Autoscheinwerfer passen ihre Lichtverteilung der Verkehrssituation an
Blendfrei durch die Nacht

Fast die Hälfte aller schweren Unfälle ereignet sich nachts, obwohl nur ein Fünftel des gesamten Verkehrs bei Dunkelheit unterwegs ist. Dafür verantwortlich sind meist schlechte Sichtverhältnisse, zumal nur selten aufgeblendet gefahren werden kann und herkömmliches Abblendlicht etwa 40 Meter weit leuchtet.

BERLIN. Zulieferer und Autohersteller arbeiten daher an einer neuen Generation Scheinwerfer, die in allen automobilen Lebenslagen für optimales Licht sorgt. Im Mittelpunkt stehen Systeme, die nicht nur auf die gefahrene Geschwindigkeit, Lenkbewegungen oder die Witterungsbedingungen reagieren, sondern den Fahrer zusätzlich durch eine gezielte Anleuchtung von potenziellen Gefahrenobjekten unterstützen. Erste Entwicklungen sind bereits in den Premiumfahrzeugen integriert und kommen nun auch in die Mittelklasse-Fahrzeuge.

BMW bietet beispielsweise ab September für den 5er neben Kurvenlicht, Fernlichtassistent und Abbiegelicht eine sogenannte variable Lichtverteilung an. Dabei wird der Lichtkegel bei höherem Tempo auf der Autobahn automatisch erweitert, bei Geschwindigkeiten unter 50 Stundenkilometer in der Stadt verbreitert, so dass Hindernisse besser erkannt werden können. Bei Geschwindigkeiten bis 70 Stundenkilometern schalten sich die Nebelscheinwerfer ein, um das Licht noch breiter zu streuen und den Nahbereich aufzuhellen.

Außerdem kann als Sonderausstattung das Lichtsystem Night Vision geordert werden. Dabei werden durch eine Infrarot-Wärmebildkamera Menschen und Tiere in bis zu 300 Meter Entfernung erkannt. Das Wärmebild erscheint auf dem Display des Navigationsgerätes. „So wird der Fahrer auf Gefahrensituationen aufmerksam, die er mit bloßem Auge nicht erkennen könnte“, erläutert BMW-Sprecher Daniel Schmidt.

Unter gleichem Namen, aber mit anderer Technik, hat auch Bosch einen Infrarot-Nachtsichtassistenten entwickelt, der bereits seit knapp zwei Jahren unter anderem in der S-Klasse von Mercedes eingesetzt wird. „Wir setzen dabei auf ein aktives System mit zwei Infrarot-Scheinwerfern, die die Straße gut 150 Meter weit ausleuchten. Die Straßenszene wird von einer Videokamera im Fahrzeuginneren aufgenommen und auf einem Display im Cockpit als Schwarzweißbild angezeigt“, erklärt Bosch-Technologiesprecher Thomas Knoll. Das alles geschieht, ohne dass der Gegenverkehr geblendet wird, denn Infrarotlicht ist für den Menschen unsichtbar. Auf diese Weise werden nicht nur wärmeabstrahlende Objekte erfasst, sondern alle Hindernisse und der weitere Straßenverlauf.

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