BMW erweckt im britischen Goodwood den wohl modernsten Rolls-Royce – den „Phantom“ – zum Leben
Der Mythos rollt und rollt

Im Fuhrpark der Königin von England stehen einige Modelle, Marlene Dietrich stieg aus dem Fond des Wagens, und selbst die Beatles gönnten sich eine poppige Version. Sicher, in den vergangenen 25 Jahren verblasste der Glanz etwas – doch der Mythos lebt. Seit genau 100 Jahren ist die Marke Rolls-Royce Inbegriff für Luxus auf vier Rädern.

MÜNCHEN. Das Zepter am nagelneuen Produktionsstandort in der Grafschaft West Sussex schwingen seit Januar 2003 die Bayerischen Motoren Werke. Vorangegangen war Ende der neunziger Jahre der Streit zwischen BMW, Volkswagen und dem Verkäufer Vickers um die nobelsten Marken der britischen Insel. Der Zwist endete mit einem Kompromiss: VW bekam Bentley, BMW erhielt Rolls-Royce, musste aber aus dem gemeinsamen mittelenglischen Produktionsort Crewe ausziehen und ein neues Werk bauen. In Rekordzeit stampfte BMW für 100 Mill. Euro die Fabrik in Goodwood aus dem Boden, unweit des Herrschaftssitzes des Earl of March. Der rennsportbegeisterte Adelige stellte den Bayern das Grundstück mitten in der englischen Bilderbuchlandschaft mit penibel gepflegtem Grün zur Verfügung.

Nun versuchen die Bayern, an den Mythos der Kühlerfigur „Emily“ anzuknüpfen – wobei sie sich mitunter englischer als englisch geben. Das hat seinen Grund: Den Traditionalisten unter den Rolls-Royce-Fahrern war die Übernahme durch die Deutschen ein Dorn im Auge. Doch das hat sich inzwischen geändert, versichert BMW-Chef Helmut Panke.

BMW versucht, die anspruchsvolle Kundschaft mit Leistung zu überzeugen. Die Zeiten, da die Motorkraft eines Rolls-Royce lakonisch mit „ausreichend“ angegeben wurde, sind vorbei: Heute treibt die von den Bayern entwickelte Millionärssänfte mit dem Namen „Phantom“ ein 460-PS-Aggregat an, das bei 1 000 Umdrehungen seiner Kurbelwellen in der Minute mehr Kraft bereitstellt, als die Vorgänger bei Höchstleistung. Der 12-Zylinder-Motor ist so ausgelegt, dass er die 2,5 Tonnen schwere Karosse schon bei niedriger Drehzahl sanft, aber entschieden beschleunigt. Kein anderes Auto auf der Welt garantiert der gesellschaftlichen Elite ein so kutschenähnliches Dahingleiten.

Der Interessentenkreis ist überschaubar. „Beim typischen Kunden ist der Rolls-Royce im Durchschnitt das siebte Auto in der Garage“, sagt BMW-Vertriebschef Michael Ganal und meint damit, dass es sich meist mindestens um Einkommensmillionäre handelt. Die Auftragsbücher seien dennoch gut gefüllt.

Seite 1:

Der Mythos rollt und rollt

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%