Autos mit Brennstoffzellen
Mit Volldampf zum Wasserstoffantrieb

Die Fahrzeugindustrie setzt große Hoffnung auf Brennstoffzellen-Autos: Fahrspaß ohne Schadstoffemission ist ein schlagkärftiges Verkaufsargument – der Zukunft. Bis zur Serienreife der Prototypen ist allerdings noch einige Forschung nötig.

DÜSSELDORF. Autofahren ohne schlechtes Gewissen – die Brennstoffzelle soll es möglich machen. Trotz einiger Rückschläge verstärken die Autohersteller ihre Anstrengungen, um die umweltfreundliche Antriebstechnik zur Serienreife zu bringen. „Neben batteriebetriebenen Elektromotoren ist die Wasserstoff-Brennstoffzelle derzeit das wichtigste Pferd im Rennen“, sagt Martin Wietschel, Forscher in der Energieabteilung des Karlsruher Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung.

Ziel der Autokonzerne ist nichts Geringeres als die Technologieführerschaft beim Fahrzeugantrieb der Zukunft. „Die deutschen Autohersteller haben die Marktchancen des Hybridantriebs unterschätzt“, sagt Wietschel. „Nun versuchen sie, diese Panne mit neuen Antriebskonzepten wettzumachen.“ Die Hoffnung: Mit Hilfe von Strom aus regenerativen Energiequellen wie Sonne, Wind oder Biomasse wird Wasser per Elektrolyse in seine Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff gespalten. Letzterer soll von Brennstoffzellenautos in elektrische Energie umgesetzt werden. Aus dem Auspuff quillt statt dreckiger Abgase reiner Wasserdampf, der Kreislauf ist geschlossen. Bis es soweit ist, müssen jedoch noch einige Probleme gelöst werden – der Weg ist schwerer als erhofft.

Bislang erwiesen sich die Prognosen der Autohersteller als voreilig. Bereits im Jahr 2000 hätten weltweit eine halbe Million Brennstoffzellen-Fahrzeuge unterwegs sein sollen. Tatsächlich waren es gerade einmal 52 – allesamt in Pilotprojekten. Der Brennstoffzellen-Pionier Daimler versprach etwa 1997 eine Serieneinführung für das Jahr 2004. Heute betreiben die Stuttgarter zwar weltweit eine etwa 100 Fahrzeuge starke Brennstoffzellen-Flotte. Einen Start in die Serie sehen sie jedoch nicht vor dem Jahr 2015.

Im Vorteil wähnt sich die japanische Konkurrenz, die schon beim Hybridantrieb die Nase vorn hatte. „Wir haben drei Jahre Vorsprung“, verkündet Sachito Fujimoto, Chefentwickler des Brennstoffzellen-Autos bei Honda. Mit dem Modell Fuel-Cell X (FCX) will der Autohersteller im kommenden Jahr in die Fertigung einer Kleinserie einsteigen. Auf dem heimischen Markt und in den USA sollen ab 2008 jährlich bis zu 100 Fahrzeuge des FCX getestet werden. Doch auch Honda rechnet erst mit einer Kommerzialisierung ab 2015; fünf Jahre später soll die Großserienfertigung folgen.

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