Automatische Helfer sind ein Sicherheitsplus
So bremst der Assistent

Bei Bremsmanövern zählt in einer Gefahrensituation jeder Zentimeter. Was aber nützt die beste Bremse der Welt, wenn der Fahrer ihr Potenzial nicht richtig ausschöpft? Lenkrad-Profis wissen, dass sie bei Notbremsungen kraftvoll in die Eisen steigen müssen. Wer zögerlich oder ohne die nötige Wucht bremst, verschenkt den Weg, der entscheidet, ob es zum Crash kommt oder nicht.

Unterstützung naht jetzt von elektronischer Seite: Nahezu jedes moderne Auto mit ABS hat auch einen Bremsassistenten an Bord. Und der funktioniert bei Notbremsungen so, als würde ein zusätzlicher zweiter Fuß mit auf das Pedal treten, damit das Fahrzeug so schnell wie möglich zum Stillstand kommt.Woran aber erkennt der Bremsassistent, ob es sich um einen Notfall handelt? Den erschließt der Assi aus der Schnelligkeit und Heftigkeit, mit der das Bremspedal getreten wird. Seine Leistung gibt er nur im Fall des Notfalls frei, sonst würde man selbst bei der sanftesten Bremsung in den Gurten hängen.

ADAC-Ingenieure wollten wissen, was ein leistungsfähiger vollhydraulischer Bremsassistent unterschiedlich geübten Fahrern in der Praxis bringt. Das System von Bosch lässt sich mit dem ESP von Hand ausschalten, nur das ABS bleibt aktiv. So kann der Bremsassistent isoliert getestet werden.

Der Ablauf: Zehn Testpersonen sollten auf ein Blitzsignal hin eine Notbremsung einleiten. Bei den jeweiligen Testläufen wussten sie nicht, ob der Bremsassistent aktiv war oder nicht. In den ersten Versuchen ging es ohne Bremsassistent auf die Piste. So konnten sich die Tester mit der guten Bremsleistung des Fahrzeugtyps vertraut machen, ohne sich gleich an das maximal mögliche Bremspotenzial zu gewöhnen. Um zu vermeiden, dass sich die Bremsleistung durch untypische Abnutzung der Bremsbeläge und Reifen verändert, wurde die bei etwas über 100 km/h eingeleitete Bremsung bei 60 km/h beendet. Es folgte die exakte Messung dieser Bremswege. Dann wurde daraus für jeden Fahrer ein Mittelwert für den Bremsweg von 100 km/h bis zum Stillstand berechnet.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Obwohl alle Kandidaten auch ohne Bremsassistent im Lauf der Verzögerung die höchste Bremskraft mit dem Pedal erzeugten, konnte in einem Fall bei einem Testlauf mit Bremsassistent ein um sechs Meter kürzerer mittlerer Bremsweg erzielt werden. In drei weiteren Fällen brauchte das Auto mit Assi im Mittel ganze drei Meter weniger, um zu stoppen.

Bei den restlichen Testpersonen war der Unterschied in der Handhabung mit oder ohne »Butler« weniger stark - sie hatten den richtigen Umgang mit der Bremse offenbar bereits verinnerlicht.Wie auch der beste Bremser: Er schaffte schaffte mit und ohne Assi exakt die gleichen Werte.

Fazit: Der Bremsassistent hat nur ein einziges Ziel: den Bremsweg in Notsituationen so kurz wie möglich zu halten. Deswegen bleibt er beim normalen Bremsen inaktiv. So ist ein ruhiger Fahrtverlauf mit Komfortbremsungen möglich. Erst im Notfall mischt der Bremsassistent mit und treibt die Bremsanlage in Millisekunden zur größtmöglichen Verzögerung. Damit wird von Anfang an weniger Bremsweg verschenkt, der sonst fehlen würde, um eine Kollision ganz zu verhindern oder wenigstens stark abzuschwächen. Bei zaghaften "Bremsern" erreicht diese Technik sehr viel, bei kraftvollen verhält sie sich eher neutral. Risiken und unerwünschte Nebenwirkungen gibt?s jedoch in keinem Fall.

Quelle: »  ADAC

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