BMW Z4 im Gebraucht-Check
Sonnige Aussichten

Der BMW Z4 ist ein echtes Sonnenkind. Tolle Fahreigenschaften, solide Technik, oftmals gut gepflegte gebrauchte Exemplare. Nur eine einzige Eigenschaft könnte gegen die Anschaffung sprechen.
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Auf Knopfdruck in rund 20 Sekunden vom Winter- ins Sommergefühl: Klappt der BMW Z4 sein elektrisches Metallverdeck weg, wird aus dem schmucken Quasi-Coupé ein sonnenhungriger Roadster. Mit gewachsenen Ausmaßen bewegt sich der Münchner vom puristischen Flitzer in Richtung luxuriöses Cabrio. Qualitativ überzeugt das seit 2009 bis heute gebaute Modell. Viel falsch machen kann man bei der Anschaffung eines Z4 (Typ E89) also nicht, ein Haken ist allerdings der Preis.

Karosserie und Innenraum: Der aktuelle Z4 hat ein Alu-Klappdach und nähert sich damit dem Konkurrenten Mercedes SLK an. Das zweiteilige Hardtop schließt oder öffnet vollautomatisch in rund 20 Sekunden, die neueren Modelle können das auch während der Fahrt (bis 40 km/h). Wer offen fahren will, sollte sich auf kleines Gepäck beschränken: Nur noch 180 Liter fasst der Kofferraum bei geöffnetem Dach, geschlossen sind es 310.

Auch ohne Zuladung schleppt die aktuelle Generation 95 Kilogramm mehr Gewicht mit sich herum als der Vorgänger. Auf das Konto des neuen Daches gehen nur 30, der Rest ist bedingt durch die neuen, größeren Abmessungen (vor allem die Motorhaube ist um einige Zentimeter gewachsen), eine steiferen Karosserie und andere Serienausstattung. Das Interieur ist sachlich und wertig, das Platzangebot ist ausreichend, aber nicht üppig.

Motoren und Fahrwerk: Echte BMW-Fans schwören natürlich auf die Sechszylinder, bis 2011 wurde unter der langen Motorhaube die Kraft ausschließlich aus sechs Töpfen geschöpft. Die Aggregate leisten je nach Typ und Baujahr zwischen 150 kW/204 PS und 250 kW/340 PS.

In den letzten Jahren kamen drei sparsamere Vierzylinder hinzu, die mit Leistungswerten zwischen 115 kW/156 PS und 180 kW/245 PS auch kein Spaßbremsen sind. Dieselmotoren sind bei dem Roadster nicht im Sortiment. Für die Kraftübertragung an die Hinterachse sorgen Sechsgang-Handschaltung oder Achtstufen-Automatik, beziehungsweise in den Top-Motorisierungen ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.

Auch mit mehr Gewicht auf den Rippen bleibt der Z4 ein fahraktiver Roadster mit agilem Handling. Er ist allerdings deutlich komfortabler als der hart gefederte Vorgänger.

Ausstattung und Sicherheit: Bei einem Überschlag sollen zwei hinter den Kopfstützen montierte, feststehende Überrollbügel die Passagiere schützen. Das dynamische Bremslicht zeigt an, wie stark das Fahrzeug verzögert wird. Der BMW-typische Fahrerlebnisschalter ist serienmäßig, mit ihm lässt sich per Tastendruck die Fahrzeugcharakteristik auf Comfort, Sport und Sport+ einstellen.

17-Zoll-Leichtmetallräder, CD-Radio und Xenon-Licht sind Serie. BMW-typisch ist die Optionsliste lang, ein vollausgestatteter Z4 aber teuer und selten. Sitzheizung für die kühlen Tage und Klimaautomatik für die besonders heißen, an denen das Dach zu bleibt, sollten an Bord sein.

Qualität: Mit dem Typ E89 haben die TÜV-Prüfer sehr wenig Arbeit: In jeder Disziplin schneiden die Z4 überdurchschnittlich gut ab. Deutlich öfter als der Schnitt besteht der Zweisitzer die HU gänzlich ohne Mängel. Für den Typ E89 Baujahr 2012 und 2013 gab es einen Rückruf: Die Bremskraftunterstützung konnte ausfallen, ein betroffenes Modell sollte überprüft worden sein.

Fazit: Der Z4 bietet Roadster-Feeling ohne, dass der verwöhnte Fahrer auf Komfort verzichten muss. Los geht es preislich bei etwa 17.000 Euro, wer ein etwa vier Jahre altes Exemplar um die 30.000 Kilometer sucht, muss allerdings schon etwa 25.000 Euro auf den Tisch legen.

Für einen Jahreswagen aus erster Hand oder eine der größeren Motorisierungen werden bei den Gebrauchtwagenbörsen Summen um 30.000 Euro aufgerufen. Neu kostet der Z4 in der Einstiegsversion (18i) knapp 34.000 Euro. Den beachtlichen Preisen gegenüber steht allerdings eine vorbildliche Qualität.

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