Biodiesel und Bioethanol - Warten auf die zweite Generation
Biosprit soll Autobauern Abgasziele sichern

Beim Kampf gegen den CO2-Ausstoß ruft die Autoindustrie um Hilfe: Mercedes, VW, Fiat und Co. wollen Autofahrer in die Pflicht nehmen und ihren Gasfuß ruhig stellen. Aber auch der Treibstoff selbst kommt immer mehr in den Blick der Autobauer. Höhere Anteile von Biodiesel oder Biobenzin, das nicht aus Erdöl sondern aus Pflanzen erzeugt wurde, soll die Ökobilanz schönen.

ap FRANKFURT/M. Der europäische Zusammenschluss der Autobauer, ACEA, forderte auf der IAA einen „integrierten Ansatz“, der nicht nur sparsamere Wagen umfasst, sondern auch mehr Öko-Sprit. Das ist einfacher gesagt als getan.

Grundsätzlich ist die Idee bestechend: Sprit aus nachwachsenden Rohstoffen ist anders als erdölbasierter Treibstoff praktisch CO2-neutral. Das Problem: Woher soll all der Biosprit kommen? Als erste Lösung zeichnete sich schon vor Jahren Biodiesel ab: Biodiesel wird in Deutschland vorwiegend aus Rapsöl aber auch aus recycelten Ölen oder Fetten hergestellt. Wichtigster Lieferant sind Ölmühlen: Aus dem Samen der Rapspflanze (Ölgehalt 40-45 Prozent) gewinnen sie Rapsöl. Je Hektar können 1.500 Liter Biodiesel produziert werden. Der Absatz an Biodiesel wuchs auch wegen Steuererleichterungen bis 2006 auf 2,9 Millionen Tonnen in Deutschland, laut Biokraftstoffindustrie 7 Prozent des Gesamtabsatzes.

Doch die Erfolgsgeschichte ist in Gefahr: Seit Anfang 2007 laufen die Steuerermäßigungen aus. Der steigende Absatz hatte zu große Löcher bei den Einnahmen gerissen, die Geduld des Finanzministeriums war vorbei.

Die steigende Steuerbelastung macht Biodiesel uninteressanter für die Kunden, denn der reine Herstellungspreis liegt weiter über den Kosten für Diesel aus Erdöl. Weiterer Kritikpunkt: Wegen der hohen Nachfrage deuten sich höhere Preise für Lebensmittel auf Rapsölbasis an. Außerdem werden von der Rapspflanze nur die Saaten für die Spriterzeugung genutzt, was als Verschwendung kritisiert wird.

Auch beim Benzin-Pendant von Biodiesel, dem Bioethanol, ist die Lage verworren: Die Erzeugung in Deutschland ist sehr gering, anders als etwa in Brasilien, wo Biobenzin aus Zuckerrohr einen großen Teil der Autos antreibt.

Aber als Beimischung in kleinen Teilen zu herkömmlichem Benzin ist Bioethanol schon weit verbreitet. Doch steigende Lebensmittelpreise durch die Konkurrenz etwa um den Mais wecken Zweifel am Bioethanol.

Auch könnte der großflächige Anbau von Pflanzen hierfür schwere ökologische Schäden hervorrufen, etwa Erosion durch Monokulturen.

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