Autos für Liebhaber
Chamonix 550: Liebeserklärung an eine Legende

Kaum ein Auto von Porsche hat so einen Ruf wie der 550 Spyder. Der Wagen, in dem James Dean ums Leben kam, wurde insgesamt keine 100 Mal gebaut. Der brasilianische Autohersteller Chamonix hat sich darauf spezialisiert, den Spyder wieder lebendig zu machen – zu bezahlbaren Preisen.
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dpa HAMBURG. Die sehr wenigen verbliebenen Originale des alten Porsche Spyder werden mittlerweile für Millionen gehandelt. Und selbst wer sich das leisten kann, kommt kaum zum Zuge. „Denn zu kaufen gibt es diese Autos eigentlich nie“, sagt Michael Gehrke von Classic Cars und lenkt den Blick auf eine gleichermaßen bezahlbare wie verfügbare Alternative: den Chamonix 550. Dabei handelt es sich um einen Nachbau der Sportwagen-Legende.

Der brasilianische Autohersteller Chamonix baut den Wagen seit den 80er Jahren im Geist von gestern. Gehrke importiert ihn als Gebrauchtfahrzeug in Einzelteilen nach Deutschland, montiert ihn in Sichtweite des Hockenheimrings und macht ihn buchstäblich flott. Unter die auf einem Gitterrohrrahmen montierte Kunststoff-Karosserie baut er die Achsen, Getriebe und Motoren aus dem Teilelager von VW und Porsche: Vorne ein wenig 924, hinten Käfer und in Mittellage ein Vierzylinder-Boxer, wie es ihn zum Beispiel im Käfer oder im 914 gab.

Motoren-Bandbreite vom mild bis wild

Die Motoren kommen aus Deutschland, wurden komplett restauriert und glänzen in Gehrkes Werkstatt wie am ersten Tag. Genau wie im Original montiert Chamonix den Boxer zwischen Sitzen und Hinterachse und sorgt so für eine perfekte Balance. Nur die Leistungsspanne ist größer: Gab es den Porsche nur mit 81 kW/110 PS und später als RS mit 99 kW/135 PS, deckt Gehrke die gesamte Bandbreite von „mild bis wild“ ab.

Das Basismodell für 29 000 Euro hat 51 kW/70 PS. In der Performance-Variante für 39 000 Euro leistet der auf 1,9 Liter aufgebohrte Vierzylinder mit dem schönen Boxerbollern etwa 81 kW/110 PS. „In Brasilien gibt es sogar Rennversionen mit über 300 PS“, sagt Gehrke. Wer den Wagen für 18 000 Euro als Bausatz kauft, hat völlig freie Wahl: Um Achsen, Motor und Getriebe muss man sich selbst kümmern.

Zwar steht auf dem Typenschild als Baujahr 1986, doch technisch ist der Wagen in den 50er Jahren stehengeblieben: Blinker, Scheinwerfer und Hupe sind die einzigen elektrischen Verbraucher, für die es im schnörkellos schlichten Cockpit einen Schalter gibt. Heizung, Klimaanlage, Radio - alles schlecht fürs Gewicht und damit für die Dynamik. Schließlich wiegt der 3,71 Meter kurze Spyder mit 580 Kilo kaum die Hälfte eines VW Golf. Das Original war nur 30 Kilo leichter.

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