Autonomes Fahren
Führerlos durch den Stadtverkehr

In Braunschweig hat der weltweit erste Versuch mit einem vollautomatisch gesteuerten Auto im normalen Straßenverkehr begonnen. Der zum Forschungsfahrzeug umgebaute VW Passat soll sich führerlos auf dem viel befahrenen Stadtring bewegen.
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HB BRAUNSCHWEIG. Gas geben, losfahren, bremsen – und das alles ohne eigentlichen Fahrer. Möglich wird dies durch das Projekt „Stadtpilot", an dem das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die TU Braunschweig und das Niedersächsische Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF) beteiligt sind. In Braunschweig hat das Forschungsfahrzeug „Leonie“ jetzt erstmals automatisch eine vorgegebene Strecke im Stadtverkehr zurückgelegt.

Bei einer Geschwindigkeit von bis zu 60 Kilometern pro Stunde kann Leonie auf der zweispurigen Fahrbahn des Braunschweiger Stadtrings die Spur halten, Kreuzungen berücksichtigen, Hindernissen ausweichen sowie Abstände und Geschwindigkeiten dem fließenden Verkehr anpassen. Fahren kann das Auto zwar allein, aus Sicherheitsgründen ist aber immer auch ein Fahrer dabei, der notfalls eingreift.

„Stadtpilot“ ist weltweit das erste Forschungsvorhaben, das automatisches Fahren im realen Stadtverkehr umsetzt. Es überträgt die Erfahrungen aus „Urban Challenge 2007“ in den realen Straßenverkehr Braunschweigs. Bei dem Wettbewerb hatte ein interdisziplinäres Team der TU Braunschweig mit dem Versuchsfahrzeug „Caroline“ gezeigt, dass autonomes Fahren in einer urbanen Umgebung realisierbar ist.

Was Leonie bisher nicht kann: Ampelsignale erkennen. Noch muss hier der Sicherheitsfahrer eingreifen – per Knopfdruck. Ist die Ampel rot, muss er einen roten Knopf betätigen, ist sie grün, einen grünen. Mehr Hilfestellung gibt der Fahrer aber auch hier nicht. Bremsen und Anfahren übernimmt das Auto wieder selbst.

Im Rahmen des Großprojekts AIM (Anwendungsplattform Intelligente Mobilität) rüstet das DLR Teile des Braunschweiger Ringgebiets mit Messgeräten und Kommunikationseinheiten aus. So können zukünftig die Ampeln mit dem Versuchsfahrzeug kommunizieren und ihm mitteilen, wann sie in eine andere Ampelphase umschalten. Mit diesem Wissen kann Autofahren energiesparender werden.

„Wenn wir mit AIM soweit sind, braucht das Versuchsfahrzeug auch den menschlichen, manuellen Ampelknopfdruck nicht mehr“, so Karsten Lemmer, Direktor des DLR-Instituts für Verkehrssystemtechnik. „AIM kann somit die weiteren Forschungen für das autonome Fahren erheblich erleichtern.“

Kommentare zu " Autonomes Fahren: Führerlos durch den Stadtverkehr"

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  • So ein ähnliches Gefährt hat es schon von Parma nach Shanghai geschafft. bis auf den Verkehr in Moskau fuhr es schon fast alleine. http://spectrum.ieee.org/automaton/robotics/robotics-software/autonomous-vehicle-driving-from-italy-to-china
    Aber ob solche Autos wirklich bald alltäglich werden, ist mehr als fraglich. Eher als Fahrunterstützung. Aber wer ist dann Schuld bei einem Unfall....?

  • Guten Tag,.... Nein nein, Sie irren sich...... 90 % der Autos auf unseren Strassen sind Fuehrerlos unterwegs. Schauen Sie nur zu....... Was da passiert haellt mann nicht fuer moeglich. besten Dank

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