Citroen C3-Fahrbericht Probier‘s mal mit Gemütlichkeit

Kleinwagen sind von mausgrauen Basis-Mobilitätslösungen längst zu Lifestyle-Flitzern für die City geworden. Der Citroen C3 treibt es besonders bunt - und übertrieben sparsam.
  • Holger Holzer
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  • Spotpress
"Mandelgrün" ist die aufpreisfreie Farbe in den höheren Ausstattungslinien Quelle: Citroen
Citroen C3

"Mandelgrün" heißt die ziemlich spezielle aber aufpreisfreie Farbe in den höheren Ausstattungslinien

Fahrkomfort war jahrzehntelang ein Wesensmerkmal französischer Autos. Zuletzt konnten aber auch sie sich dem Trend zu dynamischeren Gangarten nicht mehr komplett verschließen. Nun jedoch legt der Citroen C3 den Fokus wieder ganz klar auf Bequemlichkeit. Und kombiniert das kommode Fahrwerk mit einem urgemütlichen Innenraum. Im heiß umkämpften Kleinwagensegment kann dieser eigenständige Charakter ein echtes Kaufargument sein.

Das Design ist fraglos der Glanzpunkt des kleinen Citroen. Schon die Front mit den bauräumlich getrennten Leuchten und die Seite mit den rustikalen Plastikplanken sorgt für hohen Wiedererkennungswert. Endgültig zum potenziellen Hingucker wird der Fünftürer aber durch das umfangreiche Individualisierungsprogramm. Sowohl als flippiger Stadtflitzer mit Zweifarblackierung und bunten Applikationen als auch monochromatisch-elegant in gedeckten Farben und mit unaufdringlichen Zierstreifen kann er sich sehen lassen.

Der Innenraum ist besonders gelungen Quelle: Citroen
Der Innenraum ist optisch besonders gelungen

Allerdings hat der Touchscreen so seine Bedienschwächen

Besonders gelungen ist der mit Liebe zum Detail gestaltete Innenraum, der trotz hohem Hartplastikanteil besonders wohnlich wirkt. Vor allem das mit Stoff bezogene Cockpit vertreibt die sonst in modernen Autos häufig anzutreffende technoide Kälte. Dazu kommt ein Touchscreen-basiertes Armaturenbrett, das die Knöpfchenzahl im Innenraum auf nahezu null reduziert und aus dem klassischen Fahrer-Arbeitsplatz fast ein kleines Wohnzimmer macht. Dass das Konzept im Detail Bedienschwächen zeigt – etwa wenn zum Regulieren der Klimaanlage der Navibildschirm weggeklickt werden muss – lässt sich da locker verkraften.

Als Schnittstelle zwischen Wohnkomfort und Fahrkomfort fungieren die Sofa-artigen Sitze. Die nahezu flachen Auflagen für Gesäß und Rücken sind straff genug gepolstert und engen selbst beleibtere Insassen nicht ein. Natürlich bieten sie im Gegenzug null Seitenhalt – doch Kurvenfahrten zählen eh nicht zu den Stärken des C3. Dafür ist das Fahrwerk einfach zu weich und komfortabel abgestimmt. Im Stadtverkehr ist das sehr angenehm, schwingt der Kleinwagen doch trotz kurzen Radstands groben Asphalt und Schlaglöcher ganz nonchalant weg. Dank der solide wirkenden Verarbeitung dringt dabei auch kein Knarzen oder Knirschen an die Ohren der Insassen.

Passend zum Stadtverkehrs-Schwerpunkt ist der C3 auffällig leicht zu fahren Quelle: Citroen
Bunte City-Agilität statt Basis-Mobilitätslösung

Passend zum Stadtverkehrs-Schwerpunkt ist der C3 auffällig leicht zu fahren

Passend zum Stadtverkehrs-Schwerpunkt ist der C3 auffällig leicht zu fahren. Die Pedalerie ist so leichtgängig, dass auch stundenlanger Stop-and-go-Verkehr mit ständigem Ein- und Auskuppeln nicht für Krämpfe im Oberschenkel sorgt. Der Servolenkung fehlt es zwar etwas an Gefühl, dafür entlastet auch sie den Fahrer mit kräftiger Unterstützung beim Rangieren. Und dank der guten Sicht nach hinten und den klar abgezirkelten Dimensionen des Hecks ist auch das Einparken des Vier-Meter-Mobils ein Kinderspiel.

Wer schön sein will muss draufzahlen
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