Wie ein Patient auf der Intensivstation liegt er da, der EM 100 D. Angeschlossen an ein Gestrüpp gelber, roter und blauer Kabel, umzingelt von Messtechnik und Computermonitoren, so brummt der 300 PS starke Dieselmotor EM 100 D auf einem Prüfstand des Start-Ups Ecomotors im nordamerikanischen Livonia vor sich hin. Alles hier, am Rande der US-Autohochburg Detroit, erinnert an einen gewöhnlichen Lkw-Motor, es riecht nach Treibstoff und Ruß.
Und dennoch könnte der EM 100 D ein weiteres Kapitel in der Geschichte des Automobils aufschlagen - ausgerechnet im Jubiläumsjahr, in dem die Weichen für die Zukunft der Branche neu gestellt werden: hier in Richtung einer völlig anderen Antriebstechnik, den Elektromotor, dort die Versuche, das Überleben des Verbrennungsmotors maximal zu verlängern.
Wie klatschende Hände
Genau darauf zielt Peter Hofbauer in Detroit mit seinem neuen Motor, der mit Diesel, Benzin und Gas betrieben werden kann. Der Österreicher war zehn Jahre lang Chef der VW-Motorenentwicklung. Eigentlich wollte sich der heute 69-Jährige 1997 im kalifornischen Santa Barbara zur Ruhe setzen. Doch die Idee eines neuartigen Motors, auf die er in seiner Zeit bei VW kam, ließ ihn nicht los. Er tüftelte, gründete mehrere Unternehmen, darunter Ecomotors im Jahr 2008, wo er heute Technikvorstand und Aufsichtsratschef ist.
Nun steht er vor dem Durchbruch mit seinem außergewöhnlich wirtschaftlichen und umweltfreundlichen Verbrennungsmotor. Namhafte Hersteller wollen ihn demnächst in ihre Fahrzeuge einbauen. Der Clou an Hofbauers Erfindung ist schnell erzählt. Der EM 100 D ist kein üblicher Vier-, sondern ein Zweitaktmotor. Hofbauer hat die Zylinder nicht nebeneinander angeordnet. Bei ihm liegen sie einander gegenüber. Jeweils zwei Kolben bewegen sich darin wie klatschende Hände aufeinander zu und voneinander weg. Opoc hat Hofbauer das Prinzip deshalb genannt, für Opposed Piston, Opposed Cylinder - zu Deutsch: gegenüberliegende Kolben, gegenüberliegende Zylinder.
Die Vorteile der Konstruktion: Der Motor wird dadurch um die Hälfte leichter und kleiner sowie um 15 bis 54 Prozent sparsamer als ein traditioneller Viertakter. Die Schadstoffmengen im Abgas und der Ölverbrauch, bislang Schwachpunkte des Zweitakters, sind nicht höher als beim Viertakter. Hinzu kommt: Das neuartige Aggregat ist rund ein Fünftel günstiger als herkömmliche Motoren.
Damit spielt Hofbauer Elektroauto-Skeptikern in die Hände. Denn mit diesen Eigenschaften ist der Opoc ein sparsamer Verbrennungsmotor für Autos und Nutzfahrzeuge, der das Klima ähnlich schont wie ein Hybrid- oder Elektroauto, den Herstellern aber keine horrenden Zusatzkosten aufbürdet. "Warum soll ein Autokonzern Milliarden für Elektroautos ausgeben", wirbt Hofbauer für seine Idee, "wenn er den gleichen Nutzen für die Umwelt mit dem Opoc-Motor haben kann?"
Der "sensationelle neue OPOC" Motor ist zum wiederholten Male der Versuch der "Wiederbelebung" des Junkers Gegenkolbenmotors, die ersten Patente wurden 1877 (Kindermann) erteilt, 1896 lief der erste Doppelkolbenmotor mit Gas, Junkers stellte mit dem Jumo 205 Gegenkolben Diesel ab 1932!! Weltrekorde auf, es gibt eine endlose Zahl Deutscher und ausländischer Anwendungen dieses Motorprinzips (Chieftain Panzer) etc etc - alter Wein in neuen Schläuchen.
Die Vorteile hinsichtlich brennraum / Wandwärmeverluste sind bekannt, die Nachteile in den Abgasemissionen (unvollständige Spülung), Massenkraefte und Ölauswurf auch.
Dieser sehr flache jedoch unendlich lange Motor lässt sich in kein gegenwärtiges Fahrzeug einbauen.
Die sensationellen Verbrauchsvorteile (gerechnet gegen was??) sprengen die Physik, wenn bench mark eines LKW 13 l Diesels ein spez. Verbrauch von etwa 182 g/kWh, der eines Großschiffsdiesels mit über 50% Wirkungsgrad etwa 165 g/kWh, wie will man dann mit dieselmotorischer Verbrennung 15 oder gar 50% Verbrauchsverbesserung erreichen? Oder wird hier verglichen zu GM V8 benzinern mit Stufenvergasern, mehr oder weniger "state of the art" für Detroiter Verhältnisse?
Desgleichen gibt es Patente und ausgeführte Lader (Garrett) mit elektrischer Unterstützung. Reiner E-Antrieb erscheint wenig sinnvoll da er 0% der rel. hohen Abgasenergie nutzen würde.
Der Artikel ist entweder schlecht recherchiert oder der Autor hat die USA typische "Vollmundigkeit" in PR Veröffentlichungen ein wenig zu ernst genommen.
>> Wunder sind selten, der reale Fortschritt kommt in eher kleinen Schritten.....
mfg
H. Osterwald
Keine deutschen Unternehmen sind interessiert!
Kennt man, - alles was neu ist taugt nicht, ist Risiko.
Unsere Führungsebene ist vergreist oder es ist junges Mittelmass ohne Mut am Werk, - zögern und zaudern angesagt.
Oder was der bauer nicht kennt das frißt er nicht.
TYPiSCH DEUTSCH
Übergangslösung? ist sicher sparsam, preiswert, leicht und gutes Drehmommen. Mercedes b-Classe müßte mit 2,5-3 Liter laufen (?)
Das Ato der Zukunft ist sowas baer nicht! Die ganzen Hybrid usw, sind teure Fehlentwicklungen.
ich schätze um 1015 ist das E-Auto mit brennstoffzelle am Markt und die infrastruktur ist schnell geschaffen denn Überlandleitungen mit 3600 KM quer Deutschland sind nicht durchsetzbar. Damit gibt es folgenden unterstützenden Weg
Strom aus Nordsee-Windkraft wird vor Ort, nähe Nordsee in Elektrolyse Großanlagen zu fast 90 % Wirkungsrad in Wasserstoff umgesetzt. Das Verteilernetz sind die Tankstellen, mindestens 1 je Ort.Die Autos werden mit Wasserstoff betankt und die brennstoffzelle wandelt um in Strom zu etwa 90% Wirkungsgrad, verbrennt zu Wasser, ist leise, Schont Umwelt und Geldbeutel.
Mit diesem System ist auch die Energiespeicherung der Windenergie relativ einfach und preiswert gelöst
ich hoffe die Mineralölindustrie noch dumme Automobilbauer, bundesregierung bringen diese Lösung zum Einsatz anstatt unsinnige Experimente u bezahlen die keiner will
Also der Spritpreis solte ruhig auf 5.€ steigen, dan wird dieses Konzept beschleunigt
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