BMW K 1600 GT
Motorrad-Luxus hat seinen Preis

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Vieles nur gegen Aufpreis

Ein zumindest bei Motorrädern noch neuartiges Detail stellt der intelligente Notruf dar, der für preiswerte 300 Euro zusätzlich bis August ausschließlich in der K 1600 GT eingebaut wurde; mit dem Modellwechsel zu den 2018er Versionen rüstet BMW weitere Motorradtypen mit diesem Sicherheitsplus für den Fall der Fälle aus. Den aktiven Test des Systems und damit die Kontrolle der Sicherheitskette bei einem Unfall haben wir uns freilich erspart.

Die Güte von Federung und Dämpfung, Bremsen, ABS-Regelung sowie der Aerodynamik und der mit damit einhergehende Wind- und Wetterschutz sind allesamt ein Genuss. Ebenso ausgeklügelt und im praktischen Betrieb makellos sind Bedienung und Ergonomie: Sitzkomfort wie auch die Anordnung von Schaltern und Hebeln sowie die Struktur des Bordcomputer-Menüs setzen Maßstäbe.

Gefallen kann auch die deutlich verbesserte Ablesbarkeit des neuen Navigators 6, der seit kurzem bei den BMW-Händlern erhältlich ist; bei direkter Sonneneinstrahlung ist die Ablesbarkeit deutlich besser, aber noch nicht hundertprozentig. Dafür überzeugt die Integration des Geräts in die Bedienung des Gesamtfahrzeugs.

Kann man als Käufer mit der K 1600 GT wunschlos glücklich werden? Sagen wir mal: So gut wie. Denn die Kritikpunkte sind auf ein marginales Maß geschrumpft. Angesichts der Preisklasse und des Anspruchs von BMW an dieses Premium-Bike vermissen wir hinterleuchtete Lenkerschalter, wie es sie mittlerweile von mindestens zwei Herstellern gibt.

Treu bleibt sich BMW auch bei seiner Aufpreispolitik: Mit Ausnahme des Dynamic ESA und des Kurven-ABS sind sämtliche technischen Neuerungen mit erklecklichen Mehrkosten verbunden. Dem Orderwillen der geneigten Kundschaft tut das offensichtlich keinen Abbruch. So sind 22.050 Euro bei dieser BMW tatsächlich kein Komplett-, sondern ein Ab-Preis.

Allerdings muss BMW sich fragen lassen, ob man’s mit der Preisgestaltung bei der GT nicht übertreibt: Denn selbst die sogenannten Basis-Farben Blackstorm metallic und Marsrot metallic kosten 155 Euro Aufpreis. Eigentlich ein starkes Stück, aber nicht in dem Sinne, den man dem fahrenden Motorrad zubilligt. Im problemlos erreichbaren Konfigurator-Preis von gut 26.000 Euro sind zudem nützliche Kleinigkeiten wie die hervorragend verarbeiteten Koffer-Innentaschen oder der wasserdichte Tankrucksack noch gar nicht enthalten.

Wer will, kann neuerdings auch die 30.000er Marke leicht knacken; dafür gibt’s neue Optionen wie Schmiederäder, Sondersitze oder die Luxus-Lackierungen, bei denen bereits der Name teuer klingt. Sparkling Storm metallic mit Handbürstung beispielsweise verlangt eine Zuzahlung von 1.700 Euro; dafür spart man dann immerhin die sogenannte Basislackierung für 155 Euro.

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