Autoscheinwerfer aufrüsten

Es werde mehr Licht

Funktionierende Scheinwerfer sollten bei jedem Auto selbstverständlich sein. Doch auch wenn sie funktionieren, können sie optimiert werden. Aber es ist nicht alles erlaubt, was technisch möglich ist.
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Austausch nicht ausgeschlossen: Wem die Lichtausbeute beim eigenen Auto zu mager ist, dem hilft manchmal auch ein einfacher Austausch der Serienleuchten. Quelle: dpa

Austausch nicht ausgeschlossen: Wem die Lichtausbeute beim eigenen Auto zu mager ist, dem hilft manchmal auch ein einfacher Austausch der Serienleuchten.

(Foto: dpa)

BerlinDie hellen Tage werden kürzer und der Griff zum Lichtschalter wird häufiger. Wenn im Herbst und Winter die Fahrt zur Arbeit im Dunkeln beginnt oder endet, wünschen sich manche Autofahrer mehr Licht. Denn dann fährt man angenehmer und sicherer.

«Von den renommierten Lampenherstellern gibt es sogenannte Upgrade-Lampen, die spürbar mehr Licht an die wichtigen Stellen der Straße bringen», sagt Ulrich Köster vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Diese Leuchten haben zwar keine höhere elektrische Leistung, sie seien aber «technisch optimiert».

Worauf Autofahrer im Herbst achten sollten
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Frühzeitig Licht einschalten

In der dunklen Jahreszeit ist eine einwandfreie Beleuchtung des Fahrzeugs noch wichtiger als sonst. Das Abblendlicht sollte man frühzeitig einschalten, reicht doch das Tagfahrlicht, das moderne Autos automatisch einschalten, bei schlechter Sicht nicht aus. Was Autofahrer häufig vergessen: Nebelleuchten dürfen nur dann eingeschaltet werden, wenn die Sichtweite weniger als 50 Meter beträgt.

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Abstand halten

Gerade weil sich der Bremsweg bei schlechtem Wetter deutlich verlängern kann, ist es wichtig, nicht so dicht aufzufahren. Zu dichtes Auffahren gehört zu den häufigsten Unfallursachen. Als Faustformel für den richtigen Abstand gilt bei ungehinderter Sicht der halbe Tachowert in Metern, bei schlechter Sicht, zum Beispiel durch Nebel, lässt man mehr Platz.

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Mit glatten Straßen rechnen

Während die meisten Autofahrer bei Schnee vorsichtig fahren, sind viele auf verschmutzen Straßen zu schnell unterwegs. Dabei können auch nasses Laub oder Erde auf der Straße zu einer echten Rutschpartie führen, der Bremsweg wird deutlich länger. Bei nasser Straße muss man zudem immer mit Aquaplaning rechnen und sollte seine Geschwindigkeit anpassen. Auch glatte Straßen durch überfriedende Nässe kann es im Herbst schon geben. Winterreifen sind deshalb immer die bessere Wahl für die Schlechtwetterperiode, auch wenn es noch nicht schneit.

Schlechte Sicht: Gerade im Herbst sollten die Scheibenwischer einwandfrei funktionieren. Foto: Peter Steffen
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Auf eine saubere Scheibe achten

Für eine bessere Sicht sollte man die Scheibenwischerblätter überprüfen und gegebenenfalls austauschen und das Wischwasser im Tank nachfüllen -  am besten schon mit Frostschutzmittel. Denn fallen Sonnenstrahlen schräg auf die verschmierte Windschutzscheibe oder hinterlassen die Wischerblätter bei Regen starke Schlieren, ist ein gefährlicher Blindflug programmiert.

Wenn sich zwischen Frontscheibe und Motorhaube viel Laub ansammelt, verstopfen dort mitunter die Regenabläufe. Foto: Andrea Warnecke
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Auto regelmäßig von Laub befreien

Im Herbst befreien Autofahrer ihren Wagen besser regelmäßig von Laub. "Entfernen Sie die Blätter auch aus den Spalten und Vertiefungen der Karosserie", rät Dietmar Clysters, Obermeister der Kfz-Innung Rhein-Neckar-Odenwald. Das gelte insbesondere für die Senke zwischen Frontscheibe und Motorhaube, wo bei den meisten Autos die Scheibenwischer montiert sind.

Dort befinden sich Abflüsse, die sich mit Laubresten zusetzen können. Die Folge: "Angestautes Wasser kann dann in die Fahrzeuglüftung schwappen und als feuchte Luft durchs Gebläse ins Auto gelangen", warnt der Experte. "Oder es sickert sogar aus den Lüftungskanälen in den Fußraum."

Richtige Reihenfolge: Bei der Starthilfe das rote Kabel mit dem Pluspol der leeren Batterie verbinden, dann mit dem der Spenderbatterie. Das schwarze Kabel an den Minuspol des vollen Akkus anklemmen und dann das andere Ende an ein Metallteil im Motorraum des Pannenautos. Foto: Franziska Gabbert
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Schmutz begünstigt Batterietod im Auto

Auf eine verdreckte Autobatterie ist kein Verlass: Schmutz und Feuchtigkeit zwischen den Batteriepolen begünstigen die Entladung. Für den Kaltstart im Winter hat der Akku dann womöglich nicht mehr genügend Saft. Der Batterieexperte Eberhard Meissner vom Automobilzulieferer Johnson Controls Power Solutions rät daher, das Kunststoffgehäuse und die Batteriepole mit einem Antistatik-Tuch zu reinigen und sauber zu halten. Damit ausreichend Strom fließen kann, müssen die Polklemmen fest sitzen.

