Bentley Continental GTC
Zurückhaltend aufgefrischt

Mit der offenen Version des Continental GT zündet Bentley die zweite Stufe im technischen Reifeprozess seines Erfolgsmodells. Das wird nicht nur Freiluft-Freunde, sondern auch leistungshungrige Kunden freuen.
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DüsseldorfDer gemeine englische Edelmann neigt nicht zur Raserei, vornehme Zurückhaltung ist ihm eher zuzurechnen. Doch er könnte, wenn er wollte, vor allem, wenn er Bentley fährt. Die modellgepflegte Version des Coupés Continental GT wird ab Dezember bei den deutschen Händlern ab 202.000 Euro stehen. Weihnachtsschleifchen werden auf Wunsch kostenfrei mitgeliefert.

Auch wenn Deutsche seit 1999 das Sagen bei Bentley haben, die Engländer bleiben Traditionalisten. So stand das Stoffdach nie zur Disposition. Von sieben Bügeln gestrafft, in drei Lagen ausgeführt und wunderbar schalldicht, sperrt es den Regen aus und lässt die Sonne binnen 25 Sekunden hinein. Damit ist es sicher nicht das Schnellste auf dem Markt, jedoch kann es bis zu Tempo 30 in jeder Richtung bewegt werden. Der sehr zurückhaltend gestaltete Öffnungsknopf in der Mittelkonsole blieb von der Modellpflege unberücksichtigt.

Seit der ehemalige Porsche-Chefentwickler Dr. Wolfgang Dürheimer Bentley-Chef ist, nutzt er nach eigenem Bekunden seinen Dienstwagen auf beschränkungsfreien deutschen Autobahnen, um möglichem Verbesserungspotenzial auf die Spur zu kommen. Seiner Ansicht nach bietet der GTC eine Beschleunigungs- und Beförderungsqualität, die man "selbst wenn man von Porsche kommt, gut verkraften kann". Der neue Chef ist mit Rückenwind gestartet: In USA, China und Europa weisen die Absatzzahlen zweistellige Steigerungsraten auf. Deutschland ist mit gut zwei Dritteln Zuwachs gegenüber 2010 Träger des Aufschwungs in Europa. Nachdem Bentley 2007 weltweit erstmals mehr als 10.000 Fahrzeuge verkauft hatte, zeigt die Tendenz wieder nach oben. Dürheimer ist nicht von Zweifeln über das Potenzial seiner Nobelmarke geplagt: "Fünfstellig traue ich mir zu".

Der GTC könnte ein solider Baustein für einen neuen Rekord sein, denn die kleinen Schwächen, die sich der erste Continental noch leistete, sind weitgehend ausgemerzt. Da ist an erster Stelle das Navigations- und Entertainment-System zu nennen, dessen betagte VW-Phaeton-Technik nur noch die wenigstens Kunden erfreut haben dürfte. Lahmer Seitenaufbau und Maßstabwechsel im Schneckentempo – das passte nicht zu einem Auto, das mehr als 300 km/h läuft. Mit dem neuen Touchscreen-System ist das Thema ausgestanden und die Bedienbarkeit auf der Höhe der Zeit.

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