Autotest
Das Zugpferd

Hans Joachim Reinke, Vertriebsvorstand der Fondsgesellschaft Union Investment, erkundet für das Weekend-Journal den Taunus im Audi Q7 mit neuem V8-Motor. Der 45-jährige könnte sich den Wagen als Zugmaschine für Pferdeanhänger vorstellen, hadert aber mit dem Verbrauch.

Als ich vor vier Jahren bei der Union Investment in den Vorstand aufgestiegen bin, musste ich aus dem Rheinland in die Nähe der Frankfurter Zentrale übersiedeln. Das war für meine Familie kein leichter Schritt. Auch wenn alle es schnell verstanden haben, musste ich doch etwas gegen die Enttäuschung tun. Und da habe ich als Tribut an meine Frau und die Kinder versprochen, ein Pferd anzuschaffen. Jetzt haben wir schon zwei, ein Holländisches Warmblut und einen Holsteiner, für Sprung und Dressur. Und ich bin nicht nur der wichtigste Sponsor und der größte Fan, sondern auch der Turnier-Ochse. Am Wochenende fahre ich mit meinen Frauen regelmäßig die Tiere per Hänger zu den Reitplätzen in der Umgebung. Und als Zugpferd kann man den Q7 sicherlich hervorragend gebrauchen.

Deshalb habe ich mich auch besonders über die Einladung zu dieser Testfahrt gefreut: Den Q7 bin ich bisher nämlich nur einmal mit dem älteren, viel kleineren Basisdiesel gefahren. Davon war ich ziemlich enttäuscht, der Wagen war wohl einfach zu schwer für die Maschine. Den größeren V8-Diesel, den sie jetzt hier eingebaut haben, kenne ich aus meinem Dienstwagen, einem Audi A8. Und ich muss sagen: Er macht auch im Q7 richtig was los. Das ist ein völlig neuer Fahreindruck. Flott, stark, souverän – damit wäre ich gern mal beim Turnier.“

Im automobilen Wettbewerb ums „Schneller, Höher, Weiter“ hätte Hans Joachim Reinke sich mit diesem Automobil jedenfalls schon mal einen Spitzenplatz gesichert. Den Q7 4.2 TDI, jüngster Spross der noch recht jungen Audi-Geländewagenfamilie, nennen die Ingolstädter selbstbewusst „den stärksten Diesel-SUV auf dem Weltmarkt“. Die hochmotorisierten Fabrikate aus US-Produktion machen um Dieselmotoren eh einen riesengroßen Bogen. Und weder Mercedes noch BMW, kein Brite, Franzose oder gar Asiat zeigt mehr Herz für Fans hochgebockter Selbstzünder.

Und da das bekanntlich für hohe Drehmomente schlägt, hat man sie im Q7 besonders reichlich zur Verfügung gestellt: Bis zu 760 Newtonmeter stellt der Koloss bereits bei 1 800 Umdrehungen bereit. In Fahrgefühl übersetzt heißt das: Knapp über dem Standgas lässt sich der Q7 derart brachial beschleunigen, dass man sich sofort über Allrad-Antrieb, schlupfgeregelte Automatik und die haltstarke Bestuhlung freut – sowie auf einsame Feldwege, um das Fahrvergnügen einmal abseits des Verkehrs zu überprüfen.

Wofür es in diesem Jahr übrigens bald einen noch kräftigeren Grund geben dürfte: wenn Audi seine Q7-Palette wie angekündigt mit einem 500 PS starken V12-Diesel abrundet. Der kommt dann mit 1 000 Newtonmeter Drehmoment daher. Zwar verfügt der neue über Bluetec-Technologie, eine neuartige Abgasreinigung sowie geregelte und gekühlte Abgasrückführung, doch bei Verbrauchswerten, die schon beim 4,2-Liter-Motor deutlich über elf Litern liegen, fragt sich Reinke allerdings, auf wessen Kosten die Motorhochrüstung geschieht ...

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