Autopflege
Massagekurs für den Autonarren

Wellness fürs Auto: Peelen, Cremen und Kneten statt bloßem Duschgang in der Waschstraße. Bei Seminarleiter Christian Kell lernen Wagenbesitzer in Intensivkursen mit wohlriechenden Pflegeprodukten die richtige Außenhautpflege für ihr Schmuckstück.

Es gibt ein Tal der Ahnungslosen, und es liegt vor Autowaschanlagen. Wer dort samstags Schlange steht, hat keine Vorstellung davon, was er seinem treuen Gefährt zumutet. In Sachen makellose Frische wäre viel mehr drin. Und was an Tiefe und Schönheit selbst aus dem müdesten Lack herauszukitzeln wäre, würde jeden Nachbarn vor Neid erblassen lassen. Allein: Es erfordert mehr Einsatz als das Einwerfen eines Chips für A, B, C mit oder ohne Wachs.

Samstagmorgen, 9 Uhr. Es ist bitterkalt, klar und sonnig; Claudia Kleinert hat im Wetterstudio dieses ideale Wagenwaschklima vorausgesagt. Natürlich geht es nicht um eine 08/15-Handwäsche mit Eimer und Schwamm. Heute steht Wellness fürs Auto auf dem achtstündigen Programm, das im Düsseldorfer Meilenwerk stattfindet. In gläsernen Boxen stehen dort schmucke Mercedes, Ferraris, Porsches, Jaguars und Aston Martins aller Altersklassen. Alle tiefer glänzend als Neuwagen.

"Es gibt da ein paar gute Tricks", sagt Seminarleiter Christian Kell von der "Garage", lächelt, und fünf der sechs Seminarteilnehmer nicken wissend. Es handelt sich um freundliche Herren in gepflegtem Schuhwerk und mit karierten Sakkos, deren Herz (auch) für schöne Autos schlägt und die nicht zum ersten Mal ein Seminar mitmachen: Edi Stampfel vom Morgan-Club Deutschland zum Beispiel. Christoph Viell, ein wahrer Autoexperte, der für BMW tätig ist. Und Andre Schröer, der seinen Mercedes SLK mit Hilfe der "Garage" liebevoll auf Vordermann gebracht hat.

Die Batterie an Fläschchen, Cremes, Tinkturen und Ölen von Swizöl, die griffbereit neben dem Wiesmann Roadster steht, dürfte jeden Laien in massives Erstaunen versetzen. Es sind mehr wohlriechende Pflegeprodukte, als die meisten Männer im heimischen Badezimmer auf der Waschtischseite ihrer Frauen dulden: Wachs mit Vanille, Kokos, Mango, Kaffee. Tuben und Fläschchen mit Konzentraten etwa aus Pfefferminz- oder Zitronensäure, die - so viel sei bereits gesagt - am besten mit Mineralwasser angeschüttelt werden. Insgesamt handelt es sich nicht um künstliche Duftstoffe, sondern um Naturöle - Meilen entfernt vom süßlichen Odeur einer Dufttanne am Rückspiegel.

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