
BerlinDamit die Superreichen gebührend ihre Sonnenstunden genießen können, gibt es Autos wie das Bentley Continental Cabrio. Schließlich ist der luxuriöse Freisitz aus England so luftig wie eine Terrasse über den Klippen von Acapulco, so vornehm wie der Park von Schloss Sanssouci und so exklusiv wie eine Einladung in den Rosengarten des Weißen Hauses. Tradition trifft Moderne Im GTC thront man auf Sesseln aus kuschelweichem Leder und lässt sich von elektrischen Helfern den Gurt reichen.
Die Finger streichen über feine Hölzer und Bedienelemente aus Metall. Aus jeder Pore atmet der Luxusliner britische Handwerkskunst. Wo sonst findet man Klimaregler wie Orgelzüge und ein herausnehmbares Brillenetui, das mit dem gleichen Holz furniert ist wie die Mittelkonsole? Dazu gibt es im Fond zwei Sitzplätze, die diesen Namen tatsächlich verdienen und jetzt sogar noch ein bisschen mehr Beinfreiheit bieten. Solche traditionellen Werte sind dem britischen VW-Ableger heilig.

Der Bentley Continental GTC ist zwar teuer, kann aber doch einiges bieten für sein Geld ...

Seinem sportlichen Anspruch wird der Continental GTC nicht nur mit einer breiteren Spur, einer direkteren Lenkung, neu abgestimmten Aufhängungen und geändertem Allradantrieb gerecht, sondern auch mit dem bekannten Zwölfzylinder aus dem Volkswagen-Konzern. Der W12 leistet nun 575 PS und schickt 700 Newtonmeter in die ZF-Sechsgangautomatik.

Man ist bei Bentley stolz darauf, dem GTC mit einer Spitze von 314 km/h den Titel des schnellsten viersitzigen Seriencabriolets zu verleihen. Wem das wichtig ist, sollte sich mit der Bestellung beeilen. Denn nächstes Jahr soll im Zuge der allgemeinen Downsizing-Strategie der Continental einen 4,0-Liter-V8 von Audi bekommen.

Die Geschäfte bei Bentley laufen derzeit prächtig. In den USA konnten im ersten Halbjahr 29 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft werden als im gleichen Vorjahreszeitraum. In China sind es 54 Prozent und in Deutschland (neun Händler) sogar 69 Prozent. "Unsere Vertretungen werden förmlich leer gesaugt", sagt Bentley-Chef Wolfgang Dürheimer. Der ehemalige Porsche-Entwicklungsvorstand bestimmt seit dem 1. Februar 2011 die Linie der britischen Traditionsmarke.

Interieur aus Edelholz, Leder und Metall: Aus jeder Pore atmet der Luxusliner britische Handwerkskunst.

Der GTC bietet ein komfortables Fahrgefühl. Das liegt unter anderem an den Sesseln aus kuschelweichem Leder. Kopfsteinpflaster oder Kanaldeckel spüren die Passagiere nicht.

Der Zwölfzylinder kann auch anders: Ein Doppelturbo bringt den Viersitzer in 4,8 Sekunden auf Tempo 100.

So schön die Touren mit dem GTC auch sind. Die Fahrt zur Tankstelle ist schmerzhaft. Denn der Bentley verbraucht schon im Normzyklus 16,5 Liter.

Leichtbau mal anders: Von den 70 Kilo, die der Continental GTC abgespeckt hat, entfallen 20 auf das Multimedia-System.

Luxuriöser kann man offen kaum unterwegs sein als im Bentley Continental GTC.
Der Bentley Continental GTC ist zwar teuer, kann aber doch einiges bieten für sein Geld ...
Aber deshalb verschließt er sich nicht der Moderne: Das Navigationssystem zum Beispiel arbeitet jetzt mit Online-Karten von Google, und genau wie in Mercedes SLK oder Peugeot 308 CC gibt es in den Kopfstützen neuerdings einen Nackenföhn. Er haucht den Insassen an kalten Tagen warme Luft ums Haupt und egalisiert so den ohnehin nur feinen Zug, der es überhaupt in die sonnige Luxusoase schafft.
Kultiviert, kraftvoll - und sehr, sehr durstig
Unter der schier endlosen Haube mit dem chromblinkenden Kühlergrill arbeitet ganz standesgemäß ein Zwölfzylinder. Der zum Generationswechsel optimierte Motor hat 6,0 Liter Hubraum und kommt dank zweier Turbolader auf 423 kW/575 PS. Obwohl das Cabrio Kraft hat wie ein Supersportwagen, übt sich das W12-Aggregat in vornehmer Zurückhaltung. Wie in einem Kreuzfahrtdampfer kann man den Antrieb eher ahnen als spüren.

Mehr als ein dezentes Brummeln ist auch aus dem Auspuff nicht zu hören. Nur an der Tankstelle macht sich der Motor schmerzlich bemerkbar: Obwohl er 15 Prozent sparsamer geworden ist, braucht er schon im Normzyklus 16,5 Liter und kommt auf einen unzeitgemäßen CO2-Ausstoß von 384 g/km. Kein Wunder also, dass sich Bentley dem Diktat des Downsizings beugen und demnächst erstmals im Continental einen V8-Benziner anbieten will. Selbst einen Diesel schließt Firmenchef Wolfgang Dürheimer - zumindest für die geschlossenen Varianten - nicht mehr aus.
"Yacht auf Rädern für Superreiche" - Hüstel
Wohl eher das Beiboot. Kleiner Tipp an den Autor: Bentley Brooklands
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