BMW hat den 3er überarbeitet Aufrüstung mit Tarnkappe

Die jetzige 3er-Reihe von BMW ist gegenüber der Mercedes C-Klasse ins Hintertreffen geraten, und bald kommt auch noch der neue Audi A4. Bis 2017 das komplett neue Modell erscheint, muss ein Facelift reichen.
  • Peter Maahn
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  • Spotpress
Künftige Nutzer können beim Kauf unter vier Benzinern und sieben Diesel wählen, sich für drei, vier oder sechs Zylinder entschließen.  Quelle: BMW
Drei, vier oder sechs Zylinder?

Künftige Nutzer können beim Kauf unter vier Benzinern und sieben Diesel wählen.

Auf der Autobahn gehört der 3er von BMW von jeher zu denen, die schwer zu überholen sind. Ganz anders in der deutschen Zulassungsstatistik: Da fuhren nicht nur die C-Klasse von Mercedes, sondern auch noch der kurz vor seiner Kompletterneuerung stehende Audi A 4 an dem verwöhnten Münchner vorbei.

Das Zugpferd im BMW-Stall brauchte also dringend eine Frischzellen-Kur, um in der zweiten Hälfte seines Modelllebens den beiden anderen süddeutschen Rivalen weiter die Stirn bieten zu können. Äußerlich natürlich ganz dezent, um die ebenso kritische wie zahlungskräftige Kundschaft nicht zu schocken. Im Innenleben aber hat sich viel getan, wenn der 3er im Herbst in den Schaufenstern stehen wird.

Mehr Kraft für die Mitte
Neuheiten unter der Haube
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Der überarbeitete BMW 3er kommt mit nur wenigen optischen Veränderungen an Scheinwerfern und Stoßfängern, dafür aber mit einer fast komplett neuen Motorenpalette. 

BMW 3er-Facelft
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Das komplett neue Modell kommt erst 2017. Die Konkurrenz mit Jaguar XE, Audi A4 und Mercedes-C-Klasse hat inzwischen kräftig aufgeholt.

Mehr Kraft für die Mitte
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Der 3er ist das Herz der Marke BMW und macht gut ein Viertel des gesamten Absatzes aus. Man geht beim Design also behutsam vor: Die Frontpartie wurde leicht geändert. Die seitlichen Lufteinlässe in der Frontschürze sind breiter geworden, die Stoßfänger etwas schärfer ausgeformt.

Schön von hinten
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Der 326 PS starke Sechszylinder-Turbo im BMW 340i hat mit der 1,5 Tonnen schweren Limousine leichtes Spiel. In nur 5,1 Sekunden beschleunigt die vorläufige Top-Variante aus dem Stand auf Tempo 100. 

Unter 45.950 Euro ist beim 340i nichts zu machen.
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Um den Ziel, die agilste Limousine der Premium-Mittelklasse zu bleiben, näher zu kommen, nahmen sich die BMW-Ingenieure das Fahrwerk vor. Eine steifere Abstimmung in Verbindung mit weiterentwickelter Dämpfertechnologie mindern die Wankneigung beim Slalomversuch, stabilerer Geradeauslauf und verfeinertes Kurvenhandling sind zusätzliche Effekte. Laut BMW wurde auch die Lenkabstimmung nochmals überarbeitet. 

Zeitlos und daher bei der Modellpflege unangetastet: das Blechkleid des BMW 3er in der Seitenansicht. 
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Der geneigten Kundschaft wird es nicht leicht gemacht, den neuen 3er auf der Straße zu erkennen. Beherzte Griffe ins Blech sucht man vergebens, neue Presswerkzeuge kosten schließlich viel Geld und noch sieht der 3er ja zeitgemäß und schnittig aus.

Die Frontpartie wurde leicht geändert.
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Die seitlichen Lufteinlässe in der Frontschürze sind breiter geworden, die Stoßfänger etwas schärfer ausgeformt.

Die erste Begegnung mit der Neuauflage des wichtigsten BMW-Modells erweckt kein „Ohh“ oder „Ahh“ aus verdutzt-überraschten Lippen der Premierengäste. Hier steht halt ein „Dreier“, so wie man ihn kennt und wie ihn viele lieben. Lange Motorhaube dank nach hinten versetztem Abteil für die Insassen, extrem kurze Überhänge vorn, ein knuffig-kurzes Heck.

