Autowerkstätten
Deutliche Preisunterschiede zwischen Markenwerkstatt und freiem Betrieb

Eine notwendige Fahrzeugreparatur ist eine ärgerliche Sache. Es gilt, mit der Werkstatt einen Termin zu vereinbaren, das Fahrzeug abzuliefern und irgendwie wieder nach Hause zu kommen. Die wirklich böse Überraschung kommt aber meist erst, wenn das Auto wieder abgeholt wird.

dpa/tmn BONN/MÜNCHEN. Oft summiert sich die Rechnung auf mehrere Hundert Euro - selbst wenn nur Routinearbeiten zu erledigen waren. Doch Autofahrer können bei Reparatur und Wartung ihres Wagens eine Menge Geld sparen: Wenn sie die richtige Werkstatt auswählen.

Es gibt bei markengebundenen und freien Betrieben zum Teil deutliche Preisunterschiede. Allein die Bandbreite der Stundensätze, nach denen sich der Arbeitslohn einer Werkstatt berechnet, beträgt in Deutschland bezogen auf alle Werkstätten 40 bis 120 Euro, sagt Helmut Blümer vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) in Bonn. Der Durchschnittssatz liege derzeit bei 67 Euro. Welchen Stundensatz eine Werkstatt nimmt, hängt laut Blümer von der Region, der Marke und der Ausstattung des Betriebs ab. Auch Faktoren wie die Konkurrenzsituation am Ort spielten eine Rolle.

Ein weiterer, für die Kosten relevanter Punkt betrifft die verwendeten Ersatzteile. So greifen freie Werkstätten nach Angaben des ADAC in München vorrangig auf preiswerte Ersatzteile aus dem freien Teilehandel zurück. Dagegen verwendeten markengebundene Betriebe vor allem teure Original-Ersatzteile der Autohersteller.

"Der Kunde muss gucken und vergleichen", sagt ZDK-Sprecher Blümer. Die Möglichkeiten dazu hat er: So müssten die Stundensätze aushängen. Aufschluss über die Teilekosten gibt ein Kostenvoranschlag. Viele Betriebe machten zudem mit günstigen Komplettangeboten Werbung.

Vor einigen Jahren konnten sich die Markenwerkstätten noch auf ihre Stammkundschaft an Fahrern junger Autos verlassen. Erst mit steigendem Fahrzeugalter wechselten diese zur freien Konkurrenz. Das ist inzwischen anders, wie eine Studie des Marktforschungsunternehmens TNS Infratest aus München belegt. So konnten die freien Werkstätten in der Zeit von 2004 bis 2007 ihren Marktanteil in Deutschland von 40 auf 46 Prozent ausbauen.

Den Grund dafür sehen die Experten zwar in erster Linie in der Alterung des Fahrzeugbestands - bei den mehr als zehn Jahre alten Autos haben die freien Betriebe inzwischen sogar einen Marktanteil von mehr als 63 Prozent. Doch auch bei den jüngeren Fahrzeugen bis drei Jahren legten die Freien zu: Wurden 2004 nur sieben Prozent aller Service- und Reparaturarbeiten an sie vergeben, waren es 2007 schon zwölf Prozent.

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