Bordelektronik verlangt nach moderner Steuertechnik
Autos entwickeln motorische Fähigkeiten

Automatische Abstandshalter, Einparkhilfe und Nachtsichtassistent sind nur einige Begriffe aus der langen Liste schlauer Fahrzeugkomponenten. Die Elektronik an Bord wird immer komplexer und verlangt nach höherem Steuerungsaufwand.

DÜSSELDORF. Rund 100 Mikroprozessoren kümmern sich um Assistenzfunktionen wie ABS, ESP oder Scheinwerfer, die sich an jede Situation automatisch anpassen. Fast ebenso viele Steuergeräte senden ihre Befehle an Einspritzpumpen und Airbags. Doch jedes Gerät hat eine eigene Software und jeder Zulieferer verfolgt sein eigenes Konzept. Die Folge ist ein heilloses Durcheinander.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Software- und Systemtechnik (ISST) in Berlin rechnen mit einer Zunahme des Software-Volumens in Neufahrzeugen in den nächsten vier Jahren um bis zu 300 Prozent. Die Schlüssel zu mehr Sicherheit, Sparsamkeit und Komfort sind Sensoren, Mikrochips und Rechner. Das heißt auch: Ohne Standardisierung der Software läuft bald nichts mehr.

Daran arbeitet die internationale Entwicklungspartnerschaft Autosar, an der neben großen Autobauern und Zulieferern auch das ISST beteiligt ist. Autosar biete den Unternehmen, die Software für Fahrzeuge herstellten, was Entwicklern in anderen Bereichen seit Jahrzehnten zur Verfügung stehe, sagt Markus Hardt, Abteilungsleiter für verlässliche technische Systeme beim ISST. Es geht um nicht weniger als ein einheitliches Betriebssystem für sämtliche Autos.

Die Entwickler müssen dazu alle Fahrzeugfunktionen zuerst unabhängig von der jeweiligen Plattform beschreiben und miteinander verbinden. Erst in einem weiteren Schritt verteilen sie diese Funktionen auf die Steuergeräte des Autos. Zuletzt passen sie die ebenfalls standardisierte Infrastruktur-Software an. Die eigentliche Informationsverarbeitung leistet ein übergeordneter sogenannter "Virtual Functional Bus", der alle Computerprogramme im Fahrzeug verbindet. "Diese Herangehensweise bedeutet eine enorme Vereinfachung und zeigt einen Weg auf, das wachsende Software-Durcheinander zu strukturieren", sagt Hardt.

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