Projektleiter Stephan Neugebauer macht denn auch schnell deutlich, dass es bei der Gestaltung des Blechkleides keinen revolutionären Handlungsbedarf gab. „Der 3er ist das Herz unserer Marke BMW und macht gut ein Viertel unserer gesamten Absatzes aus“, begründet er die Zurückhaltung der Designer.

Dennoch soll der Neue als solcher erkennbar sein, wenn auch bei den meisten Betrachtern frühestens auf den zweiten Blick. Die Frontpartie wurde leicht geändert. Die seitlichen Lufteinlässe in der Frontschürze sind breiter geworden, die Stoßfänger etwas schärfer ausgeformt.

Wer dem 3er tief in die Scheinwerferaugen schaut, erkennt zudem die schmalere Form der Leuchten, deren LED-Graphik als Stege bis an die berühmte „Niere“ heranreicht. Das Tagfahrlicht zeichnet die typischen Doppelscheinwerfer nach und verrät so auch bei Dunkelheit seine Herkunft.

Die breiten LED-Blinker informieren jetzt als eine Art „Augenbraue“ oberhalb der runden Leuchten über einen geplanten Richtungswechsel. In Summe ergibt das einen schärferen „Blick“ des Neulings und vermittelt so einen Hauch konzentrierter Entschlossenheit, wie ein BMW-Designer darlegt. Die gleiche Logik findet sich am Heck, da die neu gestalteten, bis in den Kofferraumdeckel reichenden LED-Rückleuchten den BMW breiter scheinen lassen. All das gilt auch für den 3er-Kombi, der bei BMW Touring genannt wird.

Zurückhaltung auch beim Update des Innenraums. Ein paar zusätzliche Chromakzente, zwischen den Sitzen ist das Bedienfeld in der Mittelkonsole jetzt in glänzendem Schwarz gehalten. Quelle: BMW
Zurückhaltung auch beim Update des Innenraums.

Ein paar zusätzliche Chromakzente, zwischen den Sitzen ist das Bedienfeld in der Mittelkonsole jetzt in glänzendem Schwarz gehalten.

Zurückhaltung auch beim Update des Innenraums. Ein paar zusätzliche Chromakzente, zwischen den Sitzen ist das Bedienfeld in der Mittelkonsole jetzt in glänzendem Schwarz gehalten und wird je nach Ausstattung von einem sogenannten Ambiente-Licht ergänzt, dass nachts für eine dezente Hintergrundbeleuchtung sorgt.

Neuer Dreiliter-Sechszylinder

Natürlich ist alles wie gewohnt perfekt verarbeitet, sieht teuer und edel aus und lädt zum Bestellen weiterer Extras ein. Das Wichtigste aber: Ein BMW-Fahrer wird sich sofort wie zu Hause fühlen und ohne suchenden Blick alle Hebel und Schalter wiederfinden. Alles wie gehabt also.

Die breiten LED-Blinker informieren jetzt als eine Art „Augenbraue“ oberhalb der runden Leuchten über einen geplanten Richtungswechsel.  Quelle: BMW
Fahrtrichtungswechsel wird dynamischer

Die breiten LED-Blinker informieren jetzt als eine Art „Augenbraue“ oberhalb der runden Leuchten über einen geplanten Richtungswechsel.

Das allerdings gilt nicht für den Motorraum: Künftige Nutzer können beim Kauf unter vier Benzinern und sieben Diesel wählen, sich für drei, vier oder sechs Zylinder entschließen. Alle stammen aus der neuesten Motorenfamilie, die auf einem scheinbar simplen Prinzip beruht.

Jeder Zylinder hat einen Hubraum von 500 ccm, aneinandergereiht ergeben sich so Triebwerke von 1.500, 2.000 oder 3.000 cm3. Die Leistungsspanne reicht von 85 kW/166 PS bis zu 240 kW/326 PS. Die Verbrauchswerte sanken je nach Modell um bis zu rund 15 Prozent.

Dem kleinen Benziner mit seinem 1,5-Liter-Dreizylinder konnte derzeit noch nicht auf den Zahn gefühlt werden. Stattdessen wartete das neue Spitzenmodell auf den Start zur Alpentour. Im 340i feiert nämlich der neue Dreiliter-Sechszylinder seine Weltpremiere, er löst den um 15 kW/20 PS schwächeren 335i ab.

