Test + Technik

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Chevrolet Aveo als Gebrauchter: Mängelriese von der Opel-Mutter

Mit seiner Karosserieform war der Chevrolet Aveo ein Vorreiter. Als Gebrauchtwagen stellen ihm Experten jedoch keine guten Noten aus. Bemängelt werden unter anderem Probleme mit den Achsen.

Achsprobleme, schlechte Verarbeitung: Der Chevrolet Aveo der ersten Generation bekommt von KFZ-Experten wenig Lob. Quelle: Pressefoto
Achsprobleme, schlechte Verarbeitung: Der Chevrolet Aveo der ersten Generation bekommt von KFZ-Experten wenig Lob. Quelle: Pressefoto

BerlinIn gewissem Sinne war der Chevrolet Aveo ein Vorreiter: Als er 2006 zunächst als Stufenheck auf den Markt kam, war die Karosserieform für ein nur 4,33 Meter langes Auto recht ungewöhnlich. Derzeit sind Limousinen mit kompakten Abmessungen wieder im Kommen - siehe Skoda Rapid, Seat Toledo oder Dacia Logan.

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Doch wer einen gebrauchten Aveo als nächstes Auto in Betracht zieht, sollte wissen, dass der Wagen einige Macken hat. Laut dem «TÜV Report 2012» ist der Aveo ein Mängelriese, bei dem vor allem die Achsen Probleme machen - über alle Baujahre und doppelt so häufig wie bei anderen Fahrzeugen seiner Klasse.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

  • Fahrzeugbesichtigung

    Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

  • Papiere prüfen

    Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

  • Blick unter die Haube

    Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

  • Rostsuche

    Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

  • Lack-Check

    Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

  • Systemtest

    Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

  • Probefahrt

    Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

  • Tachostand

    Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

  • Sachverständiger

    Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

  • Seriösen Anbieter erkennen

    Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Bei Hauptuntersuchungen fielen den TÜV-Prüfern demnach oft auch mangelhafte Kraftstoff- und Abgasanlagen auf. Der ADAC verzeichnete für den Aveo defekte Nockenwellen- und Kurbelwellensensoren (Baujahre 2008/2009) sowie blockierende Hinterrad- und Feststellbremsen (2008).

Der Aveo stammt aus der Kooperation von Chevrolet mit dem koreanischen Hersteller Daewoo. 2006 kam er als Limousine in den Handel, zwei Jahre später folgte das drei- oder fünftürige Schrägheck. Recht geräumig ist der Wagen im Innenraum, doch bemängelt der TÜV teils schlechte Verarbeitung, was sich an kratzempfindlichen Oberflächen und vibrierenden Spiegeln zeige.

2011 folgte die zweite Aveo-Generation. Im Aveo kommen ausschließlich Reihenvierzylinder-Motoren zum Einsatz. Die Benziner leisten je nach Baujahr und Karosserieform zwischen 62 kW/84 PS und 85 kW/115 PS. Die erste Generation wurde noch mit einem Autogasantrieb angeboten. Diese LPG-Version nahm Chevrolet beim Generationswechsel zugunsten eines 1,3 Liter großen Diesels mit wahlweise 55 kW/75 PS und 70 kW/95 PS aus dem Programm. Den gibt es allerdings nur für das Fließheck.

Autogas und Erdgas

Wer sich für einen solchen Wagen von 2011 interessiert, muss im Fall des Aveo 1.3 LTZ mit 70 kW/95 PS und einer durchschnittlichen Laufleistung von 30.300 Kilometern der Schwacke-Liste zufolge rund 11.500 Euro einplanen.

Ein älteres Stufenheck wie der 69 kW/94 PS starke Aveo 1.4 16V LT von 2008 ist demnach für etwa 5.350 Euro zu bekommen (Laufleistung: 54.000 Kilometer). Für das gleiche Auto in der LPG-Version seien um die 850 Euro mehr fällig.

Günstigster Aveo auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist das Stufenheck 1.2 LS von 2006 mit 53 kW/72 PS, das für rund 4.000 Euro gehandelt wird. Solch ein Exemplar hat laut Schwacke im Schnitt 78.000 Kilometer auf dem Zähler.

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Quelle: dpa
  • 02.02.2013, 22:38 UhrNachtporschefahrer

    An scharfschuetze direkt. Haste überhaupt schon mal diese Kiste gefahren?? Denke nicht, sonst würdest nicht so nen Sch.... schreiben. Hab selber Porsche, Jaguar, Mercedes und BMW gefahren. Genau die Leute kaufen diese Kisten weil diese ein wenig Ahnung haben und das Preis-Leistungsverhältniss stimmt. PS Manche brauchen für ihr EGO eine Sch.....verlängerung.

  • 02.02.2013, 22:23 UhrAveofahrer

    Hab wohl Glück gehabt. Aveo mit 1,2l Motor, 84 PS und keine Mängel. Na hab erst 130.000 km runter. Richtig! In Worten Einhundertdreißigtausend! Laufende Ölwechsel selber gemacht, einmal Bremsbeläge vorne und natürlich Scheibenwischer und Birnchen für die Leuchten. Da hab ich wohl ein gutes Exemplar erwischt. Noch was, der Spritverbrauch, natürlich kein E 10 Fliedertee, beläuft sich zwischen 4,7 - 5,6l/100 km.

  • 19.10.2012, 09:57 Uhrscharfschuetze

    Wer auf das saudumme amerikanische "badge-engineering" Produkt hereingefallen ist, hat es nicht anders verdient.
    Von einer Kooperation zu sprechen ist ebenfalls Quatsch, das Auto ist ein DAEWOOOOO, eine Marke, die hierzulande niemand kaufen wollte und deshalb halt "umgetauft" wurde.
    Chevrolet ist im GM-Konzern für die Billig-Autos zuständig, und Daewoo ist Billig-Billig.
    Das Ergebnis ist darum nicht überraschend, die Autos nur für Leute, die von Autos keine Ahnung haben und eigentlich auch gar keins brauchen.

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