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BMW Z4 als Gebrauchter: Ein treuer Roadster, der dicht hält

Ob Cabrio oder Roadster - bei vielen älteren Autos wird das Verdeck mit den Jahren undicht. Beim BMW Z4 besteht diese Sorge nicht. Und auch sonst macht der Wagen als Gebrauchter eine gute Figur.

Bei der HU macht der BMW Z4 eine gute Figur, auch der ADAC spricht von einem zuverlässigen Auto. Das Bild zeigt die überarbeitete erste Fahrzeuggeneration. Quelle: PR
Bei der HU macht der BMW Z4 eine gute Figur, auch der ADAC spricht von einem zuverlässigen Auto. Das Bild zeigt die überarbeitete erste Fahrzeuggeneration. Quelle: PR

BerlinEin typisches Bedenken bei vielen älteren Autos mit Verdeck ist begründet: dass das Stoffdach mit dem Alter löchrig und undicht wird. Aber nicht beim BMW Z4 der ersten Generation, der nach Auswertungen vieler Hauptuntersuchungen (HU) laut dem TÜV nur äußerst selten mit Undichtigkeiten zu kämpfen hat. Auch das Urteil des ADAC zum Z4 ist positiv: Das Auto sei "bisher sehr zuverlässig", heißt es im ADAC Technik Zentrum in Landsberg.

Nur vereinzelt stellte der Automobilclub Probleme fest, die für Pannen sorgten. So riefen defekte Drosselklappenschalter bei Exemplaren vom Baujahr 2003 die Pannenhelfer auf den Plan. Vereinzelt gab es mit den Schlüsseln Probleme (Baujahr 2004).

Häufig fiel der BMW-Roadster dagegen durch entladene Batterien auf. Bei der HU kristallisierten sich laut dem "TÜV Report 2013" bis auf defekte Zündspulen so gut wie keine typischen Macken heraus.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

  • Fahrzeugbesichtigung

    Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

  • Papiere prüfen

    Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

  • Blick unter die Haube

    Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

  • Rostsuche

    Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

  • Lack-Check

    Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

  • Systemtest

    Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

  • Probefahrt

    Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

  • Tachostand

    Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

  • Sachverständiger

    Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

  • Seriösen Anbieter erkennen

    Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Im Jahr 2003 kam der BMW Z4 als Nachfolger des Roadsters Z3 auf den Markt. 2006 erhielt er ein Facelift. Außerdem wurde in jenem Jahr eine Coupé-Variante ins Programm genommen, die BMW aber nur zwei Jahre lang anbot. 2009 legte der Münchener Hersteller die zweite Generation des Zweisitzers auf. Neu waren Änderungen an der Dachkonstruktion: Statt des Stoffdachs kommt seitdem ein faltbares Hardtop zum Einsatz, das aus zwei Aluminium-Elementen besteht.

BMW Z4 sDrive 28i Spaß-Bremse oder Spaß-Turbo?

Wer BMW sagt, meint Sechszylinder. Oder? Zugegeben: Die Dinger sind durstig. Deswegen bauen die Bayern jetzt auch kleinere Triebwerke in ihre Sportwagen. Handelsblatt Online testet, ob das im Z4 noch Spaß macht.

BMW Z4 sDrive 28i: Spaß-Bremse oder Spaß-Turbo?

Im kommenden Frühjahr soll der aktuelle Z4 ein Facelift bekommen. Die Antriebspalette des Z4 erfüllt die Erwartungen, die man an einen Sportwagen seiner Klasse in punkto Leistung haben darf: Stärkster Benziner ist ein Sechszylinder mit 3,2 Litern Hubraum und 252 kW/343 PS, der aber nur im M-Modell zwischen 2006 und 2008 verbaut wurde.

Ansonsten leisten die ausschließlich eingesetzten Ottomotoren mit Hubraumgrößen ab 2,0 Litern je nach Baujahr und Generation zwischen 110 kW/150 PS und 250 kW/340 PS. Das Coupé wurde nur mit Reihensechszylindern und auch als M-Modell angeboten.

Cabrios und Roadster

Wer nach einem gebrauchten Coupé Ausschau hält, muss mindestens um die 17.300 Euro einplanen. Dafür sollte laut der Schwacke-Liste ein Z4 3.0si Coupé mit 195 kW/265 PS des Baujahrs 2006 in gutem Pflegezustand zu bekommen sein (durchschnittliche Laufleistung: 105.000 Kilometer).

Ein älterer Roadster, so der Z4 2.2i von 2004 mit 125 kW/170 PS, wird für rund 12.000 Euro gehandelt (91.950 Kilometer). Interessenten eines Z4 der zweiten Generation müssen mit 24.150 Euro rechnen. Mit diesem Richtpreis führt Schwacke den 150 kW/204 PS starken Z4 sDrive23i von 2009 (46.950 Kilometer).

Quelle: dpa