Dennoch verbraucht der Bayern-Bulle mit knapp über sieben Litern Super auf 100 Kilometer um über zehn Prozent weniger als der Vorgänger. Natürlich ist er mit allen Feinheiten versehen, die die Preisliste zu bieten hat, kommt so auf locker über 50.000 Euro.

Kurzcharakteristik:
Warum? Weil das Vor-Vor-Modell des 3er dringend ausgetauscht werden muss
Warum nicht? Weil man schon als Dienstwagen einen 3er fährt.
Oder noch 2 Jahre auf das komplett neue Modell warten will.
Was sonst? Mercedes C-Klasse, bald der neue Audi A4.
Oder vielleicht doch mal einen Jaguar XE.
Was kommt noch? Ein Plug-in-Hybrid fürs gute Gewissen

Dafür bietet er eine Delikatesse unter der Haube, die zahlungswillige Gourmets mit allem verwöhnt, was sie von „ihrem“ Ober-Dreier erwarten. Spontane Kraft beim rabiaten Beschleunigen (knapp 5 sec auf Tempo 100), seidenweiches Gleiten, wenn im Sparmodus die Acht-Gang-Automatik (2.150 Euro Aufpreis) schnell in höhere Gänge wechselt.

250 km/h sind maximal möglich, bis die selbstauferlegte elektronische Tempobremse den Anker wirft. Dazu ein je per Knopfdruck zu bestimmender Fahrstil, der ein sportiv-straffes oder betont komfortables Fahrwerk liefert. Ob Lenkung oder Bremsen - der Münchner ist rundum perfekt, aber eben viel zu teuer und exotisch für die meisten Interessenten der Erfolgsbaureihe.

Die Leistungsspanne reicht von 85 kW/166 PS bis zu 240 kW/326 PS. Die Verbrauchswerte sanken je nach Modell um bis zu rund 15 Prozent. Quelle: BMW
Die Leistungsspanne reicht von 85 kW/166 PS bis zu 240 kW/326 PS.

Die Verbrauchswerte sanken je nach Modell um bis zu rund 15 Prozent.

Keine Sorge, auch die weniger potent bestückten Versionen liefern nach der Papierform jede Menge Sportlichkeit und Fahrspaß. Solange das Bankkonto gut gefüllt ist, können alle 3er mit allen nur denkbaren Assistenzsystemen versehen werden. Hinzu kommt eine Online-Anbindung mit dem superschnellen LTE, die auch einen automatischen Notruf enthält, wenn der Airbag ausgelöst wird.

Der Dreier mit seinen vielen Varianten (auch Allrad) ist durchaus wieder auf der Höhe der modernen Zeit, 2016 folgt eine Version mit Plug-In-Hybrid, die mit ihrer Kombination aus Benziner und Elektromotor auf 185 kW/252 PS kommt und nach offizieller Norm nur zwei Liter auf 100 Kilometer verbrauchen soll. Elektrische Reichweite 36 Kilometer, die Batterie kann auch an der Steckdose geladen werden.

Fahrbericht: BMW 3er  - Behutsam verbessert Quelle: BMW
BMW 3er-Facelft

Das komplett neue Modell kommt erst 2017. Die Konkurrenz mit Jaguar XE, Audi A4 und Mercedes-C-Klasse hat inzwischen kräftig aufgeholt.

BMW 340i - Technische Daten: Länge: 4,63 Meter, Breite (mit Außenspiegeln): 1,81 Meter, Höhe: 1,43 Meter, Radstand: 2,81 Meter, Kofferraumvolumen: 480 Liter (Touring 495 - 1.500 Liter). Motor: Sechszylinder-Benziner mit Twin-Turbo. Hubraum: 2.998 cm3, 240 kW/326 PS, 450 Nm bei 1.380 bis 5.000 U/min . Vmax: 250 km/h. Beschleunigung: 0 - 100 km/h: 5,1 Sek. Verbrauch: 7,4 l/100 km. CO2: 172 Gramm/km. 6-Gang-Schaltgetriebe; Preis: ab 45.950 Euro (Allradantrieb 2.500 Euro Aufpreis).

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1 Kommentar zu "BMW hat den 3er überarbeitet : Aufrüstung mit Tarnkappe"

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  • Gegen den neuen Audi A4 wirkt das 3er Interieur ... wie aus der Steinzeit. Das Lenkrad nach wie vor grausam. Das wird nix!

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