
DüsseldorfEs steht derzeit nicht gut um Opel. Für das laufende Betriebsjahr rechnet der Mutterkonzern General Motors mit einem Milliardenverlust in Europa. Namentlich festgemacht an den Marken Opel und Vauxhall.
Die Gründe dafür sind leicht zu finden. Die Schuldenkrise hat den Absatz einbrechen lassen, gerade in den südeuropäischen Ländern, die für Hersteller von Klein- und Kompaktautos besonders wichtig sind.
Seit dem achten nicht nur die Unternehmen auf jeden Euro, auch die Kunden. Also warum einen Opel Astra kaufen, wenn es für weniger Geld quasi dasselbe Auto als Chevrolet Cruze gibt?
Aus diesem Grund sind wir den Cruze mit 130-PS-Diesel gefahren. Im kompakten Chevrolet gibt es den 1,7 Liter großen Selbstzünder ausschließlich in der Ausstattungslinie LT+ (unter anderem sechs Airbags, rundum elektrische Fensterheber und Klimaanlage) ab 21.990 Euro. Der günstigste Astra mit diesem Motor kostet 725 Euro mehr.
Ein klassisches Kompaktauto mit Fließheck, Platz für fünf Erwachsene und trotzdem noch einen Kofferraum von 413 Litern, was mehr ist als ein einem Golf. Was will man mehr?
Die Start-Stopp-Anzeige im Drehzahlmesser. Anstatt komplett auf Null zu fallen, fällt die Drehzahlnadel auf eine Stufe zwischen Leerlauf und „Aus“. Einfach, aber sinnvoll.
Der Cruze bietet kein echtes Highlight. Nichts, was fasziniert oder auf der Stelle überzeugt, genau dieses Fahrzeug zu kaufen. Selbst nicht die Preisliste, da halten Hyundai i30 und Kia C'eed locker mit.
Der Cruze ist ein solides Auto. Ersatzteile gibt es en masse, schließlich sind fast alles Standard-Teile vom GM. Damit bekommt man mit dem Cruze einen günstigen Kompaktwagen auf dem Preis-Niveau der Konkurrenz.
Was von einem Diesel erwartet werden kann. Der Selbstzünder nagelt am Anfang deutlich hörbar, wenn er warm ist dezent vor sich hin. Auf der Autobahn werden die Windgeräusche etwas laut.
Den Normverbrauch von 4,5 Litern oder umgerechnet 117 Gramm CO2 können Sie vergessen. Sechs Liter werden es mindestens. Das sind keine Bestwerte in der Klasse, andere können das besser.
Wie man durch das gezielte Weglassen von Luxus- und Komfortfeatures einfach und schnell ein günstiges, aber dennoch gutes Auto bauen kann.
Hat nur am fremden Kennzeichen erkannt, dass es wohl mein Testwagen sein muss. Sonst hätte er ihn wohl keines Blickes gewürdigt. Er fällt eben kaum auf, hebt sich beim Design nicht von der Masse ab.
Wenn nicht einmal der Nachbar, dann sind es auch auf der Straße sehr wenige. Er fasziniert eben nicht, er funktioniert.
Hier wird die Verwandtschaft zum Astra deutlich. Über Design kann man streiten, der Innenraum ist sehr schlicht. Aber er fährt eben fast wie ein Astra. Die kleinen Unterschiede würden nur im direkten Vergleich deutlich.
Als klassisches Kompaktauto kann der Cruze überall seine Stärken ausspielen. Mit dem relativ komfortablen Fahrwerk eignet er sich auch für die Langstrecke.
In der Praxis dürfte dieser Preisunterschied aber etwas größer werden, denn zum einen ist die LT+-Ausstattung des Chevrolets üppig, zum anderen lässt sich der Rüsselsheimer mit einigen Extras wie einem verstellbaren Fahrwerk oder einer Verkehrszeichenerkennung aufwerten, die der Cruze nicht zu bieten hat.
Einmal im Cruze Platz genommen, werden schnell die Gemeinsamkeiten, aber auch die Unterschiede zum Astra klar. Egal ob Lenkrad, Blinkerhebel oder der Schalter für die Scheinwerfer, das ist alles aus anderen GM-Modellen, auch aus dem Hause Opel, bekannt. Doch anstatt in einem nüchternen Weiß leuchten die Instrumente türkis, an vielen Stellen wirkt der Kunststoff sehr schlicht.


JeffHealey trifft den nagel auf den Kopf!
Die Opel-Modelle sind ihren Mehrpreis gegenüber den Chevrolet- Klonen auf jeden Fall wert.
Das sage ich als Nicht-Opel-Fahrer - fahre seit über 6 Jahren einen VW Polo und bin (auch nach 161.000 km)sehr zufrieden

Naja, vieles sehe ich ebenfalls genauso! Nur eines wurde leider noch nicht angesprochen. Herr Obama hat GM richtig viele Dollars vor einiger Zeit geliehen. Was hat Obama von GM als Gegenleistung verlangt? M.E. natürlich das GM Chevrolet weltweit ausrollt um Arbeitsplätze in den USA zu schaffen. M.E. ist Opel sowieso verloren, solange die Fzg'e in Hochlohn-Länder gefertigt werden. - Dies war nur meine Brainstorm zum o.g. Thema :)

Die Hyundai/Kia-Optik finde ich irgendwie billig, wie gewollt und nicht gekonnt. Und die beste Garantie nützt nichts, wenn die Technik danach den Geist aufgibt. Nein danke, da stottere ich lieber einen Tausender mehr ab und fahre echte Qualität. Und dies im Zweifelsfall auch 20 Jahre am Stück. Dekrasieger 2010/11/12: Corsa, Astra, Insignia. GTÜ-Sieger 2012: Insignia (vor dem 5er-BMW!). Wo Opel in technischer Hinsicht heute steht, ist Hyundai/Kia in 10 Jahren noch nicht. Da können unsere Auto-"Fachblätter" die Koreaner noch so hochjubeln, die Realität sieht anders aus.
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