Automesse in Frankfurt
Plug-in-Technik: Die Brücke zum Elektroauto

Alle Welt ruft nach dem Elektroauto. Und glaubt man den Botschaften auf der Automesse IAA in Frankfurt (17. bis 27. September), tanken die meisten Autos schon bald nur noch an der Steckdose. Doch der Eindruck ist falsch, sagt Christian Kleinhans von der Managementberatung Oliver Wyman in München.

dpa/tmn FRANKFURT/MÜNCHEN. Nicht nur die Hersteller müssten dafür noch reichlich Entwicklungsarbeit leisten. Auch die Kunden seien längst nicht bereit für den Systemwechsel. "Mehr noch als die höheren Preise scheuen sie die limitierte Reichweite der Stromer und die Angst, dass sie unterwegs stehenbleiben", zitiert Kleinhans aus seiner aktuellen Marktstudie.

In naher Zukunft werden sie sich allerdings nach und nach und ohne Reichweiten-Risiko an die Elektromobilität gewöhnen können. Denn nun lockt die nächste Hybridgeneration unter dem Stichwort "Plug-in-Hybrid" mit anderen Distanzen. Nach demselben Prinzip aufgebaut, aber mit stärkeren Motoren, größeren Batterien und einer Ladebuchse für Steckdosen bestückt, haben diese Fahrzeuge einen elektrischen Aktionsradius, der vielen einen ganzen Tag über reicht.

"Wer sich nur in der Stadt bewegt, kommt so komplett ohne Verbrenner aus", sagt Kleinhans. Das senkt die Kosten, reduziert den Schadstoffausstoß und sichert selbst dann die Mobilität, wenn Kommunen irgendwann Eintritt nehmen oder Fahrverbote für Benziner und Diesel verhängen. Trotzdem müsse niemand eine leere Batterie fürchten: "Denn sobald der Akku zur Neige geht, startet automatisch der Benziner oder Diesel, so dass man ohne Ladepause über Land und Langstrecke fahren kann."

Diese Hybridtechnik der zweiten Generation zählt auf der IAA bei vielen Herstellern zum guten Ton: So liegen in der BMW Studie "Vision Efficient Dynamics" Akkus mit einer Kapazität für 50 Kilometern. Der Mercedes "Vision S 500 Plug-in Hybrid" kommt auf eine Reichweite von 30 Kilometern, und Volvo verspricht für einen entsprechend umgerüsteten V70 einen so großen Aktionsradius, dass die meisten Menschen im Alltag nur noch stromern werden. Selbst Hyundai hat diese Technik adaptiert und in die Studie "Blue Will" eingebaut, die mit der Kraft ihres Elektromotors sogar rund 60 Kilometer weit kommt.

Durch den Bonus aus der Batterie sinkt rein rechnerisch bei all diesen Modellen der Verbrauch und mit ihm der CO2-Ausstoß auf rekordverdächtige Werte. So feiert Mercedes die S-Klasse als "erstes Dreiliterauto der Luxusklasse" und schwärmt von 3,2 Litern und 74 g/km. Und BMW sieht in der IAA-Studie den sparsamsten Supersportwagen aller Zeiten: Schneller als ein BMW M3 und sparsamer als ein Mini komme er auf 3,8 Liter und einen CO2-Ausstoß von 99 g/km.

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