BMW S 1000 RR
Beam me up, Scotti!

Eigentlich war es kaum vorstellbar, doch BMW hat seinen Supersportler S 1000 RR noch weiter geschärft. Wie viel davon spürt man beim Fahren auf der Landstraße? Und überhaupt: Braucht man das?
  • 0

Bei Supersportlern können die Meinungen schon auseinander driften: Braucht man 200 PS, um seine Wege auf Landstraße und Autobahn zu absolvieren, oder gehören solche Motorräder viel eher auf Rennstrecken? Betrachtet man die neue S 1000 RR von BMW, dann neigt sich die Waage doch eher zu letzterer Ansicht, denn die bayerischen Ingenieure haben den Generationswechsel dazu genutzt, sie noch kompromissloser auf die Belange von (Hobby-)Rennfahrern zuzuschneiden.

Der Reigen der Maßnahmen ist umfangreich: Der Motor wurde überarbeitet und ist auf nominell 146 kW/199 PS erstarkt; Messungen auf Leistungsständen zeigen regelmäßig mehr als 200 PS. Wichtiger aber noch: Sein Drehmoment wurde gerade in mittleren Drehzahlbereichen angehoben, so dass der Durchzug gerade dort wuchtiger ausfällt. Zudem hat man die Fahrwerksgeometrie auf noch mehr Wendigkeit ausgelegt, der Schaltautomat unterstützt nun auch das Herunterschalten und dank einer Volltitan-Auspuffanlage wurden drei Kilo Gewicht eingespart.

So richtig aber manifestiert sich die kompromisslose Auslegung der neuen RR beim Blick in die Elektronik. Wie zuvor gibt es drei Fahrmodi (Rain, Sport und Race), und serienmäßig findet sich ABS und die Stabilitätskontrolle ASC. Darüber hinaus gibt es im Race-Paket für 500 Euro, das wohl in nahezu jeder verkauften Maschine enthalten sein dürfte, zwei weitere Fahrmodi (Slick und User), eine Launch Control, Boxengassen-Limiter und die 15-stufige Traktionskontrolle DTC mit Schräglagensensor. Diese lässt sich nun auch direkt mit einem Kipphebel am Lenker während des Fahrens ansteuern.

Ordert man das Dynamik-Paket für 1.165 Euro, dann bekommt man noch den Schaltassistenten Pro, das semiaktive Fahrwerk DDC, heizbare Griffe und weiße LED-Blinker. Und wer es noch handlicher möchte investiert 1.200 Euro in leichte Schmiederäder.

Und ist spätestens dann gerüstet für semiprofessionelle Einsätze auf der Rennstrecke. Für die Tour auf Landstraßen und Autobahnen benötigt man diese Gimmicks kaum; hier bewegt man sich dank des drehfreudigen und bärenstarken Triebwerks sowieso stets hart an der Grenze des Illegalen. Der elektronisch gesteuerte (Ride by wire) sehr leichtgängige Gasgriff verführt quasi dazu, das Potenzial des Motors zumindest teilweise abzurufen – und dann sollte auf der jeweiligen Straße keine Tempobegrenzung gelten.

Diese Maxime galt zwar auch für die älteren Generationen der S 1000 RR und alle anderen Supersportler; die Neue macht das Gasgeben aber noch einen Dreh verlockender. Nicht umsonst bezeichnen die Fans in ihren Internetforen die BMW als Beamer – Star Trek lässt grüßen.

Kommentare zu " BMW S 1000 RR: Beam me up, Scotti!"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%