Citroen C1 im Test
Schau mir in die Augen

Der Citroen C1 weiß mit seinem niedlichen Aussehen zu verzaubern. Sieht man genauer hin, findet man viele innere Werte – und auch einige Schwächen. Dann ist da noch die Sache mit dem Preis.
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Gäbe es etwas zu wetten, lägen wir wohl nicht schlecht mit der Vermutung, dass der Citroen C1 auch wegen seines Äußeren gekauft wird. Da wären die Kulleraugen im niedlichen Fahrzeuggesicht, darüber auch noch ganz entzückende Augenbrauen und das in den Kühlergrill eingearbeitete Citroen-Emblem, das mit etwas Fantasie ein Stupsnäschen sein könnte. Wer hier schon die Kaufentscheidung gefällt hat, darf aufhören zu lesen. Wer sich im Leben und im Autokauf auch für Charakter interessiert, erfährt nun, welche anderen Werte der flotte Verführer bei unserem Test gezeigt hat.

Befasst man sich mit dem C1, beschäftigt man sich über kurz oder lang auch mit seinen fast baugleichen Brüdern, Peugeot 108 und Toyota Aygo, mit denen er in Tschechien vom Band rollt. In ihrer zweiten Auflage ist das bisher recht erfolgreiche Trio nicht mehr nur günstig (ab 8.890 Euro, aber Achtung, dazu später mehr), sondern eben auch optisch auffällig. Der C1 ist der Niedliche unter den dreien. Peugeots Kleinster ist eher ein elegant-schüchterner Knirps, Toyotas Mini macht auf auffälligen Halbstarken.

Unser Testwagen hatte den kleineren der beiden für den Franzosen erhältlichen Benziner an Bord. Das 1,0-Liter-Aggregat hat Toyota beigesteuert. Der muntere Dreizylinder treibt den 915 Kilo leichten Franzosen flott durch sein Haupteinsatzgebiet, die Stadt. Auch auf der Landstraße geht ihm nicht zu schnell die Puste aus, sofern man fleißig schaltet. Der Normverbrauch liegt bei 4,1 Liter, was zu erreichen wie üblich utopisch ist. Doch genehmigte sich der C1 ohne großartige Spritspar-Bemühungen im Test 5,1 Liter. Mit entsprechend sensiblem Gasfuß ist hier nach unten noch Spielraum.

Nach oben allerdings auch, dann nämlich, wenn man den Dreizylinder ständig ordentlich auf Touren bringt, um zum Beispiel auf der Autobahn rasch voran zu kommen. Die Langstrecke auf der Autobahn ist mit dem Knirps nicht zu empfehlen – er ist und bleibt ein Stadtauto. Wer die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h erreichen will, braucht einen geduldigen Hintermann, Rückenwind schadet sicher auch nicht. Wer den C1 untypisch, also öfter als Begleiter für längere Fahrten einzusetzen plant, ist möglicherweise mit dem größeren Benziner (60 kW/82 PS, mindestens 10.950 Euro) aus dem Portfolio der Franzosen besser bedient.

Die direkte Lenkung fällt im Stadtverkehr mit genau dem richtigen Maß an Servounterstützung – also nicht zu leichtgängig – positiv auf. Das komfortable Fahrwerk und die zumindest vorn bequemen Sitze machen den C1 zum angenehmen Transportmittel. Mit nur 3,47 Metern Kürze kurbelt es sich leicht in alle Lücken, zumal der Franzose mit seinem gerade abfallenden Heck gut zu überblicken ist.

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Typisch rauer Sound

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