Bagatellschäden am Auto
Auch bei kleinen Remplern droht großer Ärger

Mal geschieht es auf dem Supermarkt-Parkplatz, mal beim Wenden in der Sackgasse: Ein Autofahrer nur ganz kurz nicht richtig auf und beschädigt ein anderes Fahrzeug. Bagatellschäden wie ein kleiner Kratzer im Lack oder vielleicht auch eine Delle lassen sich auch für wenig Geld einfach wieder beheben. Doch selbst wenn der Unfallverursacher seine Schuld eingesteht und bereitwillig seine Daten angibt, kann sich der Geschädigte nicht einfach zurücklehnen.
  • 0

dpa/tmn BERLIN/DüSSELDORF. Zunächst geht es um das Festhalten des Geschehenen. "Im günstigsten Fall wird ein Unfallprotokoll erstellt, das beide Seiten unterschreiben", erklärt Katrin Rüter de Escobar, Sprecherin des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. In dem Protokoll werden die Fakten festgehalten, auf die sich die Parteien einigen können. Außerdem sind die wichtigsten Informationen auszutauschen - also Name und Anschrift, Kennzeichen der Fahrzeuge und wenn möglich auch die Versicherungsnummern.

"Das Rufen der Polizei ist in solchen Fällen in der Regel nicht nötig", sagt Rüter de Escobar. Die Unfallaufnahme durch die Beamten ist sinnvoll, wenn Personen zu Schaden gekommen sind. Bei einem Bagatellunfall wird nur zum Anruf bei der Polizei geraten, wenn keine Übereinstimmung erreicht wird oder etwas vor Ort "eigenartig" erscheint - zum Beispiel die Vermutung besteht, dass der Unfallverursacher womöglich angetrunken ist.

Doch so klein der Schaden auch ist - der Geschädigte kann auch nach Abklärung der Situation nicht darauf hoffen, dass alles seinen Weg geht. Grundsätzlich ist zunächst Kontakt mit der gegnerischen Versicherung aufzunehmen. Liegen dazu noch keine Angaben vor, kann der erste Kontakt über den Zentralruf der Versicherer (GDV) erfolgen (Telefon: 0 180/250 26), wo der Anrufer weitere Instruktionen erhält.

Mit den telefonischen Kontakten ist es jedoch nicht getan. "Bei geringen Schäden werden meist ein Kostenvoranschlag und Fotos der beschädigten Teile verlangt", erläutert Jost Kärger, Jurist beim ADAC in München. Meist bedeutet dies, dass der Geschädigte mit dem Wagen in eine Werkstatt seines Vertrauens fahren muss, um dort einen solchen Kostenvoranschlag erstellen zu lassen.

Die Fotos mögen bei einem kleinen Schaden zunächst überflüssig erscheinen - doch auch Verbraucherschützer halten diese Forderung für sinnvoll. "Es gibt neben vielen weißen auch schwarze Schafe", sagt Elke Wiedenbach, Juristin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Wer selbst davon ausgeht, dass er ehrliche Angaben zur Schadenshöhe macht, muss auch bedenken, dass es im Zusammenhang mit Versicherungsschäden auch immer wieder zu Betrügereien kommt.

Seite 1:

Auch bei kleinen Remplern droht großer Ärger

Seite 2:

Kommentare zu " Bagatellschäden am Auto: Auch bei kleinen Remplern droht großer Ärger"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%