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Mit Sturmböen rechnen

Der Herbst bringt nicht nur Regen und Nebel mit, sondern auch viel Wind und Stürme. Besonders auf Brücken oder Waldschneisen ist Vorsicht geboten, hier droht kräftiger Seitenwind. Fährt man nach dem Überholen eines Lkw aus dessen Windschatten, sollte man ebenfalls auf Seitenwind gefasst sein.

Nur wer beide Hände am Lenkrad hat, kann schnell reagieren und gegebenenfalls gegensteuern. Sind Stürme angekündigt, empfiehlt es sich für Laternenparker außerdem, ihr Auto nicht unter Bäumen abzustellen, damit es nicht von herabfallenden Ästen beschädigt wird.

Die elektrische Leistung einer Scheinwerferlampe sagt nicht alles über ihre Lichtleistung. «Dafür sind physikalische Größen wie der Lichtstrom in Lumen und die Leuchtdichte maßgeblich. Der Lichtstrom ist durch die gesetzlichen Vorschriften beschränkt», erklärt Köster. Nur über die Leuchtdichte lasse sich eine Verbesserung erreichen.

Es kommt dabei nicht mehr Licht auf die Straße, sondern es wird genauer an die wichtigen Stellen gebracht. «Vorsicht ist bei Halogenlampen angebracht, die mit Versprechen wie Xenon oder Laser werben. Die hohe Lichtleistung des Xenonlichts lässt sich mit Glühlampen nicht erreichen», sagt Köster.

Die Prüforganisation Dekra und die Zeitschrift «auto motor und sport» (Ausgabe 22/14) raten bei Lampen zu Markenprodukten. Bei einem aktuellen Test von H4- und H7-Lampen konnten nur die Produkte namhafter Hersteller wie Bosch, General Electric, Osram und Philips bei Reichweite, gleichmäßiger Ausleuchtung und Leuchtkraft überzeugen.

Aufrüstung unnötig: Beim Flaggschiff A8 bringt Audi sogenannte Matrix-LED-Leuchten zum Einsatz. Quelle: dpa

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Seit 1991 erhellen Xenon-Scheinwerfer die Straße. Sie bieten ein helleres Licht als Halogen-Scheinwerfer, verbrauchen weniger Energie und sind haltbarer. Allerdings sind sie auch teurer und benötigen für eine Zulassung eine Scheinwerferreinigungsanlage und eine automatische Niveauregulierung.

Seit 2008 tüfteln die Hersteller an LED-Scheinwerfern, die eine noch höhere Lichtausbeute bei weniger Stromverbrauch erzielen sollen. Auch an Laserlicht wird gearbeitet. Hier erzeugen Laserdioden einen blauen Laserstrahl, der durch eine Phosphor-Schicht in tageslichtweißes Licht umgewandelt wird.

Von Sonderlampen wie den sogenannten Rallye-Leuchten mit bis zu 100 Watt statt 55 Watt rät Wolfgang Sigloch von der Dekra ab: «Nachträgliche Veränderungen an bauartgenehmigten Lichtquellen oder nachträgliche Veränderungen an Scheinwerfern können zum Erlöschen der Betriebserlaubnis des Fahrzeugs führen», warnt er.

Markus Richter vom Scheinwerferhersteller Hella gibt zudem zu bedenken, dass durch die stärkeren 100-Watt-Lampen zwar mehr Licht erzeugt werde, das verlasse jedoch unkontrolliert als Blendung den Scheinwerfer und belaste diesen thermisch. Bei modernen Fahrzeugen würde ihr Einsatz auch zur Fehleranzeige im Cockpit führen.

Durch den Einbau von Austauschscheinwerfern aus dem Zubehörhandel, die für das jeweilige Fahrzeug zugelassen sind, lässt sich das Abblendlicht laut Richter regelkonform verbessern. Dazu zähle auch der Einbau von Xenon-Scheinwerfern.

Allerdings müsse dann eben auch eine Scheinwerferreinigungsanlage und eine automatische Leuchtweitenregelung nachgerüstet werden. Alternativ kann der Einbau von Nebelscheinwerfern helfen. Dann wird die Sicht zumindest in bestimmten Situationen verbessert.

Umbau nicht ratsam: Nicht alles, was im Handel erhältlich ist, ist auch erlaubt. Bausätze, die die elektrische Leistung erhöhen sind zum Beispiel nicht zulässig. Quelle: dpa

Umbau nicht ratsam: Nicht alles, was im Handel erhältlich ist, ist auch erlaubt. Bausätze, die die elektrische Leistung erhöhen sind zum Beispiel nicht zulässig.

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Wird das Licht bei einem älteren Auto schwächer, muss das nicht unbedingt an den Lampen liegen. Oft treten Übergangswiderstände in Schaltern, Relais, Kabeln oder Steckern auf. Diese führen zu einem Spannungsabfall, der Lichtleistung kostet. Auch Reflektoren können abgenutzt sein. Bei blinden Reflektoren hilft nur ein Tausch, oftmals muss dann der komplette Scheinwerfer gewechselt werden.

Wer die Lampen wechseln will, sollte ein paar Dinge beachten, rät ZDK-Sprecher Köster. «Wichtig ist das Abschalten der Zündung und aller Lichtfunktionen. Halogenlampen stehen unter hohem Druck, deshalb sollte man möglichst eine Schutzbrille tragen», sagt er.

Die Lampen lassen sich nur in einer bestimmten Position einsetzen. Beim falschen Einbau können Befestigungsklammern oder die Scheinwerferaufhängung durch zu viel Kraft beschädigt werden. Nach dem Lampenwechsel sollten die Scheinwerfer in der Werkstatt neu eingestellt werden, damit sie dahin scheinen, wo das Licht hin soll: auf die Straße.

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