BMW Z4 Facelift
Zweiter Frühling

Schönheit schützt vor Facelift nicht. Vier Jahre nach dem Debüt des Z4 dümpelt dessen Absatz, und BMW frischt seinen eleganten Roadster auf. Weniger optisch, aber vor allem mit einer neuen Einstiegsmotorisierung.
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Garching bei MünchenDie Designerin des Z4, Juliane Blasi, nannte "ihr" Auto bei dessen Erstvorstellung einen "No Brainer", und schob auch gleich die Erklärung nach: "Der Betrachter muss an nichts denken, die Formensprache ist in sich schlüssig." Heißt: eine rundum gelungene Optik. Klassische Proportionen, lange Haube, kurze Überhänge, knackiges Heck, dazwischen Platz für zwei Personen; eigentlich das richtige Rezept für rassige Roadster. Doch zum großen Renner avancierte der flache Zweisitzer nicht.

Zumindest bei deutschen Frischluftfans steht der Z4 nicht sonderlich hoch im Kurs. Im vergangenen Jahr verkauften die Münchener in Deutschland gerade einmal 3.119 Einheiten. Zum Vergleich: Mercedes setzte von seinem SLK fast doppelt so viele Exemplare ab.

Woran liegt’s? Nicht wenige behaupten, am Dach. Der Z4 ist BMWs erster Roadster mit versenkbarem Hardtop. Aus München hieß es damals, der Markt verlange danach, weil viele Leute glauben würden, unter einem Softtop nicht sicher untergebracht zu sein. Vielleicht eine Fehlinterpretation. Denn Roadster dieses Segments sprechen besonders Puristen an, und die lieben das klassische Verdeck - zumal dann auch ein nutzbarer Kofferraum bleibt.

Das Hardtop wird der Z4 natürlich auch nach seiner Modellpflege behalten. Weiterhin öffnet es in nur 19 Sekunden und lässt sich, falls es an der Ampel einmal zu schnell grün wird, auch noch bis Tempo 40 betätigen. Um den überarbeiteten BMW-Roadster von seinem Vorgänger zu unterscheiden, bedarf es eines scharfen Auges. Nur dann ist das neue Innenleben der Scheinwerfer und die "Chrom-Kiemen" an der Flanke zu erkennen.

Front- und Heckschürze sind erhalten geblieben. Projektleiter Peter Müllenbach erklärt, warum: "70 Prozent der Kunden bestellen das M Sportpaket, so viel wie bei keiner anderen Modellreihe. Und M-Bauteile erhalten bei uns kein Facelift." Auch ans Blech gingen die Bayern dem Z4 nicht. Neue Presswerkzeuge würden viele Millionen Euro verschlingen und den Facelift-Aufwand nicht lohnen.

Verleidet haben mag manchen Z4-Kunden seine Kaufabsicht auch die Motorenpolitik von BMW. Anfangs gab es den Roadster nur mit Sechszylinder. Mittlerweile stehen auch drei Vierzylinder in der Preisliste. Der jüngste Zugang bildet gleichzeitig der Einstieg in die Roadster-Welt von BMW, ein Zweiliter-Turbo-Vierzylinder mit 115 kW/156 PS, äußerlich erkennbar an den Typenschildern "sDrive18i".

Bedenken, dass mit dieser Leistung der doch 1,4 Tonnen schwere Zweisitzer ein wenig überfordert sein könnte, weist Müllenbach entschieden zurück. "Der reicht zum Cruisen und für den Alltag völlig", so der Z4-Manager. Ausprobieren konnten wir dies leider nicht, denn als Testwagen stand lediglich die Topversion sDrive35i zur Verfügung.

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