Chevrolet Tahoe im Fahrbericht
Heute ein König

Was für uns der BMW X5, das ist für die Amerikaner der Tahoe. Kein Fullsize-SUV verkauft sich in den USA besser als das Chevy-Dickschiff. Wer sich als King of the Road fühlen will, kann den Brummer auch bei uns genießen.
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Gegen ein SUV wie den neuen Chevrolet Tahoe ist der Opel Mokka kaum mehr als ein Spielzeugauto. Denn wenn es um Geländewagen geht, kann den Amerikanern der Trend zum Downsizing gestohlen bleiben. Bigger ist da noch immer better und je stattlicher das Auto, desto dicker sind die Geschäfte. Kaum jemand weiß das besser als General Motors. Nicht umsonst dominieren der Chevrolet Suburban und sein „kleiner“ Bruder Tahoe seit bald 50 Jahren das Segment der Fullsize-SUV ähnlich deutlich wie bei uns der VW Tiguan die Klasse der kompakten  Kraxler.

Deshalb darf man keine revolutionären Neuerungen erwarten, wenn man in diesen Tagen bei einem Trip jenseits des Atlantiks zum ersten Mal in den neuen Tahoe einsteigt. Leichtbau? Start-Stopp-Automatik? Kleinere Motoren? Oder wenigstens ein paar Zentimeter weniger Blech?

Von wegen! Stattdessen haben die Amerikaner zum Generationswechsel sogar weiter aufgerüstet. Deshalb ist der neue Tahoe noch stattlicher, noch stärker und noch luxuriöser als sein Vorgänger. Und das ist gut so. Denn so mögen es Millionen von Kunden und die paar nörgelnden Europäer werden es irgendwann auch noch lernen, wenn sie die ersten tausend Meilen mit dem Wagen durch den Wilden Westen gefahren sind.

Viel zu erhaben ist das Gefühl hinter dem Lenkrad, als dass man ernsthaft Kritik an der Größe üben möchte. Gefühlte zwei Meter über der Straße und umgeben von mehr als zwei Tonnen massivem Stahl, wähnt man sich als „King of the Road“, dem keiner etwas anhaben kann. Erst recht nicht, wenn man eine Armee von 355 Pferden befehligt.

So viel PS hat der 5,3 Liter große V8-Motor, der sanft unter der Haube säuselt. Zwar kann man diesen Kraftprotz tatsächlich in den Kampf um die Bestzeit schicken. Immerhin mobilisiert der Motor bis zu 519 Nm, wuchtet das Dickschiff wenn’s sein muss in 9,5 Sekunden auf Tempo 100 und rennt tapfer gegen das elektronische Limit von etwa 200 km/h an.

Aber gemacht ist der Achtzylinder vor allem fürs lässige Cruisen, wenn man souverän und fast mit Standgas ganz entspannt über den Highway schippert. Dann passen auch die extrem komfortable und deshalb wenig verbindliche 6-Gang-Automatik, die sahnige Lenkung und das marshmellowweiche Fahrwerk mit den magnetisch gesteuerten Dämpfern, das auch noch die letzte Querfuge im schartigen Asphalt wegbügelt.

Und vor allem zahlt sich die einzige Spritspartechnik im Tahoe dann doch noch aus: Die Zylinderabschaltung. Weil der V8 bei der typisch amerikanischen Fahrweise die meiste Zeit doch nur mit halber Kraft arbeitet, klemmen die Ingenieure dann vier Töpfe einfach ab und betreiben ihn als Vierzylinder – Teilzeit-Downsizing so zu sagen.

Kommentare zu " Chevrolet Tahoe im Fahrbericht: Heute ein König"

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  • Sehr schön geschriebener Beitrag!

  • schönes Schiff... aber liebes HB:
    Normverbrauch 413 Liter/100 km (US-Norm)
    glaub ich nicht... selbst für die Ami´s wärs zuviel ist ja keine F22... :-)

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