Test + Technik

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BMW Z4 sDrive 28i: Spaß-Bremse oder Spaß-Turbo?

Wer BMW sagt, meint Sechszylinder. Oder? Zugegeben: Die Dinger sind durstig. Deswegen bauen die Bayern jetzt auch kleinere Triebwerke in ihre Sportwagen. Handelsblatt Online testet, ob das im Z4 noch Spaß macht.

Wer den Sechszylinder nicht gefahren ist, dem verrät nur der große Freiraum vor dem Motor, dass dort einmal zwei Zylinder mehr ihren Dienst verrichtet haben. Quelle: Sebastian Schaal
Wer den Sechszylinder nicht gefahren ist, dem verrät nur der große Freiraum vor dem Motor, dass dort einmal zwei Zylinder mehr ihren Dienst verrichtet haben. Quelle: Sebastian Schaal

DüsseldorfKein anderer Autobauer steht wie BMW für den Reihensechszylinder. Wo andere auf V-Motoren setzen, scheint die Liebe bei den Münchnern zu der Reihenanordnung ungebrochen. Das Faible für diese Motorenbauart ging sogar so weit, dass es die aktuelle Generation des Z4 seit seiner Markteinführung im Mai 2009 nur mit dem drei Liter großen Reihensechser angeboten wurde. Immerhin hatte der Kunde die Wahl zwischen zwei Saugmotor-Varianten und zwei stärkeren Turbomotoren.

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Ich bin damals den 258 PS starken Saugmotor gefahren, den BMW etwas kryptisch Z4 sDrive 30i nennt. Um es kurz zu machen: Ein wunderbares Stück Ingenieurskunst. Ein kraftvoller Antritt, viel Leistung bei hohen Drehzahlen und vor allem ein satter Klang des Sechszylinders.

BMW Z4 sDrive 28i Der Z4 im Detail

  • BMW Z4 sDrive 28i: Der Z4 im Detail
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  • BMW Z4 sDrive 28i: Der Z4 im Detail
  • BMW Z4 sDrive 28i: Der Z4 im Detail

Doch diese Heiterkeit hat auch einen Haken: den Verbrauch. Unter zehn Litern ging es nicht, bei forscher Gangart war auch das Doppelte drin. Da BMW sich selbst als Hersteller effizienter und sparsamer Autos versteht, passt der 3,0-Liter-Saugmotor nicht mehr in das Firmenbild. Die Lösung der Münchner ist einfach. Der Sauger fällt aus dem Programm, an seiner Stelle steht seit dem vergangenen Herbst ein aufgeladener Vierzylinder mit zwei Litern Hubraum. Der leistet wahlweise 184 oder 245 PS. Wer sechs Zylinder haben will, der muss zu den Turbomotoren (306 oder 340 PS) greifen.

Das Fahrtenbuch

  • Erster Eintrag

    Der erste Eintrag ins Tagebuch, bevor ich überhaupt eingestiegen bin: Die lange Motorhaube und unsere Handelsblatt-Tiefgarage, das ist keine gute Kombination. Man kommt zwar problemlos in die Parklücken und auch wieder heraus, nur wird das Aussteigen zur Sportübung. Wegen der langen Haube kollidiert die Türe meistens mit einer der Säulen - und weiter vorfahren geht ja nicht, egal wie man es dreht und wendet.

  • Zweiter Eintrag

    Ich habe nach dem tollen Sechszylinder-Sound nicht viel erwartet. Aber hallo - der Z4-Vierzylinder klingt vor allem im Sport-Modus richtig toll.

  • Dritter Eintrag

    Den Sport-Plus-Modus (abgeschaltetes ESP) brauche ich nicht. Selbst im „normalen“ Sport-Modus muss die Elektronik so gut wie nie eingreifen - das Fahrwerk hat unglaubliche Reserven.

  • Vierter Eintrag

    Ich war von Anfang an von dem „tiefseeblauen“ Lack angetan. Vor dem Fotoshooting fällt aber auf, dass Wasserflecken deutlich zu sehen sind. Auch Blütenstaub ist kein Freund des dunklen Lacks.

  • Fünfter Eintrag

    Über den Verbrauch kann man echt nicht meckern: 8,6 Liter im Schnitt, auf der Autobahn auf mal sparsame 7,3.

Um einen Vergleich zu dem Saugmotor herzustellen, habe ich mich für die 245-PS-Variante entschieden. Das Ergebnis heißt jetzt Z4 sDrive 28i. Den aus dem X1 und der neuen 3er-Baureihe bekannten Motor zeichnet sein besonderer Twinscroll-Turbolader aus. Der soll die Abgasströme der einzelnen Zylinder besser nutzen als ein konventioneller Turbo. Da wird die vollvariable Ventilsteuerung schon fast zur Nebensache. Das klingt jetzt alles nicht gerade sehr sexy, BMW verspricht sich von diesen Techniken aber eine „beeindruckend hohe Dynamik und effizienten Verbrauch“.

Auf der Landstraße fühlt sich der Z4 besonders wohl. Mit dem Vierzylinder bleibt auch der Verbrauch - selbst bei forscher Gangart - im Rahmen. Quelle: Sebastian Schaal
Auf der Landstraße fühlt sich der Z4 besonders wohl. Mit dem Vierzylinder bleibt auch der Verbrauch - selbst bei forscher Gangart - im Rahmen. Quelle: Sebastian Schaal

Genug geredet. Einsteigen, losfahren. Schon beim Anlassen vermisse ich den Sechszylinder kein bisschen. Durch die Tiefgarage hallt ein sportlich-heiserer Motorensound, als ich auf den Startknopf drücke. Doch um dieses Erlebnis zu erreichen, hat BMW aber mit einem Trick nachgeholfen: Nach dem Start bleibt die Leerlaufdrehzahl bei 1.200 Umdrehungen, wodurch der Motor natürlich lauter wird und mehr Leistung simuliert. Erst nach dem ersten Einkuppeln dreht sich der Motor im Stand nur noch etwa 900 Mal, dann aber auch deutlich leiser. Also doch nur ein Blender?

  • 16.05.2012, 11:35 Uhrschlingel

    Ein BMW ohne Reihensechser ist wie Sex ohne Frau.

    Einfach traurig, diese Entwicklung.

  • 16.05.2012, 11:41 UhrMikeM

    Genau so ist es! Vorallem aber verbrauchen diese kleinen Turbomotoren in der Praxis auch nicht weniger als die klassischen Sauger. Ich bin meinen Vorgänger Z4 3.0i mit 9 Litern im Schnitt gefahren. Die Mini-Turbos sehen nur auf dem Prüfstand besser aus, aber nur das ist ja gewollt. Die bescheuerte EU-Gesetzgebung lässt grüßen!

  • 16.05.2012, 15:56 Uhrderheuschreck

    Den Sechszylinder kann überhaupt nur vermissen, wer ihn kannte - und bereit war dafür voll zu zahlen. Beim reinrassigen M kann ich die Trauer um die Sauger ja noch verstehen. Aber dieser Z4 fährt sich so sportlich, da können die zwei Zylinder ruhig entfallen. Auch wenn es ein paar Ewiggestrige nicht wahrhaben möchten.

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