Autounfall
Wer Reifen verliert, haftet

Ärgerlich, wenn ein Autounfall wegen einer verlorenen Ladung passiert. Noch ärgerlicher, sollte man auch noch mit Schuld sein - man habe ja langsamer fahren können. Doch nun haben Richter im Falle verlorener Reifen den Verursacher voll zur Rechenschaft gezogen.

Eine Frau fuhr bei Dunkelheit auf der Autobahn und erkannte zwei Reifen auf der Fahrbahn nicht rechtzeitig. Es kam zum Unfall. Die Hälfte des Schadens sollte die Bruchpilotin selbst bezahlen: Angesichts der Dunkelheit sei ihre Geschwindigkeit von 130 Stundenkilometern zu hoch gewesen, argumentierte der Besitzer des Omnibusses, der die Ersatzreifen verloren hatte. Schließlich müssten Autofahrer unerwarteten Hindernissen jederzeit ausweichen können.

Das Landgericht München II gab jedoch der Frau recht (2 S 4550/06). Grundsätzlich gelte zwar das vom Busunternehmer reklamierte "Sichtfahrgebot", so die Richter. Auf der Straße liegende Reifen seien im Dunklen aber "außergewöhnlich spät erkennbar". Deshalb treffe die Autofahrerin keine Mitschuld, zumal sie nicht schneller als mit der "Richtgeschwindigkeit" von 130 Stundenkilometern unterwegs gewesen war.

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