BMW R 1200 RT im Altagstest
Fürs Reisen und Rasen

Die BMW R 1200 RT ist sowieso eine Macht in den Kapiteln Fahrkomfort und Fahrdynamik, insbesondere auf kleineren Straßen. Und die völlig neue Nachfolgerin gleichen Namens offenbart Verbesserungen auf der ganzen Linie.
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Seit mittlerweile fast 20 Jahren perfektioniert BMW seine Boxer-RT mit Vierventilmotor; R 1100 RT hieß das erste, 1996 auf den Markt gekommene Modell. Die aktuelle R 1200 RT (Werkscode K52) ist trotz gleicher Modellbezeichnung wie das Vormodell K26 eine völlige Neukonstruktion.

Die Vollverkleidung, funktioneller denn je, wirkt leichter, eleganter, dynamischer. Vor allem die Front mit den kreisrunden LED-Tagfahrleuchten macht die RT zum Hingucker. Die 274 Kilogramm Fahrzeugmasse sieht man ihr nicht an – und mit diesem Gewicht ist sie unter den wenigen Wettbewerbern die bei weitem leichteste. Zugleich ist die R 1200 RT ein feiner Technologieträger: Die bayerischen Entwickler haben alles hineinkonstruiert, was einem dynamischen Luxustourer vorwärts helfen und seinem Fahrer das Reisen verschönern könnte: Semiaktives Fahrwerkssystem Dynamic-ESA, Schaltautomat mit „Rauf-und-Runter“-Funktion, Griff- und Sitzheizung für Fahrer und Sozia oder brillantes Farbdisplay im Cockpit. Dazu die „Hillstart-Control“ genannte Berganfahr- bzw. Bergab-Anhaltehilfe oder die Zentralverriegelung für die Gepäckbehälter.

Herz der neuen RT ist der während der vergangenen Jahre komplett neu konstruierte Boxermotor mit kombinierter Luft-/Wasserkühlung. Für den Einsatz in der RT wurde der 1.170 ccm große Zweizylinder-Boxer mit größeren Schwungmassen als in der GS ausgestattet, in der er vor gut einem Jahr Premiere hatte. Das 92 kW/125 PS leistende Triebwerk läuft damit merkbar komfortabler, ohne an Spritzigkeit und Drehfreude einzubüßen.

Dennoch sucht man in der Praxis den Drehzahlbereich oberhalb von etwa 5.500 Umdrehungen nur selten auf; unterhalb davon ist nämlich dermaßen viel Kraft verfügbar, dass die Schaltdrehzahl zumeist zwischen 3.000 und 5.000 Touren liegt.

Man fährt in der Praxis meist drehzahlarm – und damit sparsam. Beim typischen Landstraßen-Spitzentempo 120 km/h dreht sich die Kurbelwelle nur 4.000 Mal, und wer’s damit gut sein lässt, verbraucht trotz zügiger Fahrt gerade einmal 4,5 Liter. Ergibt dank 25-Liter-Tank 400 Kilometer Reichweite.

Nicht weniger beeindruckend als der Motor ist das Fahrwerk der K52-RT. Es übertrifft das der K26 in jeder Beziehung: Das Einlenken in Kurven fällt leicht, Biegungen aller Radien werden stabil umrundet, wobei Korrekturen unnötig sind. Kommen einem dabei Straßenunebenheiten in die Quere, zeigt das semiaktive Fahrwerk, wozu es in der Lage ist: Die RT gibt sich wie eine Art fliegender Teppich.

Verantwortlich dafür ist die Grundkonstruktion mit dem vorderen Dreieckslenker, Telelever genannt, und der hinteren Einarmschwinge mit integriertem Kardanantrieb, den BMW wegen seiner Momentabstützung als Paralever bezeichnet. Zwar stehen mit 12 cm vorne und 13,6 cm hinten keineswegs besonders große Federwege zur Verfügung, doch ist die Abstimmung so fein, dass das Fahren selbst auf miesen Straßen stets eine erfreuliche Sache ist.

Die Bedienung des Dynamic-ESA ist dank des Controller genannten Drehrades links am Lenkergriff sehr einfach und auch während der Fahrt innerhalb von wenigen Sekunden möglich; nach einiger Einübung gelingt der Wechsel zwischen den Federungs- und Dämpfungsprogrammen „Soft“, „Normal“ und „Hard“ sogar, ohne den Blick von der Straße zum vielfarbigen Cockpit-Display zu wenden.

Ausgezeichnet funktioniert die Dreischeiben-Bremsanlage, wobei der Handhebel auf beide vorderen und die hintere Scheibe zugleich wirkt. BMW nennt dies Teil-Integralsystem. Selbst bei Brutal-Bremsungen aus hohem Tempo bleibt die RT vollkommen stabil, wobei aus 100 km/h Bremswege von unter 40 Metern realisiert werden können.

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