Test + Technik
Chevrolet Matiz: Amerikanischer Zwerg aus Asien

Noch vor einigen Monaten rollte der kleine Stadt-Hüpfer unter dem koreanischen Logo Daewoo nach Deutschland. Jetzt heißt Daewoo Chevrolet und der Matiz erfährt seine zweite Markteinführung. Mit überarbeiteten Motoren und einer unfassenden Serienausstattung steht der Wahl-Amerikaner beim deutschen Händler.

dpa-infocom HAAR. Rein äußerlich kommt der Chevrolet Matiz wie fast alle Kleinstwagen auf dem deutschen Markt daher: Unauffällig. Die neuen Scheinwerfer, die der amerikanische Hersteller ihm spendiert hat, werten ihn aber merklich auf. Der Innenraum wirkt äußerst hochwertig. Die verwendeten Materialien fassen sich gut an und sehen gut aus. In der Mittelkonsole verwöhnen Einlagen mit Aluminium-Optik - optional auch für die Türen. Hinter dem nicht verstellbaren Lenkrad sitzt eine Status-Anzeige mit Informationen zu wichtigen Funktionen.

Nur als Fünftürer

Kostet ein Fünftürer bei der Konkurrenz gegenüber einem Dreitürer Aufpreis, bietet Chevrolet diese Karosserie-Variante gar nicht erst an. Bereits zum Basispreis von 7 990 Euro erhält der Käufer also den bequemen Einstieg in die zweite Reihe - geöffnet von der serienmäßigen Zentralverriegelung. Ebenfalls serienmäßig sind die zwei Isofix-Kindersitzhalterungen auf der Rücksitzbank. Ihre Haltepunkte sind im Kofferraum angebracht. Werden sie verwendet, schrumpft der mögliche Stauraum hinter der Rücksitzbank.

Guter Sitzkomfort

Die vorderen Sitze des Matiz haben zwar für einen durchschnittlich großen Erwachsenen eine zu kurze Beinauflage, zeichnen sich jedoch durch guten Seitenhalt aus. Auch die Rückenpartie wird ausreichend unterstützt. In der zweiten Reihe sind Kinder gut, Erwachsene aber auf langen Strecken nicht optimal untergebracht.

Vorne viele Ablagen, hinten drei Kopfstützen

Wer mit viel Krimskrams reist, der fühlt sich im Matiz nur vorne wirklich wohl. Ablagen unter dem Lenkrad und dem passablem Handschuhfach nehmen bereitwillig auch größere Mengen Kleinkram auf. Die Fächer in den Türen sind für Straßenkarten und ähnliches gut und am Dachhimmel findet ab dem 1.0 SE die Sonnenbrille ihren Platz. In der zweiten Reihe ist nach einem einzigen Dosenhalter bereits das Ende der Staumöglichkeiten erreicht. Schade, denn zumindest theoretisch ist der Platz im Fond für drei Mitreisende ausgelegt. Drei höhenverstellbare Kopfstützen und drei Dreipunkt-Gurte sorgen für die Sicherheit der Mitreisenden.

Platz für die Einkäufe

Mit 170 Litern Fassungsvermögen ist der Kofferraum des neuen Matiz recht üppig ausgefallen. Wird von der geteilt umklappbaren Rücksitzbank unseres Probanden Gebrauch gemacht, verschwinden einige Koffer oder große Reisetaschen auf der Ladefläche - 800 Liter Fassungsvermögen. Auch die Zuladung von 400 Kilogramm scheint da realistisch. So könnten glatt zwei Erwachsene mit viel Gepäck in Urlaub fahren.

Gute Sicherheitsausstattung

Die Sicherheitsmerkmale des kleinen Japan-Amerikaners sind bereits in der Grundausstattung umfangreich. Fahrer- und Beifahrerairbag geben auf den vorderen Plätzen Sicherheit. Hinten erwarten die Passagiere drei Dreipunktgurte und ebenso viele Kopfstützen. Zudem ist ABS Serie. ESP ist selbst gegen Aufpreis nicht zu bekommen.

Als Drei- oder Vierzylinder

Einher mit der Namensänderung ging beim Matiz eine Modifizierung der Motoren: Der kleinere 0,8-Liter-Dreizylinder leistet jetzt 52 PS statt der bei Daewoo ehemals angebotenen 51. Beim größeren 1,0-Liter- Motor beläuft sich die Veränderung auf jetzt 67 Pferdestärken zu den vorherigen 64. Geschaltet wird mittels eines Fünfgang- Schaltgetriebes. Ab Herbst 2005 steht auch eine Automatik zur Verfügung. Beide Motoren erfüllen jetzt die Euro-4-Norm. Mit durchschnittlichen 5,2 Litern Benzin soll der Matiz 0.8 S hundert Kilometer absolvieren. Der etwas stärker motorisierte 1.0 SE begnügt sich laut Werksangaben mit 5,6 Litern.

Die Fahrleistungen

In 18,2 Sekunden absolviert der Matiz 0,8 S den Spurt auf Tempo 100. Schluss ist bei 145 km/h. Der 1,0-Liter-Motor beschleunigt den kleinsten Chevrolet aller Zeiten in 14,1 Sekunden auf 100 km/h.

Fazit: Ausstattung top, Preis top, Motor klein

Der Matiz ist zeitgemäßer und optisch dynamischer geworden. Die Dachreling gibt dem Matiz ab Ausstattungsvariante SE eine praktisch- sportliche Note. Er wirkt nicht mehr ganz so pummelig wie sein Vorgänger.

Auch im Innenraum kann der Matiz überzeugen. Die Verarbeitung ist gut und der Sitzkomfort vorne ausreichend. Elektrische Fensterheber sind für die erste Reihe serienmäßig und der Matiz verfügt über eine Zentralverriegelung. Lediglich die Anordnung der Instrumente ist gewöhnungsbedürftig.

Den neuen Benzinern mit 0,8 oder 1,0 Litern Hubraum fehlt es an Biss. Die 52 beziehungsweise 67 PS haben sichtlich Mühe, das Leichtgewicht Matiz in Fahrt zu bringen. Die Autobahn sollte man also meiden. Großer Vorteil der neuen Motoren: Sie erfüllen die Euro-4-Norm und verbrauchen zwischen 5,2 und 5,6 Liter Normalbenzin.

Der Käufer erhält für unter 10 000 Euro ein gut ausgestattetes und sparsames Stadtfahrzeug, mit dem sogar Strecken über Land möglich sind.

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