithium-Ionen-Batterie mitbeschleunigt.

mx DÜSSELDORF. Die Batterietechnik, bisher eher bekannt aus Handys, Laptops und Kameras, sei für die erhöhten Anforderungen eines Automobils nutzbar gemacht worden, heißt es bei Daimler. Konzern-Chef Dieter Zetsche stellte das neue Batterie-Modul vergangene Woche erstmals auf dem Genfer Autosalon vor.

Rein elektrisches Fahren werde der von Continental und Johnson Controls gelieferte Akku zunächst allerdings nicht ermöglichen. Conti-Vorstand Karl-Thomas Neumann sprach dennoch von einem Durchbruch: „In den nächsten Jahren werden wir mit weiteren Lithium-Ionen-Energiespeichern für Mild-, Full-Hybrid und Elektrofahrzeugen in Serie gehen“, sagte er. Bosch kündigte an, das neue Feld den Konkurrenten nicht kampflos überlassen zu wollen: „Wir sind in Verhandlungen, um als Komplettanbieter auftreten zu können“, sagte der Chef der Bosch-KFZ-Technik, Bernd Bohr.

Die Akku-Technik im Auto werde künftig immer wichtiger, ist Bohr sicher. Hybrid-Antriebe brauchen leistungsfähige Akkus, um Elektromotoren anzutreiben und Bremsenergie speichern zu können. Bei Bosch sind Lithium-Ionen-Akkus bereits bei Elektrowerkzeugen und neuerdings sogar in Rasenmähern im Einsatz. Diese Erfahrungen will der Konzern nun auf Autos übertragen.

Daimler hat sich auf die Nutzung der Akkus in Fahrzeugen 25 Patente gesichert. Der Energiespeicher soll in der Oberklasselimousine S 400 Blue-Hybrid zum Einsatz kommen und dort den in der Beschleunigungsphase mitgenutzten Elektromotor antreiben. Bei höheren Geschwindigkeiten läuft nur der Verbrennungsmotor, der an der Ampel automatisch abschaltet. Durch diesen sogenannten Mild-Hybrid wird nach Mercedes-Angaben eine Reduzierung des Verbrauchs auf 7,9 Liter Treibstoff pro 100 Kilometer möglich – gut zwei Liter weniger als in einem ähnlichen Auto nur mit Verbrennungsmotor.

Die Vorteile der Lithium-Ionen-Batterien lägen in der kompakteren Bauweise in Kombination mit einer höheren Leistungsfähigkeit im Vergleich zu herkömmlichen Nickel-Metallhydrid-Batterien, teilte Daimler mit. Es sei gelungen, die Betriebstemperatur der Batterie zwischen 15 und 35 Grad Celsius zu halten, um eine maximale Leistung zu gewährleisten. Die Nutzung von Lithium-Ionen-Batterien in der Automobiltechnik gilt als schwierig, da die kompakten Akkus bisher zu heiß wurden und sich zum Teil entzündeten.

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